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Archive for the ‘Obstbau’ Category

EU stützt Berglandwirtschaft

27. Januar 2011 Kommentare aus

Rund 400 Millionen Euro aus Mitteln der EU, des Staates und des Landes sind in den vergangenen sechs Jahren für Entwicklungsprogramme im ländlichen Raum nach Südtirol geflossen. Derzeit werden die Weichen für die Zeit von 2014 bis 2020 gestellt. Politische Vertreter der Bergregionen haben Koalitionen geschlossen und in Brüssel Vorschläge erstellt. Bei der Jahresversammlung des Südtiroler Bauerbundes am Freitag, den 28. Jänner in Schlanders wird die Neuausrichtung der europäischen Landwirtschaft ein Thema sein. Die gute Nachricht: Die Fördergelder werden weiter fließen.

Magdalena Dietl Sapelza

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Der gläserne Apfel

21. Oktober 2010 Kommentare aus

Wolfgang Graiss, Abteilungsleiter der Qualitätskontrolle im Verband der Vinschgauer Genossenschaften für Obst und Gemüse (VI.P): „Digitale Spritzmittelaufzeichnungen haben viele Vorteile.“

Zweigeteilter Bildschirm, aufgeräumter Schreibtisch, lichtdurchflutetes Büro im VI.P Hauptquartier in Latsch: Bei Wolfgang Graiss laufen viele Drähte zusammen. Der studierte Agrarwirtschaftler ist seit vier Jahren Leiter der Qualitätsabteilung in der VI.P. Fünf Mitarbeiter sind in der wichtigen Abteilung beschäftigt. Eine Anfrage eines Kunden ist per E-Mail eingetroffen – mit einer „Negativliste“ dabei. Der Großkunde sucht einen bestimmten Apfel und die „Negativliste“ heißt, dass der Apfel unter anderem frei von einem bestimmten Spritzmittel sein soll. Graiss ist beim Überprüfen, ob die Kundenforderung erfüllt werden kann – in Absprache mit Direktion und Obmann.

Derartige Anfragen werden immer wieder an Graiss weitergeleitet. Die Abklärung derselben ist nur eine der Aufgaben in der Qualtitätsabteilung. Eine wichtige Aufgabe, zumal das Abchecken der Kundenwünsche einer andauernden Standortbestimmung der VI.P gegenüber den Mitbewerbern am Markt gleichkommt. Häufen sich Anforderungen von außen, muss in der VI.P abgesteckt werden, ob diese Anforderungen im Anbaugebiet standardisiert werden kann. Graiss liefert dazu fachliche Inputs.  Nebenan steht ein kleines Labor, in dem wöchentlich Äpfel auf deren Zuckergehalt und auf deren Druckfestigkeit untersucht werden. Mit herannahender Ernte wird auch der Stäkegehalt untersucht, dann allerdings täglich. Die Daten sind ein Glied in der Kette der Überprüfung des Reifeprozesses. Sie helfen mit, unter anderem die Erntefenster festzulegen, jene Zeitspanne, in der bestimmte Apfelsorten von den Bäumen zu holen sind.

 

Der VI.P Standard steht: „GlobalGap“ und „Agrios“ sind zwei wichtige Eckpunkte davon. Die Apfelqualität ist im Apfelgarten Vinschgau nicht nur auf das Produkt selbst beschränkt, sondern auch auf das Drumherum: Arbeitssicherheit und Hygienestandards etwa werden durch die externe Zertifizierung über das „GlobalGap“ abgedeckt. Die Kunden der VI.P wissen diese Transparenz zu schätzen. Vertrauen ist eine gute Geschäftsbasis.

Kontrolle tut allerdings auch Not. Über die Betriebsmappe und darin über die Aufzeichnungen im Spritzheft gibt jeder Bauer Auskunft über seine Betriebsführung, im Grunde über sämtliche Maßnahmen, welche er in der Produktion im Laufe des Jahres ergriffen hat. Noch werden diese Aufzeichnungen überwiegend von Hand gemacht. Zugriff und Kontrolle erfolgen derzeit in zwei Abgabewellen, eine vor und eine nach der Ernte. Beauftragte Inspektoren überprüfen vor Ort in stundenlanger Arbeit.

