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Archive for the ‘Leserbriefe’ Category

Leserbriefe 7/11

7. April 2011 Kommentare aus

Schicksalszug:

Emotionales Jahr!

Am 12. April, vor einem Jahr, passierte das schreckliche Zug-unglück, bei dem 9 Menschen ihr wertvolles Leben verloren haben. Darunter auch Judith Tappeiner aus Schlanders, eine sehr gute Freundin unserer Tochter. Dass sie nicht mehr bei ihr ist, schmerzt sie furchtbar. Nachdenklich erzählt sie uns immer wieder von der gemeinsamen schönen Zeit. Auch alle anderen Freundinnen vermissen Judith sehr.

Am 22. Februar wäre sie 21 Jahre alt geworden. Dieser Tag war auch Anlass für Judiths Eltern, alle Freundinnen zu sich einzuladen und gemeinsam an sie zu denken.

Die Erinnerung lässt sie es tragen, im Herzen ist Judith bei ihnen. Die Erinnerung an vergangene Tage tut weh, und doch hilft sie ihnen.

Es gelingt ihnen manchmal ein Lächeln, doch die Erinnerung tröstet sie nicht, denn gleichzeitig fließen Tränen über ihre Gesichter.

Es wird nie mehr so sein, wie es war. Die Zeit heilt nicht alle Wunden, sie lehrt uns nur mit dem Unbegreiflichen zu leben. Ich wünsche Judiths Eltern, ihrem Bruder und allen, die bei diesem Schicksalsschlag einen lieben Menschen verloren haben, viel Kraft und die Hoffnung auf ein Wiedersehen dort oben im Himmel!

Evi Spechtenhauser Fiegele, Laas

 

Breitband-Offensive:

8,2 Millionen Euro für 45 Glasfaser-Strecken

Wie der Landespressedienst am Dienstag, 29. März 2011 mitteilt, hat die Landesregierung für den Ausbau des Breitbandnetzes 8,2 Mio. Euro bereitgestellt.  Zitat Landesrat Mussner: „Wir vernetzen Sürdtirol“. Die Gemeinde Mals verfügt schon seit Jahren  über Vernetzung durch Glasfaserkabel. Bis heute müssen sich die Bürger allerdings des Funk-Internets bedienen, da das Breitband nicht aktiviert ist. Für viele Unternehmen ein grober Wettbewerbsnachteil!

Während sich die Landesregierung über Abwanderung wundert und über teure Tourismuskonzepte nachdenkt, würden sich die Malser Bürger schon freuen, wenn sie internetmäßig aus dem „Mittelalter“ abgeholt würden!

Stecher Peppi

Gemeinderat, Mals

 

*beigefügtes E-Mail

Sehr geehrter Herr Stecher,

im Auftrag von Ressortdirektor Dr. Gianfranco Jellici teile ich Ihnen mit, daß Glasfaserkabel zwar installiert worden sind, diese aber bereits von der Sanitätseinheit und versch. Landesämtern sowie Schulen des gesamten Vinschgaues benutzt werden. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie in der Informatikabteilung der Provinz.

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Obexer

 

 

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Leserbriefe 5/11

24. März 2011 Kommentare aus

–Ausgerockt

Der ansonst gewohnten Tiefe und Hintergründigkeit der Vinschgerwind-Recherchen muss im Artikel „Ausgerockt“ (Vinschgerwind 5-11) nachgeholfen werden:

Als 2005 die Entscheidung fiel, das Mountainbike-Testival vom Schweizer Lenzerheide nach Latsch zu verlegen, zählte das veranstaltende „Mountainbike-Magazin“ in der Schweiz grade mal 65 Teilnehmer. Tendenz seit Jahren rückläufig und mitunter Hauptgrund, das Testival zu verlegen. In den 5 Jahren, in denen das Testival dann in Latsch stattfand, konnte die Teilnehmerzahl jährlich bis auf 200 gesteigert werden. Nicht genug: Einige Gastbetriebe in und um Latsch verzeichnen seitdem abseits des Testivals lt. eigenen Angaben 30% und mehr Biker unter ihren Gästen. Herkunft: vornehmlich Deutschland. Unter diesen Gästen befinden sich, wie die Dauerpräsenz des Bikereviers Vinschgau im Mountainbike-Magazin vermuten lässt, auch zahlreiche Redakteure des Magazins selbst, die immer wieder zu Tests oder für Reisegeschichten in den Vinschgau kommen. Die Verlegung des Testival-Ortes ins Eisacktal hat dem Interesse der Mountainbike-Redakteure an Latsch und Umgebung keinen Abbruch getan (siehe mehrseitiger Testbericht aus Latsch im Mountainbike-Magazin 03/2011).

Im Gegenteil: Mountainbike-Magazin-Redakteur Ralf Glaser hat in den letzten Tagen zusammen mit dem Vinschger Martin Gruber das 148 Seiten starke „TrailsBook Vinschgau“ auf den Buchmarkt gebracht. Der ehemalige Vize-Chefredakteur Thomas Schlecking, der 2005 das Testival nach Latsch verlegte, wird Anfang Juli 2011 die nunmehr zweite Auflage seines MTB-Events „Trailtrophy“ in Latsch veranstalten.

