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Posts Tagged ‘Latsch’

In Latsch beginnt die Kernschmelze

7. April 2011 Kommentare aus

BM Karl Weiss: Je schneller, desto besser

Mag sein, dass der Begriff „Kernschmelze“ derzeit mit Vorsicht zu gebrauchen ist. Aber in Latsch  wird eine solche angestrebt, und zwar zwischen dem E-Werk Latsch und der Viva-Latsch. „Das sollte in Zukunft zusammengehen“, sagte BM Karl Weiss bei der Ratssitzung vor knapp zwei Wochen. Je schneller, desto besser. Auch im Hinblick auf die mögliche Übernahme des Stromnetzes durch den VEK. Man habe im Ausschuss gekopft, eine SVP-Fraktionssitzung sei vorangegangen, man verstehe die Tarscher. Die seien über den Schritt nicht glücklich. Einen Sinn sieht der Freiheitliche Sepp Kofler, wenn schon, nur darin, wenn ein Direktorenposten eingespart würde. Zudem möchte Kofler eine echte Wahl haben. Nach einiger Diskussion ging’s ratz-fatz: Der Verwaltungsrat der SGW (Sonderbetrieb der Gemeindewerke Latsch) wurde von fünf auf drei reduziert – Martin Kaserer bleibt Präsident, ihm zur Seite Edith Götsch und Viva-Geschäftsführer Michael Januth. Neben den drei Freiheitlichen haben sich auch drei SVP-Gemeinderäte (Stefan Bauer, Lukas Rizzi und Agnes Steger Trafoier) der Stimme enthalten. Gleichzeitig ging eine Reduktion der Entschädigung für den Präsidenten einher: Von bisher 50% („Es war bisher ja eh schon hoch geschossen“, Karl Weiss) auf 25% der bürgermeis-terlichen Entschädigung. Die Investitionen sollen in Zukunft im Gemeindeausschuss oder im Gemeinderat vorab besprochen werden. Mit weniger Diskussion kam die Verkleinerung des Verwaltungsrates bei der Viva-Latsch, die das Eisstadion, das Schwimmbad und die Sportanlagen betreut, aus. Hannes Gamper bleibt Präsident, mit einer 600 Euro Brutto-Entschädigung pro Monat, Roman Schwienbacher (jeweils Vize im Tourismus- und im Sportverein) und Annalies Aufderklamm sind die Neuen. (eb)

 

 

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Vorn raus – hinten rein?

24. März 2011 Kommentare aus

BM Karl Weiss: Zu eigensinnig war die Machart des Gemeindeblatts

Im Jänner hat sich der bisherige Macher der „Neuen Latscher Zeitung“ nochmals kräftig aufgebäumt. „Den Geldhahn zugedreht“ titelte in einer selbstgezimmerten Nummer jener, den die Latscher Gemeindeverwalter los werden wollten. BM Karl Weiss hat bereits im Dezember vorigen Jahres angekündigt, das bisherige Dorfblatt nicht mehr mit Gemeindegeldern unterstützen zu wollen. Rund 24.000 Euro hat die Gemeinde zuletzt jährlich in das Blatt gebuttert. Von einem jährlichen Umsatz von rund 48.000 Euro wurde in Latsch gesprochen. Der bisherige Macher hat, so wird hinter vorgehaltener Hand in Latsch gesagt, kräftig abgesahnt. Es sei zuletzt fast mehr Werbung als Texte im Blatt zu finden gewesen. Nun ist Schluss. Im Jänner wurde die Kulturreferentin Andrea Kofler beauftragt, Angebote einzuholen, um das Latscher Dorfblatt auf neue Füße zu stellen. Der „Vinschgerwind“, die Druckerei Kofel AG und die „Blitz-Art“ des bisherigen Machers haben ihr Offert hinterlegt. Den Bewerb gewonnen hat, aufgrund des günstigsten Angebotes, der ATHESIA-Vinschger. 19.800 Euro kostet es der Gemeinde für ein erstes Jahr. Wenn man weiß, dass der bisherige Macher beim ATHESIA-Vinschger Mitarbeiter ist, bleibt offen, ob jener, den man durch die Vordertür hinauskomplimentiert hat, durch die Hintertür wieder hereinkommt. (eb)

