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Posts Tagged ‘Laatsch’

Sträucher an Waalen

7. April 2011 Kommentare aus

Bau der Beregnungsanlage zwischen Mals und Laatsch

Zu einigen Irritationen im oberen Vinschgau hat ein Beschluss der Landesregierung, bzw. dessen Kommunikation nach außen, geführt. Von der Landesregierung ist am vorletzten Montag das UVP-Ergebnis zum Projekt zur Errichtung der Beregnungsanlage für die Untere Malser Haide in den Gemeinden Graun, Mals und Glurns gutgeheißen worden. „In dieser UVP sind auch eine ganze Reihe von Ausgleichsmaßnahmen für die Umwelt vorgesehen“, betonte LH Luis Durnwalder.

Der Amtsdirektor des Amtes für Umweltverträglichkeitsprüfung, Paul Gänsbacher, präzisiert auf Nachfrage des „Vinschgerwind“, dass es sich bei dieser UVP nicht um ein neues Projekt handelt. Das Beregnungsprojekt wurde bereits 2005 samt UVP genehmigt, mit Ausgleichsmaßnahmen für die Natur, Bepflanzungen mit Hecken und Sträuchern etwa. Weil sich herausgestellt hat, dass einige Flächen für eine vorgesehene Heckenbepflanzung nicht zur Verfügung stehen, mussten Änderungen vorgenommen werden. Das Bonifizierungskonsortium hat nun ein Detailprojekt für diese Bepflanzungen, für die Ausgleichsmaßnahmen, eingereicht. Dieses Detailprojekt wurde einer UVP unterzogen. Im Zuge dieser neuen, kleinen UVP wurde zwischen dem Amt für Landschaftsökologie und dem Bonifizierungskonsortium Vinschgau ausgehandelt, dass zusätzlich zu anderen Flächen an den vier Hauptwaalen Hecken und Sträucher gepflanzt werden sollen. Die Hauptwaale sind mit einer bestimmten Wasserdotation, so Gänsbacher, zu betreiben und zu erhalten. Nun kommen Stäucher hinzu. „Dies wird landschaftlich einen gewissen Effekt haben“, sagt Gänsbacher. Der Verlauf der Waale wird, abgesehen von nötigen Vegetationsstreifen für Flora und Fauna, mit den Hecken von Weitem mahnend und erinnernd sichtbar. (eb)

 

 

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Wir sind Fraktionisten

33 Fraktionen, die von einem Komitee verwaltet werden, gibt es zwischen dem Reschen und der Töll. Sie hüten Gemeinnutzungsrechte, die aus dem Mittelalter stammen und heute allen Bürgern zustehen. Ursprünglich ging es um Holz, Weide und Almen. Die Zeiten ändern sich und sie ändern sich rasch: Marmorbrüche, intensiv genutzte ehemalige Weiden und jüngst der Appetit auf satte Erlöse aus der Stromwirtschaft katapultieren die Fraktionen in die Neuzeit. Neuwahlen dieser Komitees stehen demnächst an.

von Erwin Bernhart

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Begehrlichkeiten

10. Februar 2011 Kommentare aus

„Heiliger Martin hilf beim Teilen!“: St. Martinskirche in Zerza

In der Gemeinde Mals wird um die Beteiligung an den E-Werken, genauer um jenes im Zerzatal und um jenes am Arunda-bach, hart gerungen. Beim Werk in Zerza fordert die Fraktion Burgeis als Grundbesitzerin unter Fraktionsvorsteher Florian Punt forsch 51 Prozent Beteiligung. In der Vergangenheit waren die Burgeiser bei einer mündlichen Absprache noch mit 30 Prozent einverstanden. „Da hatten wir noch keine Ahnung und viel zu wenig Informationen“, sagt Punt dem „Vinschgerwind“.  Punt spricht vom Vorbild der Fraktion Planeil, die sich eine annehmbare Beteiligung herausverhandelt habe. 2,6 Millionen Kilowattstunden soll das Werk am Zerzabach liefern und rund 250.000 Euro pro Jahr in die Kasse spülen. Der Malser BM Ulrich Veith ist konsterniert. „Wenn ein Handschlag nicht mehr zählt…“, ärgert sich Veith. Veith und der Burgeiser Gemeindereferent für Tourismus, Joachim Theiner, argumentieren so, dass die 70-Prozent Beteiligung der Gemeinde der Touristik und Freizeit AG bzw. dem Watles zugute kommen soll, von dem wiederum die Burgeiser als größte Bettenburg der Gemeinde Mals am meisten profitieren. „Diesen Vorschlag hat die Arbeitsgruppe Energie gemacht und der muss noch im Gemeinderat diskutiert werden“, sagt Veith. Theiner: „Was kann man dagegen haben, wenn das Geld indirekt den Burgeisern wieder zugute kommt. Wir wollen über die Touristik und Freizeit AG den Watles auf eigene Beine stellen. Der Gewinn aus dem Strom am Zerzabach ist ein Schritt in diese Richtung.“ Gerhard Malloth, Ausschussmitglied der Fraktion und gleichzeitig Präsident der Ferienregion sagt, dass die Fraktion Burgeis die Mehrheit haben müsse und 49 Prozent für den Watles genügen müssten. Am vergangenen Dienstag hat eine weitere Verhandlung stattgefunden – mit möglicherweise ungewissem Ausgang.

