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Posts Tagged ‘Schluderns’

Ferienregion baut Schulden ab

24. März 2011 Kommentare aus

­Leise Servus sagen neben anderen zwei Verwaltungsräte v.l. BM Erwin Wegmann und Hansjörg Punt - und die zwei Aufsichtsräte Albert Flora und Rudi Theiner

Der obere Vinschgau ist bekannt dafür, wenige Niederschläge aufweisen zu können. Trocken ist es deshalb und trocken ging auch die Vollversammlung der Ferienregion Obervinschgau am vergangenen Samstag über die Bühne. Eine positive Stimmung war nicht zu erkennen, eine negative auch nicht. Trocken eben – eine Diskussion gab es nicht, Fragen auch nicht. Trotz Neuwahlen, trotz Rückblick der Verwalter auf die vergangenen vier Jahre.

Trotzdem gibt es Positives zu vermelden: „Für die scheidenden Verwalter spricht die Tatsache, dass es ihnen in dieser Periode gelungen ist – zum ersten Mal seit Bestehen der Freienregion – trotz bescheidener Geldmittel bei gleichzeitiger Durchführung der vorgesehenen Programme und Maßnahmen die Schulen um mehr als 40 Prozent zu senken – von mehr als 180.000 Euro bei Amtsantritt im Jahr 2007 auf aktuell unter 100.000 Euro. Dafür sei ihnen gedankt“, unter anderem diese Worte verwendete der Aufsichtsratsvorsitzende Albert Flora in seinem Bericht. Zuvor hatte der Präsident der Ferienregion, Gerhard Malloth, auf ein reichhaltiges Programm 2010 und auf Geleistetes in den letzten vier Jahren zurückgeblickt. Malloths lange Liste, Dorfführungen, Waal-, Auen-, Alm- und sonstige Wanderungen, Biketouren, Verkostungen, Kinderprogramme, bis hin zu Großveranstaltungen, darunter die Ritterspiele, die Kräuterwoche, Schlagerabend, Xong, Palabiratage, Tag der Romanik, Glurnser Advent, lassen die Ferienregion in einem regen und aktiven Licht erscheinen. „Der Messestand, den wir für die Messen in Stuttgart (CMT Urlaubsmesse), bei der Kaufhausaktion „Südtirol zu Gast“ in Kaufbeuren, bei der Tourismusmesse in Chur und in Lohr am Main verwendet haben, wird in Zukunft wohl im Keller verstauben“, sagte Malloth, wohl im Hinbick auf die sich abzeichnenden Veränderungen im Tourismusverband Vinschgau.

Ein Rückgang ist bei den Nächtigungen zu vermelden: Waren es 2009 noch rund 362.000 Nächtigungen, so sind 2010 rund 2.000 weniger zu verzeichnen. „Die Aufenthaltsdauer wird immer kürzer, deshalb brauchen wir immer mehr Gäste“, sagte Malloth. Waren es im Jahr 2007 noch 78.273 Ankünfte, welche bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 4,6 Tagen rund 358.000 Nächtigungen generierten, wurden 2010 rund 84.000 Ankünfte verzeichnet, die bei einer Aufenthaltsdauer von 4,3 Tagen rund 360.000 Nächtigungen erbrachten.

In der Analyse der einzelenen Fraktionen und Gemeinden trat eines klar ans Tageslicht: Prämajur ist Vorbild. 145 Vollauslastungstage verzeichnet die obervinschger Terrasse bei knapp 57.000 Nächtigungen.

Insgesamt verzeichnet die Ferienregion Obervinschgau 124 Auslastungstage und liegt damit im Landesdurchschnitt.

Nach der Genehmigung der Bilanz wurden der Vorstand und der Aufsichtsrat neu gewählt. Die bisher amtierenden Ausschuss- und Aufsichtsratsmitglieder stellten sich nicht mehr der Wahl. Ein leises Servus, bis auf den Dank, den die BM Erwin Wegmann und Ulrich Veith den wackeren Mannen und dem Bodenpersonal aussprachen.