 

 

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Wir sind Fraktionisten

33 Fraktionen, die von einem Komitee verwaltet werden, gibt es zwischen dem Reschen und der Töll. Sie hüten Gemeinnutzungsrechte, die aus dem Mittelalter stammen und heute allen Bürgern zustehen. Ursprünglich ging es um Holz, Weide und Almen. Die Zeiten ändern sich und sie ändern sich rasch: Marmorbrüche, intensiv genutzte ehemalige Weiden und jüngst der Appetit auf satte Erlöse aus der Stromwirtschaft katapultieren die Fraktionen in die Neuzeit. Neuwahlen dieser Komitees stehen demnächst an.

von Erwin Bernhart

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Irdisches und Astronomisches

13. Januar 2011 Kommentare aus

Freiheitliches Dreigestirn in der Latscher Ratsstube v.l.: André Pirhofer, Sepp Kofler und Thomas Pichler

Das freiheitliche Dreigestirn im Latscher Gemeinderat ist ein lautstarkes. Der Kofler Sepp hat mit André Pirhofer und mit Thomas Pichler seit Mai vergangenen Jahres Verstärkung bekommen. In der letzten Ratssitzung 2010 sind die Drei gleich mit fünf Beschlussanträgen aufmarschiert. Bei der Radtrasse soll sich die Verwaltung für die Wirtschaft einsetzen, so der erste Antrag. Jede Gemeinderatsfraktion soll im Gemeindeblatt jeweils eine viertel Seite bekommen, um ihre Sichtweise der Gemeindepolitik darlegen zu können, schließlich bekommen die Blattmacher „einen Batzen Geld“ von der Gemeinde, so der zweite Antrag. Der dritte: Für das Ehrenamt sei etwas zu tun. Man könne das in Form eines „Ehrenamtspasses“ machen, welcher Vergünstigungen etwa bei Eintritten vorsehe. Der vierte: Die Gemeinde Latsch soll Kooperation mit Nachbargemeinden prüfen, um Einsparungen erzielen zu können. Und schließlich kamen die Freiheitlichen mit der Idee, einen kostenlosen Internetzugang via Funknetz, am Lacusplatz etwa, einzurichten. Nach jedem Beschlussantrag kam die kalte Dusche: mehrheitlich abgelehnt. In den Reihen der SVP kristallisierte sich dabei eine ablehnend engagierte Zunge heraus: jene des Ratneulings Werner Schuler, der sich seine Polit-Sporen in der SVP Jugend erworben hatte.  Nach dem irdischen Politgetümmel wurde es dann astronomisch in der Latscher Ratsstube. Stararchitekt Werner Tscholl stellte – als Vorspann für eine Bauleitplanänderung, für die Umwidmung des Schlosses Annenberg von Landwirtschaftsgebiet in Zone für öffentliche Bauten und Anlagen mit Privatinitiative – die Frühphase des Projektes für den Umbau von Schloss Annenberg vor. Manfred Fuchs, Schlossbesitzer und in der Weltraumforschung tätiger Latscher Millionär, trat mit drei Wünschen an Tscholl heran: Im Schloss Annenberg soll eine Wohnung, ein Tagungszentrum für die OHB von Fuchs, welche kürzlich der großen EADS das „Galileoprojekt weggeschnappt hat, und ein öffentlich zugängliches Museum hineingeplant werden und zwar so, dass keine der drei Einheiten vom jeweils anderen gestört wird. Tscholl plant das Museum unterirdisch, an der Ringmauer entlang, von Turm zu Turm. „Von der Bronzezeit zu den Sternen“  lautet der Arbeitstitel, der die bronzezeitlichen Funde am Schlosshügel bis zur Weltraumforschung beinhalten soll. Die Gemeinderäte zogen allesamt den Hut vor jenem, der das Schloss revitalisieren will, zumal Manfred Fuchs ebenso Latscher ist wie der planende Architekt Werner Tscholl. Zudem wird sowohl das Museum als auch das Tagungszentrum als Chance für den Tourismus in Latsch gesehen wird. (eb)

