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Archive for the ‘Weinbau’ Category

EU stützt Berglandwirtschaft

27. Januar 2011 Kommentare aus

Rund 400 Millionen Euro aus Mitteln der EU, des Staates und des Landes sind in den vergangenen sechs Jahren für Entwicklungsprogramme im ländlichen Raum nach Südtirol geflossen. Derzeit werden die Weichen für die Zeit von 2014 bis 2020 gestellt. Politische Vertreter der Bergregionen haben Koalitionen geschlossen und in Brüssel Vorschläge erstellt. Bei der Jahresversammlung des Südtiroler Bauerbundes am Freitag, den 28. Jänner in Schlanders wird die Neuausrichtung der europäischen Landwirtschaft ein Thema sein. Die gute Nachricht: Die Fördergelder werden weiter fließen.

Magdalena Dietl Sapelza

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Riesling und Bauernkuchl

18. November 2010 Kommentare aus

v.l.: Moderator Jens Kallfelz von Riesling.de, Francesco Polastri - Cantina La Vis, Josef Kerschbaumer - Köfererhof, Martin Aurich – Weingut Unterortl und Luigi Molinelli - Azienda Agricola Molinelli

Im Herbst dreht sich in Naturns alles um Riesling und Gaumengenuss. Im Rahmen der 6. Rieslingtage Naturns fand der Nationale Rieslingbewerb statt. Insgesamt 57 Weingüter waren italienweit aufgefordert worden, ihre Weine einzureichen; 36 Weine standen dann der  international besetzten Fachjury aus Journalisten und Weinkennern zur Verkostung bereit. Nachdem im letzten Jahr alle Preisträger aus Südtirol stammten, war das diesjährige Ergebnis eher eine Überraschung, denn der geradlinige Siegerwein „Riesling Simboli 2009“ stammte aus dem Trentino von der Cantina La Vis. Mit „Riesling Silber 2009“ wurde der Südtiroler Eisack-taler „Riesling 2009“  vom Köfererhof ausgezeichnet. Mit dem  „Riesling Bronze 2009“ wurden zwei Weine geehrt: ein Oltrepò Pavese Riesling „Arvina 2009“ der Azienda Agricola Molinelli in der Lombardei und ein Riesling Südtiroler Vinschgau DOC „Castel Juval 2009“ des Weinguts Unterortl – Familie Aurich, die mit ihrem „Castel Juval Windbichel 2009“ auch auf  Platz 4 landeten. Franz Pratzner vom Gut Falkenstein in Naturns belegte mit seinem „Südtirol Vinschgau Riesling 2009“ Platz 9. Der „Rieslinggenuss“ endet zwar am 20.11., aber die  „Sonnenberger Bauernkuchl“ bietet noch bis Ende November typische Südtiroler Küche auf den weit verstreuten Höfen. Man sollte die Zeit für einen Ausflug auf die von der Sonne verwöhnten Hänge nutzen, bevor der Winter ganz Einzug hält. (ew)

 

 

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Weinbau-Lehrfahrt in die Steiermark

9. September 2010 Kommentare aus

Vinschger Weinbauern in der Steiermark auf Lehrfahrt

Anfang August starten immerhin 48 Teilnehmer zur Lehrfahrt des Vinschgauer Weinbauvereins. Über den Wörthersee ging es nach Leibnitz in der Steiermark. Hier stand die Besichtigung der Weinbaufachschule Silberberg auf dem Programm. Über die südsteirische Weinstraße, direkt an der slowenischen Grenze, fuhr man zum Weingut Walter Skoff, das  auf den Anbau von Sauvignon Blanc spezialisiert ist. Gemütlich ließ man  den Tag im Buschenschank „Loder-Taucher“ in St. Ruprecht, einem Familienbetrieb, der erst unlängst auf Weinbau umgestellt wurde, ausklingen.

Weiter führte die Lehrfahrt in das oststeirische Anbaugebiet mit Besichtigung einer Biogasanlage. Anschließend stellte der Winzer Karl Breitenberger, Obmann der „Römerweinstraße“ sein Weingut vor. Über die Thermenregion fuhr man dann zur Essigmanufaktur Gölles in Riegersburg. Dieser Betrieb, der sich mit Obst- und Weinessigen einen Namen gemacht hat, betreibt zudem eine Brennerei für Edelbrände. Letzter Programmpunkt des Tages war das Schloss -Weingut des Lehrfahrtbegleiters Karl Thaller in Maierhofbergen. Der Hausherr persönlich führte durch den 2005 neu erbauten Betrieb der Superlative, der die Bezeichnung Schloss rechtfertigt. Beeindruckend der immense Fasskeller, der als Event-Raum für einige hundert Personen genützt wird.