Der Weg soll eine neue Richtung sein. „Heuer werden wir voraussichtlich 20 Prozent der Spritzheftaufzeichnungen in digitaler Form vorliegen haben“, sagt Graiss. Die Strategie der VI.P ist es, bis 2012 alle Aufzeichnungen in digitaler Form vorliegen zu haben. Graiss und sein Team sind als Impulsgeber mitten im Geschehen. Eine Reihe von Vorteilen sieht Graiss im digitalen Betriebsheft: etwa Transparenz, der Beratungsring kann effizientere Aussagen machen, systematischere und schnellere Auskunft den Kunden gegenüber. Die Vorteile im Verkauf liegen auf der Hand. Vorteile wird eine derartige Datenerfassung, welche, so Graiss, wie ein Bankgeheimnis gehütet wird, auch den einzelnen Bauern bringen: beim gemeinsamen Einkauf, bei der Bestimmung des eigenen Betriebes im Vergleich zu anderen, die bessere Verteilung von Wissen und Know-How.

 

Die Strategie der VI.P ist es, durch das „digitale Betriebsheft“ neben der sinnvollen Aufbereitung der Produktionsdaten auch eine Vorreiterrolle einzunehmen und sich somit einen weiteren Baustein als Wettbewerbsvorteil zu sichern. Denn ein schnelles Reagieren auf Kundenanforderungen auf der Basis handfester und wasserdichter Daten gehört, neben dem aufgebauten Vertrauen in die Vinschger Apfelqualität, zur Professionalität in der VI.P dazu. Die Anforderungen des Marktes werden, das ist Hauptaufgabe von Graiss, auf die mögliche Verwirklichung hin überprüft und mit einem Konzept umgesetzt. Das „digitale Betriebsheft“ ist eines davon.

 

Erwin Bernhart

 

 

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Palabir – die Crème caramel der Birnen

23. September 2010 Kommentare aus

Eine Woche lang stand in Glurns die Palabirne im Mittelpunkt und machte gemeinsam mit den Organisatoren eine gute Figur. Alle unter erheblichem Aufwand geernteten Birnen wurden an die Frau und an den Mann gebracht. Die kulturellen, kulinarischen, praktischen und informativen Angebote erfreuten sich großes Interesses. Beim  „Palabirasunnta“ fand die Aktionswoche Höhepunkt und feierlichen Abschluss. Ein Arbeitskreis wird sich weiterhin um die Palabirne kümmern und die Weichen für eine zukünftige Nutzung stellen. (lu)

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Zankapfel

29. Juli 2010 Kommentare aus

In die Gemeindestube von Schlanders hat der Karl Pfitscher gerufen. Das Apfelfest, das anstehende war der Anlass und stellte Bürgermeister, Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsreferent in Reih und Glied an die Tafel des Tourismuspräsidenten. Der Reichsapfel in Pfitschers Hand. Schmackhafte Worte kleideten das anstehende Apfelevent: Mit „Apfelvielfalt vom Feinsten“ würde die „Vinschger Apfelmeile“ bei den Apfeltagen in Schlanders die Besucher schlichtweg „verzaubern“. Mehr noch: Verführen, wie es einst Eva mit Adam gemacht habe.

Verführt wurde nicht. Bei den Apfeltagen gut eine Woche später haben sich die Besucher, Gäste und Einheimische, viele an der Zahl, nicht erfreuen können. Kein Apfel sei im ganzen Dorf zu sehen gewesen, außer einer, ein löchriger aus Plastik oder Pappmache und der könne wohl kaum gezählt werden. Und auch sonst habe nichts auf ein Apfelfest hingedeutet. Die Organisatoren, so wurde gemunkelt, hätten die 5. Schlanderser Apfeltage mit dem Schützenfest verwechselt, haben sozusagen einen  Sündenfall, einen organisatorischen,  begangen.

