Wandern im Vinschgau

Blick auf den Vinschger Sonnenberg - von Juval (rechts) bis nach Eyrs (links), wo das Tal nach Norden hin gebogen wird. Entlang des Sonnenberges verläuft der „Vinschger Höhenweg“ - von Juval bis zur Etschquelle in Reschen Bild: TAPPEINER-VERLAG

.

Vinschger Höhenweg – Einblicke und Ausblicke

.

Neben den Waalwanderwegen, den Alm- und Panoramawegen, den höchsten Gipfeln der Ostalpen und der Vielfalt an Natur hat die Ferienregion Vinschgau ein weiteres Highlight für Wanderbegeisterte hinzubekommen. Ein Erlebnismarsch der Superlative mit herrlichen Ausblicken und Einblicken bietet der neu ausgeschilderte „Vinschger Höhenweg“. Er verläuft von der Etschquelle am Reschenpass (1.560m) bis zum Schloss Juval in Staben (600m).

Der Weitwanderweg verläuft größtenteils auf bestehenden Wegen, wie den historischen Verbindungswegen und Versorgungspfaden. Dennoch mussten einige Abschnitte neu gestaltet werden. Will man den ganzen Weg gehen, müssen 109 Wegekilometer, sowie 5.700 Höhenmeter im Aufstieg und 4.700 Meter im Abstieg bewältigt werden. Die offizielle Erstbegehung der gesamten Strecke ist noch ausständig. Bei mittlerem Marschtempo ist eine Marschzeit von ca. 32 Stunden reell. Deshalb empfiehlt sich eine Begehung in mehreren Etappen.

Einblicke in die Vergangenheit, beim Einstieg in den Höhenweg am Reschen, bietet der aus dem Reschensee ragende alte Grauner Kirchturm. Ein stets beliebtes Fotomotiv, jedoch mit dunklem Hintergrund für den Obervinschgau. Das Bergbauernleben gehört zur Kultur des Tales. Gerne kann der aufmerksame Wanderer daran teilhaben, einem Bergbauern bei der Arbeit über die Schulter schauen. Der Ausblick ins verträumte Münstertal, zu König Ortler und der gesamten Ortlergruppe mit seinen schneebedeckten Gipfeln begleitet ebenso atemberaubend wie sehnsüchtig. Die Route folgt seinem Verlauf in vielen Seitentälern, wie das unberührte Planeil- und Matschertal. Abstiege in die Ortschaften Mals mit St. Benedikt, dem Fröhlichsturm oder dem St. Veiths-Kirchlein am Tartscher Bühel sind lohnend. Schluderns mit der Churburg und dem Ganglegg, der schönen Pfarrkirche, einen Ausflug wert. Kulturelle Perlen, als wären sie an einer Kette aufgefädelt, Burgen, Schlösser, Klöster, Ruinen und Kirchen sowie historische bäuerliche Dorfkerne. Die kleinste Stadt, Glurns mit 900 Einwohnern, mit der historischen Stadtmauer und den Laubengängen sowie den Tortürmen ist einen Abstecher wert. Von Mals bis Schloss Juval führt der „Vinschger Höhenweg“ durch den Vinschger Sonnenberg mit seiner kargen und trockenen Steppenvegetation. Mit fast 300 Sonnentagen ist das Tal für seine Regenarmut weitum bekannt, die Natur am sonnenexponierten Berg wird ständig auf eine harte Probe gestellt. Die imposanten Bergketten, welchen den Vinschgau einschließen, halten den Regen nahezu ab. Der fruchtbare Talboden wird schon seit Jahrhunderten mit einem ausgeklügelten Waalsystem mit dem kostbaren Nass versorgt. In jüngster Zeit wurden viele Waale durch Beregnungsanlagen ersetzt. Der Ausblick auf die Obstplantagen in der Talsohle, wo die knackigsten und süßesten Äpfel reifen, versorgt von den verspielten Beregungungsanlagen, macht Lust auf diese gesunde Frucht. Buschenschänke und Jausenstationen laden zum Verweilen ein und verwöhnen den Gaumen mit kulinarischen Leckerbissen. Das weiße Gold, dessen Abbau der Marschierende beobachten kann, verhalf dem Marmordorf Laas zu Bekanntheit und Ruhm. Dem Höhenweg in östliche Richtung folgend, gelangt man oberhalb des Haupt-ortes Schlanders. Der höchste Kirchturm, der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt ragt in die Höhe, viele Geschäfte und Lokale in der Fußgängerzone sind einen Abstieg wert. Die Nationalparkhäuser „Avimundus“ in Schlanders, „aquaprad“ in Prad, „naturatrafoi“ in Trafoi, „Trattla“ in Martell, sowie das „Messner Mountain Museum“ geben Einblick in die Flora und Fauna des Vinschgaus. Mit der Seilbahn St. Martin in Latsch ist ein bequemer Auf- oder Abstieg machbar. Latsch, mit seinen vielen Kirchen, Burgen und Ansitzen, von jeher ein wichtiger Knotenpunkt im Markttreiben. Erdbeeren, wohlschmeckende und süße Früchte, gereift in der Bergluft des Martelltales locken in das Seitental. Von St. Martin im Kofel führt der Höhenweg über den Trumsberg und den alten Waalweg Nr. 1 bis nach Tschars und Juval. In der Talsohle ist Kastelbell bekannt für seinen Spargel und das Schloss Kastelbell. Waalschellen und Waaler findet man in Tschars. Ausblicke und Einblicke.