Anders verhält es sich bei dem Konzessionsansuchen am
Arundabach. Dort suchen die Fraktion Schleis und die Alminteressentschaft der Laatscher Alm um die Konzession an und die Partner brauchen nur noch das Auflagenheft zu unterschreiben, um die Konzession zu erhalten. An dieser Konzession möchte auch die Gemeinde Mals beteiligt sein und fordert ihrerseits eine Beteiligung von mehr als 50 Prozent, auch im Hinblick auf die Gründung einer Energiegenossenschaft. „Es war schon ausgemacht, dass 28 Prozent die Fraktion Schleis und 17 Prozent die Laatscher Interessentschaft erhalten sollen“, sagt Veith. Fast 3 Millionen Kilowattstunden sollen über den Arundabach gewonnen werden. Albert Hutter, der Obmann der Alminteressentschaft, kann dieses vehemente Drängen nicht ganz nachvollziehen. „Mit einer 35-Prozentbeteiligung wäre die Alminteressentschaft zufrieden“, sagt Hutter. Die restlichen 65 Prozent könnten sich die Fraktion Schleis und die Gemeinde Mals aufteilen. (eb)

 

 

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Alp-Käse von hoher Qualität

18. November 2010 Kommentare aus

Konzentration bei der Verkostung. Mit von der Partie waren heuer erstmals die Imker um Robert Gander: Synergien entstehen

Der Käse der Vinschger Milchviehalmen ist von hoher Qualität. Das unterstrichen die Fachexperten kürzlich bei der 20. Alpkas-Verkostung in Laatsch nachdem sie 25 Käsesorten gekostet und mit Hilfe eines Punktesystems bewertet hatten. Einen Schwerpunkt setzten die Juroren auf  die geschmackliche Komponente. Die Sieger zu küren fiel angesichts der Ausgeglichenheit der Produkte äußerst schwer. Nach eingehender Diskussion setzten Experten den Käse der Melager Alm (Senn Egon Folie) auf Platz eins. Dahinter folgt jener der Prader Alm (Sennin Brigitte Raich) und der Rescher Alm (Sennin Petra Gerwers). Das Publikum hob den Käse der Rableid Alm im Pfossental auf Platz eins. Neben der Kür der Sieger zählten die Ehrung verdienter Almverantwortlicher und Mitarbeiter. Zu den Gratulanten zählten neben Markus Joos vom Bezirksamt für Landwirtschaft, LH Luis Durnwalder, LA Sepp Noggler, BB-Bezirksobmann Andreas Tappeiner und Albert Hutter als Ausrichter der Veranstaltung. Ein besonderer Dank bei der Jubiläums-Verkostung ging an den Berater Bertram Stecher, der sich seit Jahren im Auftrag des Südtiroler Sennerei Verbandes um Qualitätssteigerung bemüht und den Senninnen und Sennern wertvolle Tipps gibt. Erste Aufbauarbeit hatte Oswald Thöni geleistet.

Für Erheiterung sogte der Sketsch „Bauer sucht Frau“  mit Rosina Spieß und Adalbert Fliri. Stimmung machte einer Bläsergruppe der Musikkapelle Laatsch. (mds)

 

 

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Das Leben und die Musik des „Storchn Lois“

18. November 2010 Kommentare aus

Ein Ständchen in memoriam des „Storchn Lois“ in Laatsch von dessen Urenkelin Franziska Telser und Gernot Niederfriniger

Vor 40 Jahren starb der legendäre „Storchn Lois“. Alois Federspiel, so sein Name, (geb. 1905), war nicht nur ein geschickter Pferdehändler, sondern auch ein begnadeter Musiker. Beherzt spielte mit er mit seiner Ziehharmonika auf, als Alleinunterhalter und in einer Gruppe. Fachleute zählen ihn zu den Besten seiner Zeit. Mehrere von ihm gespielte Stücke sind in der „Quellmalz-Sammlung“ festgehalten. Andere wurden von Ziehharmonika-Spielern überliefert. Nun haben der Musiker Gernot Niederfriniger und der Historiker Andreas Paulmichl dem „Storchn Lois“ eine Broschüre gewidmet. Paumichl stöberte in Pfarrarchiven, befragte Zeitzeugen und zeichnete den Lebensweg von Federspiel nach. Niederfriniger sammelte dessen Musikstücke und transkribierte sie. Entstanden sind zwei  Hefte mit dem Titel „Musikanten Leben Alois Federspiel vulgo Storchn Lois“, einmal als Biografie und Notenheft und einmal als Griffschrift für Harmonika. Letztere ist für Musikschüler gedacht, denen so die Möglichkeit gegeben wird, die Musik zu spielen. Und dass sie ihre Freude an den Stücken des „Storchn Lois“ haben, zeigten  Florian Blaas,  Marian Polin und Franziska Telser kürzlich bei der Vorstellung der Broschüren in Laatsch. Niederfriniger spielte mit einer originalen Ziehharmonika des „Storchn Lois“.  Unterstützt wurde die Publikation vom Referat Volksmusik, dem Österreichischen Volksliedwerk und vom Südtiroler Volksmusikkreis, bei dem die Broschüren erhältlich sind. (mds)