Es wäre nicht Albert Flora, wenn er seinem Lob nicht eine Mahnung anfügte. Es wäre sinnvoll gewesen, sich vertiefend damit auseinander zu setzen, was die Fusion der Tourismusvereine Mals, Glurns und Schluderns vor gut zehn Jahren tatsächlich gebracht habe. Zudem sei es sehr schade, „dass es nicht gelugen ist, das geforderte touristische Leitbild für die Ferienregion und den entsprechenden Businessplan zu erstellen. Flora gab den Neuen auch mit auf den Weg, die Klein- und Mittelbetriebe stärker zu unterstützen. In touristisch entwickelten Gemeinden, in Naturns etwa, habe man dieses Problem erkannt.

Die neuen Verwalter werden sich wohl zwischen Sparzwang und Aufbruch zu bewegen haben. (eb)

 

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„Endlich reich“

10. Februar 2011 Kommentare aus

Stefan Kofler, Andreas Lingg und Heini Riedl beim Versteckspiel

Eines ist gewiss: Kein Auge bleibt trocken. Ray Conney, der englische Autor scheint den Spielerinnen und Spielern der Heimatbühne Schluderns zu liegen. „Endlich reich“ heißt die Komödie, mit der man vergangenen Samstag Premiere und einen großen Erfolg im Kultursaal in Schluderns gefeiert hat. Köstliche Unterhaltung hat das Publikum genossen. Eine Pointe jagt die nächste, eine Notlüge leitet bereits eine andere ein und bereitet den Weg für noch verrücktere Situationen. Den acht Darstellerinnen und Darstellern der Heimatbühne Schluderns sind die Rollen auf den Leib geschneidert. Grandiose Leistungen erbringen ausnahmslos alle. Regisseurin Christl Stocker Perkmann ließ die Spielerinnen und Spieler über sich hinaus wachsen. Das Publikum hat den höchst vergnüglichen Premiere-Abend ordentlich belohnt: Jubel gab’s für die Heimatbühne Schluderns. (ap)

 

 

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Bäuerinnen feiern Jubiläum

16. Dezember 2010 Kommentare aus

Ehrung mit der Landesbäuerin Maria Kuenzer, der Bezirksbäuerin Monika Rechenmacher und der Ortsbäuerin Annemarie Donner

Bäuerliche Frauen geben dem Ort Beständigkeit. Diese Aussage der Landesbäuerin und Landtagsabgeordneten Maria Kuenzer trifft auf die Bäuerinnen-Organisation von Schluderns zu, die heuer ihr 25-jähriges Bestehen feiert. Seit ihrer Gründung im Jahre 1985 gestalten die Bäuerinnen das Leben im Ort aktiv mit und zeigen Selbstbewusstsein. Pate stand der damalige Bauernbundobmann Alois Anstein. Mittlerweile gehören an die 100 Frauen der Organisation an, die derzeit von Annemarie Angerer Donner geführt wird.  Dieses Selbstbewusstsein vergangener Generationen war mit dem gesellschaftlichen Umbruch in den 60er und 70er Jahren abhanden gekommen, weil vor allem die Frauen zählten, die einem Beruf nachgingen. „Die Bäuerinnen sind isoliert geblieben, weil es nicht mehr nötig war, für die Ernährungssicherheit zu sorgen. Man konnte sich schließlich alles kaufen“,  beschrieb Kuenzer kürzlich in ihrem geschichtlichen Rückblick anlässlich der Jubiläumsfeier in der „Alten Mühle“. Um die Zukunft in der Landwirtschaft zu sichern und zu stützen, kam es überall im Lande zur Gründung von Bäuerinnen-Verbänden. Durch gezielte Aus- und Weiterbildung taten sich für die Frauen am Hof neue Perspektiven auf. Sie begannen zu gestalten und bekamen Auftrieb, etwas zu wagen. Von der Selbstversorgerin wurde die marktorientierte Bäuerin, die nach Absatznischen suchte und dem Hof Zukunftschancen gab. Die Bäuerinnen eroberten sich ihr Selbstbewusstsein zurück. Die Frauen der ersten Stunde erhielten eine Auszeichnung, und zwar: Maria Luise Tschenett, Monika Marseiler, Gertraud Gunsch, Hilda Burger, Annemarie Theiner und Rosl Klotz. (mds)