Brigitte Thoma

.

.

Im Schliniger Tal

Sommerfrische auf geschichtsträchtigem Boden

 

Die Malser Jungrinder zählen zu den traditionsreichsten „Sommerfrischlern“ im Schliniger Tal. Seit 400 Jahren ziehen sie auf die Sommer Alpe „Sursass“ auf Schweizer Gebiet, im Volksmund „Rassass“ genannt. Sie ziehen vorbei am „Prälatenstein“, wo 1304 der Matscher Graf Ulrich II. den Marienberger Abt Hermann von Schönstein köpfen ließ, vorbei an der alten „Pforzheimer Hütte“, und an der neuen „Sesvennahütte“. Die einst unwegsame Uina-Schlucht war der Grund, dass die Schweizer den Tirolern vor über 500 Jahren die Alpe überließen. Den ersten Pachtvertrag schloss die Gemeinde Sent (CH) 1472 mit den Mönchen des Klosters Marienberg ab. Dass die Schweizer bei der Reformation um 1600 vom katholischen Glauben abfielen, ärgerte die Marienberger und sie trotzten, indem sie den Jahreszins nicht mehr bezahlten. Diese Reaktion kam den Malser Bauern gelegen, die schon lange eine Sommerweide für ihre Jungtiere suchten. 1608 besiegelten die Senter einen neuen Vertrag mit den Malsern. Diese erhielten schließlich auch das Durchzugsrecht über das Marienberger und Schliniger Gebiet unter anderem mit folgender Auflage: Die Malser mussten den Auftrieb drei Tage vorher melden. Hunde und Gewehre durften keine mitgeführt werden. Der Vertrag zwischen Mals und Sent ist immer noch gültig. Im vergangenen Sommer wurde das 400 Jahr Jubiläum gefeiert.

Doch nicht nur den Tieren kommt die Sommerfrische rund um den Sesvenna-Kopf entgegen, sondern auch den Wanderern aller Schuhgrößen. Das hatten bereits die Mitglieder der Sektion Pforzheim des deutschen Alpenvereins erkannt und begannen 1899 mit dem Bau der „Pforzheimer Hütte“ auf 2256 Metern Meereshöhe. Nach der Eröffnung 1901 pulsierte dort das Bergsteigerleben. Noch attraktiver wurde das Gebiet, als 1910 nach zweijähriger Bauzeit die Uina-Schlucht über den 1.000 Meter langen und in den Fels gehauenen 1,30 Meter breiten Weg begehbar war. Die Kosten von 32.500 Franken teilten sich die Sektion Pforzheim und die Schweizer Behörden. 3.500 Übernachtungen wurden zwischen 1901 und 1914 gezählt, was für die damalige Zeit beachtlich war. Den touristischen Aufschwung stoppte der I.Weltkrieg. Nach der Angliederung Südtirols zu Italien 1918 ging die Hütte als „Rifugio Rassass“ an den italienischen Alpenverein CAI über. Das mangelnde Interesse an der Hütte leitete den Niedergang ein. Anfangs der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts diente sie nur noch den Finanzbeamten als Unterkunft. Die „Finanzer“sollten dort die Schmuggler aufspüren, die Tabak, Kaffee und Saccharin illegal über die Grenze trugen. Die Staatsbeamten drückten allerdings oft ein Auge zu und aßen und tranken viel lieber in der Hütte als Wache zu schieben. Nach einer geselligen Runde machte sich eines Nachts das Herdfeuer selbstständig, was der „Pforzheimer Hütte“ den Rest gab.