 

 

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„Petschlen“ und Märchen

7. Oktober 2010 Kommentare aus

Groß und Klein hörten den lebendigen Erzählungen von Roman Moser aufmerksam zu

Am Samstag, 18. September 2010 fand südtirolweit die „Lange Nacht der Museen“statt. 35 Museen haben auch heuer wieder in den Abendstunden ihre Tore geöffnet und ein buntes Rahmenprogramm für Groß und Klein geboten. Ein ungewöhnlicher Einblick in die Museen und Sammlungen des Landes konnte gewonnen werden. Es war vorwiegend die einheimische Bevölkerung, darunter sehr viele Familien und zahlreiche Jugendliche, die die seltene Gelegenheit nutzten, die Museen und ihre Schätze in dieser besonderen Atmosphäre kennenzulernen. Ein Erlebnis für alle Sinne war auch die Veranstaltung im Heimatmuseum Laatsch. Seit 2002 gibt es das Heimatmuseum in Laatsch, ein Museum des Alltags, ca. zweitausend Museumsstücke geben Einblick in die Lebensweisen, Traditionen, Bräuche und Arbeitswelt unserer Vorfahren. Spannende Märchenerzählungen mit der Familie Moser aus Stilfs fesselten nicht nur die Kleinen. Die Märchen, eingepackt in einem Bettchen aus „Petschlkernen“ mussten von den Kindern geweckt werden. Die lebendige Art des Erzählens, in Mundart, ließ die Zuhörer in die Welt der Hexen und Sagenwelt tauchen. Durch heimische Produkte wurde der Abend kulinarisch unterstrichen. (bbt)

 

 

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„Dass der Wein erfreue des Menschen Herz“

9. September 2010 Kommentare aus

Frans Van den dries und Monika Blaas beim Weintag

Die Römer, die in Laatsch ihre Spuren hinterlassen haben und das letzte Jahr durch den Bau der Beregnungsanlage ans Tageslicht getreten sind, haben sich wahrscheinlich einen Wein aus den südlicheren Gebieten des Imperium Romanum munden lassen. Anders hingegen die geladenen Gäste des 2. Laatscher Weintages, die vom köstlichen Rebensaft des kleinen sonnenverwöhnten Bio-Weingutes am so genannten „Schiaßstond“ probieren und genießen durften. Frans Van den dries, Hausherr des „Calvenschlössls“ und leidenschaftlicher Winzer hoch über der römischen Ausgrabungsstelle, die mittlerweile mangels finanzieller Mittel wieder zugeschüttet wurde, lud am 26. August bei herrlichem Sommerwetter in seinen gepflegten Weinberg. Insgesamt wurden zwei verschiedene Weißweine und drei Rotweine verkostet, die aus den Rebsorten Solaris, Cabernet Jura und Marchal Foch gewonnen werden. Die Weine vom „Calvenschlössl“ tragen alle Laatscher Flurnamen aus der Umgebung des auf 1.000 m Seehöhe gelegenen Weingutes, wie „Goldboden“, „Falzeron“ oder „Eichkopf“, nur der „Sari“ ist nach der St.-Cäsariuskirche unterhalb des Weinberges benannt. Den „Eichkopf“ 2009 widmete Frans Van den dries dem 2008 plötzlich verstorbenen „Mala-Peppi“, der eine große Freude hatte, dass in Laatsch tatsächlich Wein gedeiht. Die pilzresistenten Rebstöcke wurden 2004 gepflanzt und 2007 wurde der erste Wein gemacht. Damals betrug die Produktion lediglich 30 Flaschen. Mittlerweile wuchs sie auf 600 Flaschen an. Für die musikalische Umrahmung zwischen der Verkostung der einzelnen Weine, die von der Sommeliére Ingrid Egger vorgestellt wurden, sorgten die Bläsergruppe der Musikkapelle Laatsch, die Big Band Mals und der „Zommenlouser-Viergesang“ aus Tramin, der mit passenden Liedern zum Thema „Wein“ die illustre Gästeschar unterhielt. Bleibt nur zu hoffen, dass die Leidenschaft und die Hingabe zum Wein dem rührigen Winzer noch lange erhalten bleibt, aber wenn man zu Fuß über die „Promenade“ zum Weingut gewandert ist und die beachtliche Erweiterung des Weinbergs sah, braucht man in dieser Hinsicht wohl keine Angst zu haben. Vielleicht etabliert sich der Laatscher Weintag sogar zu dem gesellschaftlichen Ereignis des Jahres in der näheren und weiteren Umgebung. (pa)

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