 

 

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„Koatlacker“ und „Schemen“

16. Dezember 2010 Kommentare aus

Die Koatlacker in Prad setzen auf Feuereffekte

Der Schludernser Nikolaus und Schemen mit ihren typischen Blech-Larven

Die Nikolaus- und Krampusumzüge in Prad und Schluderns zogen kürzlich wiedrum unzählige Besucher an. Dem schaurig schönen Spektakel fühlten sich traditionell eine Vielzahl von Jugendlichen verpflichtet, die sich maskenbildnerisch in Szene setzten und keine Kosten scheuten. „Das Schludernser Schemenrennen zählt neben dem Klosn in Stilfs zu den originellsten im Tal“, findet Markus Mahlknecht, der lange Zeit in Sachen Schemen am Fuße der Churburg mitmischte. Das typische Merkmal der Schemen sind die rot-schwarzen Blechlarven. Die Mitglieder des Schemenvereins um Edmund Tragust sind darum bemüht, dass diese Tradition auch beibehlten wird. Allerdings gibt es junge Burschen, die mit den Blechlarven nicht ganz glücklich sind, beeinflusst auch von Stimmen aus umliegenden Orten, die den Kopfschmuck als primitiv bezeichnen. Mittlerweile versuchen einige, neue Wege zu gehen. Beim heurigen Nikolausumzug mit rund 50 Schemen waren erstmals neuartige Maskengebilde zu sehen, die auf den ersten Blick nach Holz aussahen. Doch beim näheren Betrachten entpuppten  auch diese sich als Blechlarven, die ausgeklopft und bemalen waren. Wenn auch nicht alle Zuschauer mit der Entwicklung einverstanden sind und auf Tradition pochen, so müssen sie dennoch anerkennen: In Schluderns ist eine gestalterische Entwicklung bei den Schemen im Gange, aber immer unter dem Motto: Blech bleibt Blech. Die Koatlacker in Prad um  OK-Chef Gilbert Stillebacher rüsten jährlich vor allem beim Umzug auf und setzen auf immer spektakulärere Feuerelemente. (mds)

 

 

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Es wird neu ausgeschrieben

21. Oktober 2010 Kommentare aus

Gemeinderatssitzung in Schluderns. Der Standort wurde neu bestimmt und alles beginnt von vorne

Die Ausschreibung für den neuen Kindergarten in Schluderns muss wiederholt werden, und BM Wegmann Erwin muss ein „mea culpa“ von 25.000 Euro eingestehen. Seine Rechtfertigung: „Die Planer müssten den Bauleitplan lesen können und wissen, wo sie bauen dürfen.“ Die Vorgeschichte: Die meisten Architekten hatten den Kindergarten in das Areal Friedhof-Bannzone und Pfarranger hinein geplant, was dem Pfarrgemeinderat und dem Gemeinderat missfiel. „Es war gut gemeint, doch es ist danebengegangen und nun müssen wir nach vorne schauen“, sagte Wegmann. Der Gemeinderat war kürzlich aufgefordert, einen neuen Standort zu bestimmen. Referent Alexander Telser sprach sich für einen Neubau abseits des alten Gebäudes aus und zitierte aus einem Brief der Kindergärtnerinnen: Bei einem Neubau brauche es keine Container, der jetzige Spielplatz sei zu schattig, im Winter zu eisig und vom Verkehrslärm geplagt. Anni Thaler und Pia Trafoier zeigten sich verwundert, zumal Lärmschutzwände abgelehnt worden seien. Sie forderten mit Nachdruck die Beibehaltung des alten Standortes. Man könne das Emsemble Widum/Kirche nicht mit einem Neubau stören und man tue der künftigen Generation nichts Gutes, wenn man alles verbaue. Den Argumenten schlossen sich  Brigitte Stecher, Heiko Hauser, Mirko Stocker, Sebastian Wegmann, Andreas Hauser und Elmar Koch an. Dieser forderte Wegmann auf, den Gemeinderat künftig einzubinden, um ein weiteres Fiasko zu vermeiden. Mehrheitlich fiel die Entscheidung für die Sanierung des alten Kindergartens. Darüber hinaus darf der angrenzende gemeindeeigene Grund mit in die Planung einbezogen werden. Dagegen sprachen sich Harald Thanei, Romina Tragust (Freiheitliche) sowie Alexander Telser und Martin Stecher (SVP) aus. (mds)