 

 

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90 Jahre Sport-Leidenschaft

16. Dezember 2010 Kommentare aus

Glorreiches Bild aus der Sportgeschichte von Latsch: Landeshauptmann Silvius Magnago bei der Einweihung der Sportanlagen in Latsch mit Vereinspräsident Luis Gerstl und BM Sepp Rinner (Bild aus „50 Jahre Sportverein Latsch 1920-1970“)

Der Sport gehört bekanntlich zur primären Komponente der Latscher Identität. Somit war die 90-Jahr-Feier am 28. November an der Zahl der Teilnahme und an der Stimmung gemessen eine imposante Veranstaltung. Vertreter aus den Bereichen Sport, Politik und Kultur aller Altersstufen von Vergangenheit und Gegenwart füllten das Latscher Vereinshaus. Rund 400 Personen waren anwesend, während die amtierende Vereinspräsidentin Dolly Stecher in unermüdlicher Bewegung die gastronomische Versorgung persönlich leitete. Funktionäre und Sportler von allen 13 Sektionen des Vereines waren zu erkennen. Überzeugte Anerkennungsreden wurden von Senator Manfred Pinzger, Landesrat Richard Theiner, BM Karl Weiss, VSS Obmann und Sprecher Josef Platter sowie Raiffeisenkasse Vizeobmann Adalbert Linser gehalten. Altpräsident und berühmter Leichtathlet Sepp Rinner wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt und Pistolenass Oswald Gerstl bekam ein Ehrendiplom. Eine reiche Fotoausstellung ermöglichte den Anwesenden, den Blick in die Vergangenheit und Gegenwart über  eine Menge von Sportlerinnen und Sportler zurückzuwerfen.  Die Veranstaltung bekräftigte sicher bei allen die Überzeugung, dass die Sporttätigkeit in Latsch weiter vorherrschen wird. (lp)

 

 

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Getrennte Eingänge – getrennte Meinungen

2. Dezember 2010 Kommentare aus

BM Karl Weiss: Zwischen Gemeindepolizei und Carabinieri

Bereits einer der ersten Punkte der Latscher Gemeinderatssitzung wurde heiß diskutiert. So gab es Einsprüche aus den Reihen der Freiheitlichen, was neuerliche Investitionen von rund 200.000 Euro in die Sanierung des Latscher Kunsteisstadions betrifft. Das Kunsteisstadion soll nämlich auf Forderung der Carabinieri mit einer Infrastruktur ausgestattet werden, welche separate Eingänge für Heim- und Gästefans bietet, da es in den letzten Jahren zu Zuschauerrangeleien bei den Spielen kam. Die Freiheitlichen bemängelten dabei, dass es die letzten Jahre immer wieder zahlreiche Investitionen in das Latscher Eisstadion gab, deren Nutzen man hinterfragen müsse. Einstimmig beschlossen wurde hingegen die Genehmigung des Durchführungsplanes für die Erweiterungszone „Tschanderle“ in Goldrain. „Es handelt sich zwar um eine relativ teure Zone, diese bietet allerdings eine hervorragende Wohnqualität“, so der Latscher Bürgermeister Karl Weiss zu dem geplanten Bauvorhaben.

Zudem wurde seitens des Latscher Gemeinderates einstimmig entschieden, mit der Gemeinde Kastelbell- Tschars hinsichtlich der Ausdehnung des Gemeindepolizeidienstes von Latsch auf das Kastelbell- Tscharser Gemeindegebiet zu kooperieren. So soll für das nächste halbe Jahr die Latscher Gemeindepolizei wöchentlich 2 Stunden im Gemeindegebiet von Kastelbell- Tschars aushelfen. Der Gemeinderat war sich einig, dass Kooperationen generell wünschenswert sind, das eigene Dorf dabei jedoch nicht vernachlässigt werden darf.