Bevor es auf die Heimreise ging, wurde in Villach noch der Obstbau- und Verarbeitungsbetrieb von Hans Innerhofer (gebürtiger Galsauner) besichtigt. Der Betrieb wurde erst 2005 von Vieh auf Obstwirtschaft umgestellt, wobei die Vermarktung zu 100 Prozent ab Hof erfolgt. (ew)

Brennen mit Leidenschaft

8. April 2010 Kommentare aus

Martin Aurich vom Weingut Unterortl auf Juval mit seinem „Brenngerät“

Wie kommt ein Berliner dazu, Winzer und Destillateur im Vinschgau zu werden und ein überaus erfolgreicher noch dazu? Diese Fragen stellen sich viele Menschen und Martin Aurich vom Weingut Unterortl auf Juval beantwortet sie gern: „Ich bin ein Tüftler und habe immer gerne in der Erde gewühlt. Mein Traum war es einfach, Bauer zu sein.“ Um sich abzusichern, studierte er Getränketechnologie an der Fachhochschule Wiesbaden in Geisenheim am Rhein – die ersten Semester finden hier gemeinsam mit dem Studiengang Weinbau statt. Es verschlug ihn an das Land- und Forstwirtschaftliche Versuchszentrum Laimburg, wo er als Sektionsleiter für Kellerwirtschaft zuständig war und für Versuchstätigkeit in der Weinbereitung, Weiterbildung, Beratung und Weinanalytik. Den Hof Unterortl konnte er dann 1992 von Reinhold Messner pachten und mit ihm zusammen das Weingut aufbauen.Vor 4 Jahren gab er seine Tätigkeit an der Laimburg auf, um sich ganz dem Weingut zu widmen.

Martin Aurichs besondere Leidenschaft gilt den Edeldestillaten und er sieht die Brennerei als wichtigen Teil seines Betriebskonzeptes für einen kleinen Betrieb, indem alles veredelt wird, was in der eigenen Landwirtschaft wächst. Im Jahre 1997 kaufte er seine erste gebrauchte Brennblase, angeregt durch Kollegen und seine ersten Versuche folgten, immer auf der Suche nach dem Geschmack. Sein Denken ist geprägt von Wein und Genuss. „Ich schmecke und rieche gerne und kann mir Geschmacksbilder gut merken“, erzählt er.  Er ließ sich von Hubert Pohl vom Köfelgut in Kastelbell und Mario Poyer, einem Spitzenerzeuger im Trentino, inspirieren. „In unserer Branche ist man glücklicherweise offen, tauscht sich aus und gibt Tipps. Es wurschtelt nicht jeder vor sich her“, ist er dankbar.

Aus dieser „Tüftelei“ hat er selber viel gelernt und mittlerweile ist daraus ein Sortiment entstanden, das sich sehen lassen kann. 14 Brände stellt er pro Jahrgang her, vom Grappa aus seinen Trauben bis hin zum Exoten Edelkastanienbrand. Wichtig ist ihm dabei, „dass die Produkte einen Bezug zu unserem Lebensraum haben. Ananas oder Orangen kämen für mich nicht in Frage, es muss Wurzeln zu uns haben.“  Wer bisher glaubte, Grappa sei nur eine Verwertung der Traubentrester, wird durch Aurich eines Besseren belehrt, wenn er anfängt über die Feinheiten des Brennens zu erzählen. Die Qualität hängt entscheidend von der Qualität der Trester oder Früchte ab, die je nach Sorte weniger oder mehr sensibel bei der Lagerung reagieren. Trestern sind die größte Herausforderung und müssen möglichst umgehend verarbeitet werden, Früchte wie Birnen können und müssen noch nachreifen. Entscheidend ist nach seiner Philosophie das doppelte Brennen und das genaue „Abschneiden“ der Fraktionen Vor-, Mittel- und Nachlauf. Vor- und Nachlauf prägen das Destillat  scharf. Auf der anderen Seite kommen aber gerade viele wertvolle Aromen bei der Destillation sehr nahe am Vor- und Nachlauf. „Es ist  eine Frage der guten Nase mit einer Portion Glück, den richtigen Zeitpunkt beim Trennen zu erwischen und immer auch eine Gradwanderung“, erklärt der Brenner. Ein großes Glück für ihn ist das gute Quellwasser auf Juval, das sehr weich ist und gut schmeckt, um die Brände, die nach dem Brand etwa 80 Volumenprozent Alkohol enthalten, auf etwa 40 bis 42 Prozent zu verdünnen. Zuckerzusatz zum Destillat ist für ihn ein absolutes Tabu, obwohl gesetzlich bis zu 20 Gramm auf den Liter erlaubt sind, um ihn gefälliger und scheinbar weicher zu machen. Er sieht seine Destillate als hoch veredelte Produkte, die es gilt „nicht zu kippen, sondern zu genießen.“