Im Jahre 1975 ließ der Alpenverein Südtirol AVS die neue „Sesvennahütte“ in unmittelbarer Nähe erbauen. Die alte Hütte erzählt seither als Ruine von vergangenem Glanz. Nachgedacht wurde über eine Schleifung und 1998 lag der Abbruchbescheid auf dem Tisch der Gemeinde Mals. Das mobilisierte Kräfte zur Rettung des Schutzhauses. An vorderster Front kämpfte das Schliniger Ur-Gestein Sepp Saurer. 2004 kam es zur Gründung des Vereins „Cunfin“, der die Sanierung der Hütte zum Ziel hat. Mittlerweile ist die „Pforzheimer Hütte“ denkmalgeschützt und kann weiterhin von vergangenen Tagen im geschichtsträchtige Schlinigertal mit der wild romantischen Uina-Schlucht erzählen, über ein Fleckchen Erde, das zu den schönsten Wandergebieten Südtirols zählt.

Magdalena Dietl Sapelza

.

.

.

.

.

Der Naturnser Almenweg

Im Untervinschger Märchenwald

.

von oben: die Naturnser Alm, die Mauslochalm und die Zehtenalm

Während der Sonnenberg des Untervinschgaus und besonders die beiden Seilbahnen in Naturns und Partschins von den lokalen Tourismustreibenden kräftig beworben werden, ist der Nörderberg dagegen in der öffentlichen Wahrnehmung als Wandergebiet etwas in Vergessenheit geraten. Um dem entgegenzuwirken, widmet sich der „Sommerwind“ in diesem Wandertipp der reizvollen Südflanke des Untervinschgaus.

Der Naturnser Almenweg, ca. 1200m hoch über dem Tal, verbindet die Naturnser Alm, die Zehtenalm  und die Frantschalm, auch Mauslochalm genannt. Der Weg verläuft großteils im Wald und ist daher besonders für heiße Sommertage zu empfehlen. Dabei gibt es eine ganze Reihe Möglichkeiten der Begehung. Ob Rundwanderung oder das Wandern in nur eine bestimmte Richtung, man kann es sich nach Belieben aussuchen. Die vielen Auf- und Abstiegsmöglichkeiten erlauben auch kurzfristige Routenänderungen. Am besten mit Hilfe einer aktuellen Wanderkarte.

Wer eine leichte Wanderung mit wenigen Höhenmetern machen will, dem sei der folgende Vorschlag ans Herz gelegt. Ausgangspunkt ist der Parkplatz „Kreuzbrünnl“ am Naturnser Nörderberg.  Vom Parkplatz aus folgt man der Beschilderung „Naturnser Alm“. Die meiste Zeit geht man dabei einen Forstweg entlang und erreicht die Alm nach ca. 1 Stunde Gehzeit. Dort beginnt  der Almenweg und führt zur Zehtenalm. Dieser alte, idyllische Weg verläuft leicht absteigend und durchquert schöne Waldhänge unterhalb des Naturnser Hochjochs. Von der Zehten-Alm geht die Wanderung weiter zur Frantschalm. Auf diesem Abschnitt hat man an exponierten Stellen einen großartigen Ausblick auf die Gletscher des Schnalstales und auf die Texelgruppe. Von der Frantschalm führt ein Forstweg zurück zum Ausgangspunkt, dem Parkplatz „Kreuzbrünnl“. Insgesamt benötigt man für diese leichte Rundwanderung ungefähr 3,5 Stunden. Bewirtet wird man bei allen drei Almen.

Geübten und ausdauernden Berggehern empfehlen wir folgende Route. Ausgangspunkt ist Naturns Dorf, von wo aus man über die Schwarzplatzerhöfe und dem Platzgummhof, zur Frantschalm (1835m) hinaufsteigt. Der ca. 2,5 stündige Aufstieg setzt ein gewisses Maß an Kondition voraus. Danach folgt man dem Almenweg bis zur Zehten-Alm. Von dort aus kann man wieder nach Naturns absteigen. Der Weg führt durch schattigen Wald, an den Höfen am Partscheilberg vorbei, hinunter bis nach Naturns. Im Blick hat man dabei den gesamten Untervinschgau von der Töll bis Kastelbell. Für den Abstieg braucht man ungefähr 2 Stunden.