Aufregung in den Reihen der Freiheitlichen gab es am Ende der Versammlung noch aufgrund der Tatsache, dass kein Latscher im Bezirksausschuss der Bezirksgemeinschaft Vinschgau vertreten ist. Josef Kofler bezeichnete diesen Zustand als „ein Trauerspiel“.  (am)

 

 

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F-inschgau ist operativ

2. Dezember 2010 Kommentare aus

Der Grundstein ist gelegt, ich freue mich, dass wir endlich operativ sind.“ Der seit vergangenem Samstag amtlich gewählte Bezirkssprecher der Freiheitlichen im Vinschgau, der Malser Hirschenwirt Peppi Stecher, ist in seiner Parteifunktion kein Provisorium mehr. Beim 1. Beziksparteitag der Freiheitlichen wurde André Pirhofer Stechers Stellvertreter. Als Bezirksbeiräte sind der Tauferer Roman Burger, der Schlanderser Lukas Theiner und Philipp Schöpf aus Graun gewählt. Damit haben die Freiheitlichen, nach Erfolgen bei den Landtagswahlen 2008, den Gemeinderatswahlen 2009 und 2010 Funktionärsgesichter bekommen. Denn bisher waren Aufbau und Führung der Shooting-Partei im Vinschgau mit wenig struktureller Basis vorangetrieben worden. Der Laaser Oswald Angerer war es, der offiziell für die Freiheitlichen im Vinschgau die Stellung gehalten hat, bis er voriges Jahr dies nicht mehr tun wollte. Mit ein Grund war wohl die, aus Sicht Angerers, falsche Kandidatenreihung bei den Landtagswahlen. Pius Leitner dankte Angerer am Samstag im Fraktionssaal in Latsch ausdrücklich für den wesentlichen Beitrag für die Erfolgsgeschichte der Freiheitlichen im Vinschgau. Damit der Bezirk organisch wachsen könne, damit Treffen und Gedankenaustausch möglich werden, dazu brauche es Strukturen, so Leitner. Leitner streifte einige Themen: Zum Thema Volksabstimmung – „Da braucht man keine Angst zu haben , die Leute wollen nicht zu jedem Blödsinn eine Volksabstimmung. Der SVP-Sekretär ist über die direkte Demokratie der Schweizer hergezogen. Wovor hat die SVP Angst?“ Zu den Windrädern auf der Malser Haide: Sind die landschaftsverträglich, umweltverträglich? Zum Wahlgesetz und mit Blick auf das Ausscheiden von Christian Egartner, Barbara Repetto und möglicherweise auch von Dieter Steger: „Das gehört sofort gemacht, gerade im Hinblick auf die Nichtwählbarkeiten. Im Prinzip müsste man den Landtag neu wählen, denn der derzeitige Landtag ist nicht jener, der gewählt worden ist.“ Zum Nationalpark Stilfserjoch: „Ich verwende mich dafür, die Jagd im Nationalpark ähnlich den Naturparken wieder einzuführen. Ich werfe dieses Thema auf.“

Grundsätzlich stehe die freiheitliche Politik dafür, für mehr Demokratie zu sorgen, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und auch über die Autonomie hinauszudenken. „Ich bin für die 2. Staatsbürgerschaft“, sagte Leitner, „allerdings muss man den Leuten auch sagen, was rechtlich möglich ist.“ In Österreich seien sämtliche Parteien, außer die Freiheitlichen, im Nationalrat gegen diese 2. Staatsbürgerschaft.

„Am 7. Dezember werden die Freiheitlichen volljährig“, sagte Leitner, „und die SVP ist 65, also pensionsreif.“ (eb)

 

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