Der Erfolg gibt ihm recht: Erst kürzlich wurde er zum ersten „Champion Südtirol Aquae Nobiles“ gekürt. Diese Ehre wurde demjenigen Brenner, der seine eigenen Brände im Vorfeld am besten einzuschätzen wusste und diese für die Bewertung eingereicht hatte, verliehen. Er gewann gleich mit sechs Bränden und die Auszeichnung Top Marille – natürlich nur aus dem Vinschgau – für den besten Edelbrand in dieser Kategorie. Dass er diese Frucht wirklich liebt, merkt man, wenn er anfängt, von ihrem Duft zu schwärmen. (ew)

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Vinschger bestehen im europäischen Wettbewerb

25. März 2010 Kommentare aus

Die Genusshauptstadt Graz stand ganz im Zeichen hochgeistiger Gaumenfreuden als am Freitag, 12 März 2010 in der Seifenfabrik die Destillata-Gala stattfand. 350 Gäste erwarteten mit Spannung  die Ergebnisse der internationalen Edelbrand-Meisterschaft Destillata 2010. Mehr als 1600 Produkte aus 15 Nationen wurden bei der verdeckten Verkostung bewertet. Höhepunkt des hochkarätigen Treffens der Meisterdestillateure war die Bekanntgabe der „Destillerien des Jahres 2010“ durch Bundesminister DI Niki Berlakovich.

v.l.: Martin Aurich, Günther Tappeiner, Erwin Leimgruber, Heiner Pohl und Friedrich Steiner

Besonders erfolgreich haben in diesem Jahr wieder die Vinschger Brennereien abgeschnitten. Günther Tappeiner, Friedrich Steiner und Heiner Pohl haben es in der Kategorie „Höchste Qualität“ geschafft.

Günther Tappeiner aus Laas konnte den Titel „Nationensieger Italien“ erneut erfolgreich verteidigen und wurde damit zum dritten Mal in Serie als bester Teilnehmer aus Italien ausgezeichnet. Er erhielt die Goldmedaille für den Traubenbrand, zudem dreimal Silber und achtmal Bronze.

Den zweiten Platz teilten sich punktegleich Friedrich Steiner, Biobrennerei aus Mals und Heiner Pohl vom Marinushof in Kastelbell.

Friedrich Steiner verarbeitet Früchte aus biologischem Anbau zu edlen Destillaten und bekam Gold für den Apfelbrand im Eichenfass sowie dreimal Silber und siebenmal Bronze. Heiner Pohl konnte für alle eingereichten Brände Medaillen erzielen. Ebenfalls sehr erfolgreich war Martin Aurich vom Weingut Unterortl. Er erhielt den Sonderpreis „Grappa des Jahres 2010“. Das Weingut Unterortl der Familie Aurich war heuer erstmals bei der Destillata vertreten und konnte sich gleich zum Start den Sortensieg in der Gruppe „Grappa & Brandy“ sichern. Der Grappa Müller Thurgau, laut Jury ein „ausdrucksstarker, frischer Typus mit tollem Sortencharakter“, kann auch am Gaumen die Erwartungen erfüllen und bekam die Auszeichnung „Grappa des Jahres 2010“. Auch die Land-/Forstwirtschaft Fürstenburg sicherte sich zwei Silbermedaillen und zweimal Bronze. Die Vinschger Teilnehmer erhielten 37 von 59 an Italien vergebene Destillata-Medaillen.

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Vinschger Edelbrand ganz vorn

11. März 2010 Kommentare aus

Prämierung des „Champion Südtirol Aquae Nobiles“ Martin Aurich (Mitte) durch LH Luis Durnwalder und Landesrat Hans Berger: viel hochwertiges Hochgeistiges kommt aus dem Vinschgau

Ende Februar fand in Bozen die Prämierungsveranstaltung „Südtirol Aquae Nobiles“ statt.  Sie stellte den feierlichen Abschluss des ELR-Projektes „Edelbrand“ dar, das gemeinsam von Fachschule und Versuchszentrum Laimburg und dem Verein Südtiroler Hofbrennereien durchgeführt wurde und bei dem VerkosterInnen für Edelbrände ausgebildet wurden. Die besten elf weitergebildeten VerkosterInnen bildeten im Jänner 2010 zusammen mit zwei Fachexperten aus Österreich und Deutschland die Kostjury.