Letztlich würden sich die Bikeredakteure kaum für Latsch und den Vinschgau interessieren, täten es nicht deren Leser. So fand das „Mountainbike-Magazin“ in seiner Leserwahl heraus, dass der Vinschgau in der Gunst der Leser mittlerweile auf dem Niveau des Dauerbrenners Gardasee ist. In den Befragungen der Jahre vor dem Testival schaffte es der Vinschgau knapp unter die 10 beliebtesten Bikeregionen Italiens.

Seine Aufgabe für den Vinschgau hat das Testival erfüllt. Es ist, wie hier unschwer zu erkennen ist, ein sehr nachhaltiges Event für den Vinschgau geworden, dessen Wertschöpfung und Berichterstattung weit über jener des Testivals in Latsch hinaus geht. Nun liegt es an den Touristikern im Tal, den immer noch wehenden Fahrtwind der vergangenen Mountainbike-Testivals weiter zu nutzen, das Bikeangebot im Vinschgau weiter zu professionalisieren und zu bewerben.

„Ausgerockt“, wie Herr Bernhart es vermutet, hat es sich im Vinschgau deshalb in puncto Mountainbike noch lange nicht.

Kurt Ratschiller

Südtirol Marketing Gesellschaft (SMG)

 

Verwunderung

Verwundert über Wunderer zeigt sich der ehemalige Gemeindesekretär von Schluderns, Konrad Raffeiner, über die Aussage des Herrn Georg Wunderer im Artikel „Verwunderter Wunderer“ – „Vinschgerwind“-Ausgabe vom 10.03.2011 – in Zusammenhang mit dem Beschluss des Gemeindeausschusses von Schluderns Nr. 329 vom 7.12.2010, wo ihm (dem Gemeindesekretär) vorgeworfen wird, im besagten Beschluss „Blödsinn“ geschrieben zu haben, wenn er von der Erstellung der Umweltverträglichkeitsstudie und des Einreicheprojektes für das Bauvorhaben „Errichtung eines Windparks im Burgeiser Marein und Unter Teschg“ schreibt und nicht von der Umweltverträglichkeitsstudie alleine. Tatsache ist, dass der von der Miteigentumsgemeinschaft Marein beauftragte Techniker Dr. Ing. Erwin Gasser in seiner Rechnung Nr. 54 vom 13.10.2010 als Zahlungsgrund „1° Akontorechnung für die Erstellung der Umweltverträglichkeitsstudie und des dazugehörigen Einreicheprojektes für das Bauvorhaben Windpark Burgeiser Marein und Unter Teschg“ anführt.

Ebenso führt das E-Werk Prad, dessen Präsident Herr Georg Wunderer bekanntlich ist, in seiner Rechnung N.2932 vom 21.10.2010 an die Gemeinde Schluderns als Zahlungsgrund für den 6%igen Miteigentumsanteil – bezogen auf die vorhin erwähnte Rechnung des Technikers Gasser – „1. Akontorechnung für die Erstellung der Umweltverträglichkeitsstudie und des Einreicheprojektes für das Bauvorhaben Windpark Burgeiser Marein und Unter Teschg“ an.

Es bleibt somit dem Leser überlassen, wer Blödsinn geschrieben und wer Blödsinn gesagt hat.

Konrad Raffeiner,

Schluderns

 

Windkraftfreie Zone – ist das überhaupt vertretbar?

Mit einigem Grübeln verfolge ich in letzter Zeit den ganzen Wirbel, der um die Windkraftanlagen in Südtirol gemacht wird. Wenngleich auch ich bei dem Gedanken an einer mit Windrädern gespickten Landschaft Bauchweh bekomme, frage ich mich trotzdem: Können wir es uns heutzutage überhaupt leisten eine Energiequelle abzulehnen, die Strom produziert ohne dabei giftige Abgase oder Atommüll zu erzeugen und deren Finanzierung zudem schon gesichert wäre? Fakt ist, dass wir uns schon besser heute als morgen von der Ölabhängigkeit verabschieden sollten.

Es gibt Menschen, die immer noch mit der festen Überzeugung leben, dass die Umweltverschmutzung durch die fossilen Abgase nur ein Hirngespinst der „Grünen“ sei. Doch auch diese Bürger können sich nicht vor der Tatsache verschließen, dass das Erdöl immer teurer wird, und nicht unbegrenzt zur Verfügung steht. Und wenn wir nach Alternativen zu Öl suchen, dürfen wir wahrscheinlich leider nicht all zu wählerisch sein.