Wer sich dem „Seilbahnen-Trend“ nicht entziehen möchte, kann dies auch auf dem Nörderberg tun. Mit der Aschbacher Seilbahn fährt man von Rabland aus zum Dörfchen Aschbach in 1326m Höhe. Von dort gelangt man in einer guten Stunde, über einen mäßig steilen Weg hinauf zum Vigiljoch (1720m). Vom Vigiljoch aus geht es weiter zur Naturnser-Alm (1922m) und über den Almenweg bis zur Zehten-Alm.  Dort kann man nach Naturns absteigen, oder lässt sich von einem Shutteldienst am Parkplatz „Kreuzbrünnl“ unterhalb der Alm abholen. Ausdauernde Geher können weiter zur Frantsch-Alm wandern und von dort ins Tal absteigen. Der Gästebus oder die Vinschgerbahn bringen Sie wieder direkt zurück zum Ausgangspunkt, der Talstation der Aschbacher Seilbahn.

Der besondere Reiz des Nörderberges ist, dass er nicht direkt der Sonne ausgesetzt ist und  wegen des dichten Waldes,  auch an heißen Tagen angenehm kühl bleibt. Besonders der Weg von der Naturnser Alm bis zur Frantschalm ist gekennzeichnet durch schattige, urige Waldhänge und reizvolle Almwiesen. Die Wanderwege sind nicht übermäßig steil und man begegnet keinen „Prozessionen“ von Wanderern, die von einer Seilbahn zur nächsten „pilgern“. Beliebt ist der Nörderberg auch bei Mountainbikern. Vom Tal aus kann man über die Forstwege bis zu den Almen fahren. Eine beliebte Rundfahrt für Biker ist von Naturns nach Lana, mit der Seilbahn Vigiljoch hinauf aufs Joch, dann zur Naturnser Alm und die Abfahrt nach Naturns.

Abschließend ein paar Tipps für einen schönen und vor allem sicheren Wandertag: Das Wichtigste für eine Wanderung ist die Ausrüstung. Festes Schuhwerk sollte selbstverständlich sein, auch wenn man keine Gipfel erstürmt. Sehr schnell kann man umknicken, oder aufgrund fehlenden Profils an der Schuhsohle ausrutschen. Des Weiteren sollte man die Höhe nicht unterschätzen, man wird schneller müde als im Tal und die Temperaturen können schnell umschlagen, angemessene Kleidung und eine gesunde Portion Selbsteinschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit sind gefragt. Bei längeren Touren ohne Einkehrmöglichkeiten ist geraten, sich vorher über das Wetter zu informieren. Besonders im Hochsommer können sich recht schnell Gewitter bilden, deshalb sollte man den Himmel selbst bei Sonnenschein nie gänzlich aus den Augen lassen. Wichtig ist auch immer genug zum Trinken, Wasser oder Fruchtsäfte, dabei zu haben.

Berücksichtig man diese einfachen Hinweise, steht einem schönen Tag am Berg nichts mehr im Weg. Viel Freude mit den Wandertipps des „Sommerwind“.

Martin Platzgummer

.

.

.

.

.

Über den Kalkofen zur Latscher Alm

.

Vielerlei Mystisches lässt sich in unseren Wäldern am Vinschgauer Talrand entdecken. Sagen und Geschichten lassen aufhorchen und beflügeln die Phantasie. Aber auch Überbleibsel, welche die Realität und das Leben unserer Vorfahren verdeutlichen, finden sich zuhauf.