 

 

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Sänger wandern über Waalwege

7. Oktober 2010 Kommentare aus

Gute Stimmung herrschte bei den Sängerinnen und Sängern nach der Wanderung im Schludernser Park

Der Einladung zur traditionellen Sängerwanderung des Sängerbezirkes Burggrafenamt/Vinschgau waren am Sonntag, den 25. September 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefolgt. Gastgeber war der Kirchenchor Schluderns unterstützt vom Männerchor, beide unter der Leitung von Robert Ruepp. Sie hatten die organisatorischen Fäden gezogen. Den Auftakt bildete eine gemeinsame Probe aller Teilnehmer in der Pfarrkirche von Schluderns dirigiert von Julia Perkmann aus Lana.  Stimmgewaltig umrahmten sie den  Gottesdienst mit Altpfarrer Alfred Gander. Zu den Ehrengästen zählte der Bezirkspräsident der Sänger Robert Wiest. Die offizielle Begrüßung erfolgte im Rahmen eines Frühschoppens vor dem Gemeindesaal, bei dem sich die Gäste in geselliger Runde stärkten und für den Aufstieg rüsteten. Auf dem Programm standen nämlich eine Führung in der  Churburg und eine Waalwegwanderung am wild romantischen Bergwaal. Dieser zählt zu den schönsten im Tal. Der Abstieg erfolgte über den Edelweißsteig mit Ziel Schludernser Park. Dort erwartete die Wanderer eine Marende. Bei Kaffee und Kuchen pflegten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Geselligkeit und den Gesang. Musikalisch umrahmt wurden die Stimmen von Georg Thanei mit Ziehharmonika und Gitarre. (mds)

 

 

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Vinschgerwind – Kommentar: Höhle des Löwen

23. September 2010 Kommentare aus

Die Charme-Offensive der SEL AG bzw. der Seledison hat funktioniert. Mit einfachen Mitteln – ein Tag der offenen Tür: Bratwurst und Malser Big Band für’s Volk gab es am vergangenen Samstag vor dem Schludernser Kraftwerk. In den Bauch des Berges, dort, wo die Wasser des Obervinschgaus, vornehmlich des Reschenstausees, verstromt werden, hat die SEL geladen. Den anschließend leichten Muskelkater an den Schienbeinen haben nicht wenige auf sich genommen, um in die schmierölig riechende Maschinenhalle zu gelangen. Den Schienbeinmuskelkater holte man sich auf dem steilen, gepflasterten Zugangsweg, gut 400 Meter lang – in die Höhle des Löwen. Unvorstellbare 248 Millionen Kilowattstunden werden dort im Jahr produziert. Knapp 20 Millionen Kilowattstunden davon, die man sich in zähen Verhandlungen erstritten hat, gehören den Vinschger Gemeinden. Ebensoviele kWh haben die Etschwerke. 37 Millionen Kilowattstunden gehören der Selfin, den restlichen Gemeinden Südtirols also. 66 Millionen Kilowattstunden verwaltet die SEL AG und der Löwenanteil von 104 Millionen Kilowattstunden geht nach wie vor an die Edison – jener Preis für eine Art gütlicher Einigung samt Konzessionsverlängerung. Ob der eine oder andere im Kraftwerksraum diese Zahlen im Kopf hatte, kann ich nicht sagen.

Jedenfalls war von einem Vinschger Stromstreit nur marginal und das am Rande die Rede, in der Form als man den Vinschger Stromkämpfern irgendwie Respekt zollte. Nach dem Motto: aqua passata – aqua electrificata. Die neue Polit-Generation in den Vinschger Gemeindestuben scheint andere Wege einzuschlagen. Jedenfalls nicht Konfrontationswege. Der SEL-Charme zeigt Wirkung.

Erwin Bernhart, Wind-Chefredakteur

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