Sündenfälle, organisatorische, hat’s mehrere gegeben im Vorfeld. Einer sei „pars pro toto“, als Teil für das Ganze, erwähnt. Die Bäuerinnen von Schlanders, die wollten die Besucherinnen und Besucher der Schlanderser Apfeltage mit Apfelstrudel, Apfelkuchen oder Apfelkiachl erfreuen, sie sozusagen in die kulinarische Welt des Apfels entführen und zur Apfelmeile mit Apfelvielfalt vom Feinsten beitragen.

Nein, hieß es dazu von den Organisatoren. Einen Apfelsaft, den dürften die Schlanderser Bäuerinnen aufschenken, aber doch keine kulinarischen Köstlichkeiten zubereiten. Das fehle ja noch, wo kämen wir denn hin, wenn da jeder meint etwas tun  zu müssen. Dann wären da womöglich noch Apfelkisten mit Informationen über Europas größtes zusammenhängendes Anbaugebiet in der Fußgängerzone verteilt oder eine fotografische Ausstellung, der Apfel von der Blüte bis zur Ernte, in den Schlanderser Schaufenstern zu bewundern, ein Kerngehäuse mit Spaß und Spiel für Kinder … (ap)

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Tourismus & Landwirtschaft reichen sich die Hand

22. Juni 2010 Kommentare aus

Landesrat Thomas Widmann, Projektträger Petra Gamper und Karl Perfler sowie Landesrat Hans Berger (Bild: EOS)

Tourismus und Landwirtschaft reichen sich die Hand“, das ist das Motto eines Pilotprojekts, das nun an den Start geht. Unter dem Schlagwort „ApfelLiebe“ sollen Gastgeber – also Hotels, Pensionen und Privatzimmervermieter – animiert werden, den Gästen Südtiroler Äpfel zu schenken oder zu verkaufen. Die handlichen ApfelLiebe-Kistchen enthalten 2,2 kg, also ca. 13 Südtiroler Äpfel. Mit diesem gesunden Urlaubsmitbringsel können Gäste und Gastgeber Südtirols Berglandwirtschaft unterstützen. Denn 10 Cent pro kg Äpfel fließen in die Finanzierung von Bergbauernprojekten wie die Reaktivierung von Getreidefeldern und die Förderung von jungen Musikern, welche die Landschaft Südtirols den Menschen musikalisch näherbringen. Bereits in den nächsten Wochen wird ein erster Getreideacker am Schenner Berg angesät, im August folgt die Reaktivierung eines der höchst gelegenen Kornäcker Europas beim Bergbauernhof Finailhof in Schnals. Weitere Getreideäcker im mittleren und oberen Vinschgau und auf dem Ritten sind geplant. Das Pilotprojekt läuft von Juni bis November im Burggrafenamt an. In einer zweiten Phase soll es auf andere Tourismusregionen Südtirols ausgedehnt werden. Die ersten 50 Betriebe arbeiten bereits mit Begeisterung mit, weil sie den Kreislauf und das Kundenbindungspotential erkennen. Bei den Gästen stößt „ApfelLiebe“ auf ein äußerst positives Echo. Die Idee für dieses Projekt stammt von Petra Gamper und Karl Perfler, unterstützt wird es von der Südtiroler Apfelwirtschaft.

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Die Wege der Bauern

6. Mai 2010 Kommentare aus

Der Grundsatzbeschluss des Gemeinderates von Latsch hat es in sich: Die Zufahrtswege bzw. Güterwege zu Wiesen und Gütern sollen von Gemeindebesitz unentgeltlich in den Besitz des Bonifizierungskonsortiums Vinschgau übergehen. Sepp Kofler (Freiheitliche) und Verena Rinner (SVP) haben vergebends um eine Vertagung dieser Entscheidung gebeten. Es sei eine alte Geschichte, erläuterten BM Karl Weiss und Adelbert Linser. Bereits vor Jahren hat der damalige Gemeinderat die Güterwege freigeschrieben, auch mit dem Ziel der Übertragung. Im neuen Omnibusgesetz sei, so VizeBM Christian Stricker, eine unentgeltliche Übertragung möglich. Bisher war das nicht der Fall. Zudem gehe es darum,