Die Latscher Alm

Eine Wanderung beginnend an der Talstation der Tarscher Alm führt über alte, mittlerweile verwachsene Kalköfen zur Tarscher oder Latscher Alm. Diese Kalköfen erzählen uns etwas über das Kalkbrennen unserer Vorfahren vor nicht allzu langer Zeit. Bereits im Altertum, bis hinauf ins 20. Jahrhundert, dienten diese Öfen zur Gewinnung von Kalk, der für die Zubereitung von Mörtel benötigt wurde. Meist wurden die Kalköfen in der Nähe des Dorfes am Waldrand errichtet, wo genügend Holz zur Verfügung stand und der Transport der gebrannten Kalksteine nicht zu beschwerlich war. Leider kann nichts Genaues über die Entstehungszeit der Kalköfen gesagt werden, sicher ist, dass sie seit langem nicht mehr benutzt wurden. Zudem sind sie in einiger Entfernung zum Dorf errichtet worden, was wohl mit der besonderen Erreichbarkeit des Brennstoffes Holz zusammenhängt.

Die mittlerweile recht verwaiste Talstation des Sesselliftes zur Tarscher Alm dient als Ausgangspunkt für diese Wanderung. Das Auto kann auf den großzügig vorhandenen Parkplätzen abgestellt werden. Von hier startet man die etwa 1 ½-stündige Wanderung und folgt dem Weg Nr. 1, welcher unterhalb des heute geschlossenen Restaurants beginnt. Dieser führt nach ungefähr 20 Minuten zum Grillplatz „Platzläng“, wo eine erste kleine Rast eingelegt werden kann. Der Weg nach „Platzläng“ führt durch dichten Mischwald und ist im letzten Stück etwas beschwerlich. Er kann bei Bedarf auch über den Fahrweg umgangen werden. Zum Teil ist der Weg noch von den großen Schneemengen des Winters geprägt. Weitläufige Aufräumarbeiten ermöglichen jedoch ungestörtes Wandern, hie und da sieht man noch einzelne abgebrochene Äste und umgesägte Bäume, welche den Schneemassen nicht standhalten konnten. In „Platzläng“ bietet fließendes Quellwasser eine erfrischende Abkühlung an heißen Wandertagen. Von „Platzläng“ geht es weiter bergauf, folgend Weg Nr. 1, der nach ungefähr 20 Minuten zum Kalkofen führt, der versteckt und mit Gras, Moos und Sträuchern überwachsen direkt am Wegrand liegt. Der gemauerte Ofen ist jedoch deutlich zu erkennen und erinnert an den Vorgang des Kalkbrennens, der mit bloßen Händen in mühevoller Arbeit über mehrere Tage hinweg stattgefunden hat. Vier bis fünf Tage lang musste das Feuer ständig geschürt werden, wollte man einen guten Brand erhalten. Dafür benötigte man ca. 100 m³ Holz, das im umliegenden Wald gerodet wurde und dann direkt zum Brennplatz gebracht wurde. Am Kalkofen befindet sich die erste Kreuzung, die es zu beachten gilt. Hier kann entweder geradeaus der Weg Nr. 1 weiter verfolgt werden, vorbei an einem weiteren Kalkofen bis zur Tarscher Alm oder rechts abgebogen werden und dem Weg Nr. 2 folgend zur Latscher Alm gewandert werden. Der Weg Nr. 2 ist einfach zu schaffen; er ist abwechslungsreich und bietet öfters eine schöne Aussicht auf das Tal. Der Weg mündet schließlich in den Fahrweg, welchen man für kurze Zeit entlang läuft. Man gelangt schließlich zu einer weiteren Kreuzung, wo noch einmal die Möglichkeit zum Aufstieg zur Tarscher Alm besteht. Folgt man dem Fahrweg immer geradeaus, beschreitet man den Weg zur Latscher Alm. Nach ungefähr 10 Minuten überquert man schließlich einen kleinen Bach und gelangt zum unteren Ende der Latscher Almwiese (Gampen). Die letzten 20 Minuten hoch zur Almhütte über den „Latscher Gampen“ sind etwas beschwerlich. Aus diesem Grund wurde der steile alte Almweg bereits vor einiger Zeit durch einen neuen Weg ersetzt, welcher dem Wanderer durch einige Kurven den Aufstieg etwas erleichtert. Mauerreste lassen jedoch den beschwerlicheren früheren Weg erahnen. Das Glockengebimmel der Kühe erreicht den Wanderer schon bevor er das Almgebäude sieht. Auf 1700 Metern angelangt, kann man schließlich gemütlich ins Tal blicken und sich in der Almhütte eine Erfrischung und eine Almjause genehmigen.

Monika Feierabend

.

.

.

.


Advertisements
%d Bloggern gefällt das: