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Posts Tagged ‘Nauders’

18 Loch am Reschenpass

26. August 2010 Kommentare aus

Touristikern schwebt Vision vom grenzüberschreitenden Golfplatz vor

Es handelt sich bisher nur um eine Idee und wir haben noch mit keinem Grundeigentümer gesprochen“, schickt der Obmann der Nauderer Touristiker Gerhard Pedrolini voraus. „Ein zusammenhängender, grenzüberschreitender 18-Loch-Golfplatz am Reschenpass mit neun Loch diesseits und neun Loch jenseits der Grenze wäre allerdings eine bärige Sache.“ Lanciert wurde diese Idee im vergangenen Herbst von Pedrolini und dem Präsidenten der Ferienregion Vinschgauer Oberland Karl Gapp. Beide sind die rechtlichen Vertreter der Gesellschaft EWIV (Europäische Wirtschafts-Interessensvereinigung) an der beide Tourismus Vereine beteiligt sind. Geschäftsführer der Gesellschaft ist Uli Stampfer. „Unser Ziel ist es, touristisch etwas zu bewegen“, sagen Stampfer und Pedrolini. Bei mehreren Treffen habe man sich die Fragen gestellt: Was lässt sich gemeinsam vermarkten? Was können wir in der Reschenpass-Region auf die Beine stellen, um touristisch weiter zu kommen? „In diesem Zusammenhang denken wir auch an Projekte, die mit finanzieller Unterstützung der EU-Programme Interreg verwirklicht werden könnten“, so Pedrolini. Das Golfplatzprojekt ist nur eines von mehreren Projekten, die sich anbieten. Erklärtes Ziel ist die Schaffung neuer nachhaltiger Angebote im Allgemeinen, wie beim Rad- Wander- und Wintersporttourismus mit neuem Schwerpunkt Langlauf und an die Schaffung entsprechender Infrastrukturen. Verbindende Stelle könnte die alte Grenze sein. Ein Golfclub-Haus könnte beispielsweise eine Doppelfunktion erfüllen und Winter zusätzlich als Langlaufzentrum genutzt werden“, so die Vorstellung. Erfolgreich angelaufen ist 2010 das Projekt Touristik-Karte mit Nutzungsmöglichkeiten aller fünf Bergbahnen und der Vinschgerbahn. „Wir von der Gemeinde Nauders und von der Gemeinde Graun haben aufgrund unserer Lage dieselben Interessen. Und wir sind beide in der EU“, unterstreicht Pedrolini. „Deshalb darf eine Grenze kein Hindernis mehr sein. Wir lassen uns nicht auseinander dividieren, wie jüngst von Tiroler Seite versucht wurde.“ Man wolle mit beiden, dem Tiroler Oberland und der Ferienregion Vinschgauer Oberland, zusammenarbeiten. Das Golfplatzprojekt werde jedenfalls weiter ausgelotet, so Pedrolini, „denn wir sind der Meinung, dass die Sommersaison am Reschenpass dadurch eine gewaltige Aufwertung erfahren würde.“ (mds)

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Nauders: Von Skipionieren und Skisprungschanzen

10. März 2010 Kommentare aus

Skipioniere in Nauders die auch ohne Carvingschwung und modischem Schnickschnack begeistert sind.

Wir ernten jetzt die Früchte der letzten Jahre“, erklärte mir Heinz Pfeifer, Geschäftsführer der Nauderer Bergbahnen vor fast genau einem Jahr, als ich ihn zur Entwicklung des Tourismus befragte.

Gemeint hat er die vielen Investitionen in eine moderne Art des Wintertourismus mit vielfältigen Angeboten und neuen Aufstiegsanlagen.

Doch schaut man weiter in die Geschichte zurück, dann war Nauders immer schon ein wichtiger und selbstbewusster Fremdenverkehrsort im Vinschger Oberland.

Die gute Lage des Dorfes, aber auch die Innovationslust seiner Bewohner und die Tatkräftigkeit einiger Skipioniere ließen Nauders ab den 1920iger Jahren zu einem weitum bekannten Wintersportort werden.

Schon um die Jahrhundertwende wanderten die ersten „Touristen“ durch Nauders. Im angesehenen Hotel „Post“ stiegen Durchreisende ab, aber auch Grafen, Fürsten und Könige. Ab dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich der Ort zum Wintersportdorf. Schon 1923 kam der erste Wintergast. Wendelin Moritz, der Schischulleiter der 1929 gegründeten Skischule Nauders, war schon in den noblen Skiorten wie St. Moritz und Davos Skilehrer gewesen und voller Ideen und Enthusiasmus. Durch ihn kam der Wintertourismus so richtig ins Laufen. Gasthöfe und Pensionen richteten sich nach dem damaligen Komfort ein, Geschäfte wurden eröffnet, Fuhrwerke zu Taxiunternehmen und der Dorfschmied führte Montagen von Skibindungen durch. Der Wintersportverein baute einen Eislaufplatz und sogar eine Skisprungschanze, die so genannte Naudersbergschanze. Vormittags wurde eine Abfahrt gefahren, nachmittags gesprungen und als Kombination gewertet.

Gurdanatsch im Dorfzentrum von Nauders 1969 war Skischultreffpunkt und Mittelpunkt des dörflichen Lebens im Winter.

Der Verkehrsverein brachte erste Prospekte heraus und organisierte gesellschaftliche und wintersportliche Veranstaltungen aller Art.

In dem 100 Seiten starken Tourenbuch von 1931 mit dem Titel „150 Schifahrten von Nauders“ ist zu lesen: „Nauders dürfte nun neben St. Anton und Seefeld der einzige größere Ort in Österreich sein, der die Bedingungen der wintersportlichen Einrichtungen und Veranstaltungen zeitgemäß und restvoll erfüllt. Auch ist er in jeder Hinsicht noch sehr entwicklungsfähig.“

Und entwicklungsfähig zeigt sich Nauders bis heute, man passt sich immer wieder den Gästen und deren Wünsche an.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte der Nauderer Tourismus einen weiteren Aufschwung. Der erste Skilift wurde im Jahre 1951 auf Lawerz gebaut, 1956 dann der Schlosslift, 1959 der erste Sessellift. Mit jedem Zubau stiegen die Nächtigungen an. Der Tourismus war mittlerweile zur Haupeinnahme der Nauderer Bevölkerung geworden. Ende der 50iger und  der 60iger Jahre war Nauders vor allem durch den Nachttorlauf bekannt geworden, Karl Schranz war einer der vielen namhaften Teilnehmer.

1973 nahm man dann ein neues Projekt in Angriff: das Skigebiet Bergkastel wurde gebaut und bestens vermarktet. Die Nächtigungszahlen stiegen erneut an. Und das tun sie bis heute. (klf)

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