Mauro Dalla Barba und Heinrich Pirhofer: nachdenklich

dass die Bonifizierung künftig nur noch Finanzierungen für Instandhaltung und Asphaltierung für jene Wege erhalte, die auch in deren Besitz sind. Gleichzeitig geht es um Haftungsfragen. Als Besitzerin ist die Gemeinde für die Sicherheit zuständig. Die Gemeinde müsste den Bauern wegen einspritzender Beregnung, wegen Schotter usw. auf die Nähte gehen. Werden die Wege auf die Bonifizierung übertragen und viele Schilder mit „Durchfahrt verboten – nur für Anrainer“ angebracht, haftet bei Unfällen der Durchfahrende.

Den Bauern die Güterwege und im Gegenzug sollen die Mischwege im Eigentum der Gemeinde bleiben oder einige von der Bonifizierung auf die Gemeinde übergehen.

Der einzige Kompromiss, der erzielt worden ist, ist, dass der „Tieftalweg“, auf Anregung von Walter Theiner, als Mischweg eingestuft werden soll.

Verwundert waren einige Räte (neben Kofler und Rinner auch Heinrich Pirhofer) darüber, dass dieser Beschluss erst bei der letzten Ratssitzung aufs Tapet gekommen ist. Verena Rinner: „Fünf Jahre lang wurde geschwiegen und nun kommt das Thema bei der letzten Sitzung vor den Wahlen.“ Vier Enthaltungen und eine Gegenstimme reichten nicht aus, den Beschluss zu stoppen. (eb)

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Vom Etsch-Dialog zur Konkretisierung

6. Mai 2010 Kommentare aus

Auf 25 Maßnahmen, die im Laufe der kommenden Jahre verwirklicht werden sollten, haben sich die rund 50 Interessensgruppen geeinigt. Die 25 Maßnahmen sind die Früchte, die in den sieben „Flussraumforen“ im Rahmen des Etsch-Dialoges herangereift sind. Ziel war und ist es, Verbesserungen im Hochwasserschutz im oberen Vinschgau, vor allem zwischen Schluderns und Laas, vorzunehmen, einhergehend eine Verbesserung der ökologischen und landwirtschaftlichen Situation, die wirtschaftliche Entwicklung im Auge behaltend und das alles einvernehmlich.

v.l.: Siegfried Pohl (Projektsteuerung), Peter Gasser (Umweltschutzgruppe Vinschgau), Markus Joos (Bezirksamt für Landwirtschaft), Rudolf Pollinger (Abteilung für Wasserschutzbauten), LH Luis Durnwalder

Einen Rückblick auf diese neue Diskussionskultur gaben vorige Woche einige Beteiligte anlässlich der Abschlussveranstaltung des Projektes Etsch-Dialog im aquaprad. Gegenseitig eine gute und fruchtbringende Zusammenarbeit bescheinigten Rudolf Pollinger, Siegfried Pohl, Markus Joos und Peter Gasser. „Wir haben mit dem Maßnahmenkatalog ein Planungsinstrument für die nächsten 15 Jahre“, sagte etwa Gasser. Pollinger erinnerte an die jüngste Zugkatastrophe im Vinschgau, an die Katastrophe von Stava vor 25 Jahren und knüpfte in der grundlegenden Zielsetzung des Etsch-Dialogs – dem Hochwasserschutz – daran an. „Die Reibungen, die es im Herbst 2009 im Flussraumforum gegeben hat, waren letztlich positiv“, sagte Joos. LH Luis Durnwalder, neben vielen BM und Vertretern der am Dialog teilnehmenden Interessensgruppen, Gast der Veranstaltung, betonte, dass Schutz und Sicherheit wichtig seien. Der Maßnahmenkatalog wird für die Erstellung von Bauleitplänen und Gefahrenschutzplänen von Bedeutung sein. Der Teufel, so Durnwalder, wird dann wohl im Detail stecken. (eb)

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