Prämiert wurden die besten 10 aus 224 eingereichten Edelbränden, hergestellt von 32 unterschiedlichen landwirtschaftlichen Klein- und industriellen Großbrennereien aus Südtirol. Für diejenigen Edelbrände, welche die hohen qualitativen Anforderungen erfüllten, erhielten die erfolgreichen Brennerinnen und Brenner das neue Gütesiegel „Südtirol Aquae Nobiles“, welches ebenfalls im Rahmen der Veranstaltung vom international anerkannten Fachexperten Ulrich Zeni vorgestellt wurde. Insgesamt 30 der 32 einreichenden Brennereien erhielten für ihre Produkte das Gütesiegel „Südtirol Aquae Nobiles“.

Derjenige Brenner, der seine eigenen Brände in einer der neun Kategorien Apfel, Birne, Marille, weiße Trester, rote Trester, Beerenobst, sonstiges Steinobst, sonstiges Obst und sonstige Spirituosen im Vorfeld am besten einzuschätzen wusste und diese für die Bewertung in der Kategorie „Champion Südtirol Aquae Nobiles“ eingereicht hatte, wurde von Landeshauptmann Durnwalder und Landeshauptmannstellvertreter Berger zum „Champion Südtirol Aquae Nobiles“ gekürt. Die Ehre ging an Martin Aurich vom Weingut Unterortl aus Naturns. Er gewann mit seinen Bränden in den Kategorien Traubenbrand, Birnenbrand (Williams), Marillenbrand (Vinschger Marille), Kornelkirschengeist, Grappa-Blauburgunder und Grappa-Müller Thurgau. Außerdem erhielt er die Auszeichnung Top Marille für den besten Edelbrand in dieser Kategorie.

Aber auch die anderen Vinschger Edelbrände kamen besonders gut an: An den Weberhof in Kastelbell gingen gleich drei Auszeichnungen: Top Apfel, Top Beeren und Top weiße Trester. Folgende Brennereien erhielten für einen oder mehrere Edelbrände das Gütesiegel „Südtirol Aquae Nobiles“: Hofbrennerei Langwies in Naturns, Hofbrennerei Köfelgut in Kastelbell-Tschars, Hofbrennerei Tribus in Kastelbell-Tschars, Brennerei der Rosa Oberhofer in Laas, Weingut Falkenstein in Naturns, Marinushof in Kastelbell, Hausbrennerei Kuppelwieser in Latsch-Tarsch, Brennerei Gaudenz in Partschins, Ausserloretzhof in Laas, Befehlhof in Schlanders, Biobrennerei Steiner in Mals und der Brunnerhof in Naturns. (ew)

Von der Krise verschont geblieben

11. Februar 2010 Kommentare aus

Die Krise hat die Vinschger Landwirtschaft bislang verschont. Die Milchauszahlungspreise der Milkon lagen 2009 bei 48 Cent pro Liter und im Obstbau wurde eine Rekordernte eingefahren. Diese Bilanz zog Bauernbund Bezirksobmann Andreas Tappeiner bei der diesjährigen Bezirkstagung in Schlanders. Ob sich die Milchpreise so halten können und die Ernte auch verkauft werden kann, muss sich allerdings erst zeigen und stellt die VIP vor Herausforderungen. Eine einschneidende Änderung wird es in Sachen Milchquoten geben. Diese werden nach 2013 abgeschafft, und dann regiert der freie Markt. Darauf verwies EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann. Wie es diesbezüglich weitergehe wisse man in Brüssel noch  nicht. Seit dem Vertrag von Lissabon, der besagt, dass nicht mehr die Europäische Kommission entscheidet, sondern das Europäische Parlament, sei es sehr schwierig geworden, etwas weiterzubringen. Es habe auchein Kampf um die Gelder begonnen und genau geschaut werde auf die Direktzahlungen aus dem Steuergeld-Topf an die Landwirtschaft. „Andere Politikbereiche knabbern am Agrarhaushalt“, so Dorfmann.  LR Hans Berger plädierte für Bündelungen der Kräfte, für die Schaffung und den Ausbau von Synergien zwischen Landwirtschaft und Tourismus. „Wer heimische Produkte kauft, stärkt die heimische Wirtschaft“, so Berger. Direktvermarktung im Land  schafft Wertschöpfung. Als nachahmenswerte Projekte nannte er beispielsweise „Ahrntal Natur“ und „Biokistl“, deren Kundenzahlen kontinuierlich steigen.  Touristen schätzen ebenfalls authentische regionale Produkte, und in diesem Zusammenhang lässt sich ein großes Potential zu nutzen. Zusammenhalt forderte Berger auch in politischer Hinsicht. In diese Kerbe schlugen auch Leo Tiefenthaler  und  Tappeiner mit einem Verweis auf die Gemeinderatswahlen: „Es ist wichtig, dass wir Bauern mitreden und mitgestalten.“ Mit Erburkunden ausgezeichnet wurden die Familie Agethle vom Engelhof in Schleis und die Familie Mair vom Schwalthof in Kortsch.  (mds)

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