Denn der zu ersetzende Energiebedarf wird gigantisch sein! Nehmen wir als kleines Beispiel einen voll beladenen Durchschnitts-LKW, der mit 44 Tonnen die Malser Haide erklimmt. Wenn dieser Vollgas gibt (was er bei dieser Steigung tun muss), leistet der Motor ca. 310 Kilowatt (420 PS). Ein normaler Haushalt hat zum Vergleich 3,3 Kilowatt Stromanschluss zur Verfügung. Sollte also in naher Zukunft tatsächlich eine Technik zur Verfügung stehen, die es ermöglicht, den ganzen Verkehr ohne fossile Brennstoffe anzutreiben, dann werden wir wahrscheinlich alle Windräder, Wasserwerke und einiges mehr noch notwendig brauchen. Dabei ist der Verkehr nur einer von vielen Bereichen, die vom Erdöl abhängig sind.

Ich fürchte, da hilft es auch nichts zu argumentieren, dass wir in Südtirol ohnehin genug erneuerbare Energie für den Eigenbedarf produzieren. Wenn unsere Nachbarregionen Atomkraftwerke bauen, die dann in die Luft gehen, sind wir genauso die Leittragenden, wie die dortigen Einwohner. Wir werden uns wohl oder übel mit dem Gedanken anfreunden müssen, dass erneuerbare Ressourcen vorhanden sind.

Helmut Bayer, Morter

Malser Haide

Japan – eine unfassbare Katastrophe! Einmal mehr wird klar: Nicht die Kernenergie, sondern die regenerativen Energien sind die Zukunft!

Die atomare Katastrophe in Japan als Anlass für unsachlich-polemische Aussagen zu missbrauchen, wie letztens öfters zu hören war, lehnen wir strikt ab. GEGEN die Windkraftanlage auf der Malser Haide zu sein, bedeutet NICHT FÜR Atomenergie zu sein oder sie gar zu verantworten! Wer dieses Windkraftwerk ablehnt, ist auch kein Gegner regenerativer Energie! Genauso wenig wie Hausbesitzer ohne Photovoltaikanlage. Jedoch: Standorte für WKA sind genau zu prüfen! In der Nähe von Wohnsiedlungen haben sie nichts zu suchen! Eine einzigartige Kulturlandschaft und Bannzone sind vor Zerstörung und spekulativem Raubbau zu schützen! Die wirtschaftliche Grundlage der Bevölkerung darf nicht gefährdet werden! Außerdem: Die Windverhältnisse auf der Malser Haide sind nicht ideal, das wurde durch die Landesregierung bestätigt.

Hier geht es nicht um die „Einsicht der Bürger“ (Zitat Gostner, Windkraftunternehmer aus Bozen, ST heute/18.03.), sondern um die EINSICHT DER WINDKRAFTBETREIBER! Die Erfahrungen vieler Betroffener und Studien belegen, dass es gute Gründe gibt, eine WKA abzulehnen. Nicht umsonst haben Befürworter einer WKA auf der Malser Haide oft zugegeben, selbst NICHT in deren Nähe leben zu wollen.

Windkraft ist eine Alternative zu Atomstrom. Aber mit dem Reschenstausee, den vielen Wasserkraftwerken u. a. stellt der obere Vinschgau auch ohne Windräder ein großes Potential an regenerativer Energie. Außerdem könnten viele Atomkraftwerke allein durch Energieeinsparung abgeschaltet werden!

Übrigens: Herr Alfons Wallnöfer schlägt vor, „3-4 Windräder anders zu positionieren, weniger sichtbar von St. Valentin aus“ (Vinschger10/11). Die Bewohner von Alsack, Ulten und Burgeis würden es Ihnen nicht danken!

Die Bürgerinitiative

Malser Haide

Tag der Frau 2011!

Passend zum „Tag der Frau“ hat die Beirätin für Chancengleichheit berichtet, dass alle Baukommissionen im Lande nun auch mit mind. einer Frau besetzt sind. Alle Baukommissionen? Nein!

Die Baukommission der Gemeinde Mals ist noch fest in Männerhand. Obwohl der Gemeindeausschuss mit zwei starken Frauen, Vizebürgermeisterin Tschenett Sibille und Referentin Januth Marion  besetzt ist, hat sich das Gleichstellungs- und Frauenförderungsgesetz vom 08.03.2010 scheinbar noch nicht durchgesetzt.

Abgesehen davon, dass alle befassten Beschlüsse der Baukommission null und nichtig wären, wollen wir dich hoffen, dass bis zum nächsten Tag der Frau 2012 die Gemeindeverwaltung von Mals der gesetzlichen Pflicht nachkommt und die Baukommission dann ein wenig weiblicher wird!

Stecher Peppi, Gemeinderat „Freie Wähler“, Mals

 


 

Leserbriefe 4/11

24. Februar 2011 Kommentare aus

Stilfserjoch-Nationalpark

LR Laimer sichert dem Bezirk Mitspracherecht zu

Kürzlich traf sich die SVP Bezirksleitung des Vinschgaus zu einer erweiterten Sitzung. Gemeinsam mit den SVP Bürgermeistern der Nationalparkgemeinden und Umweltlandesrat Michl Laimer befasste sich die Bezirksleitung mit der Dreiteilung der Stilfserjoch-Nationalparkverwaltung und insbesondere mit den anstehenden Maßnahmen. Landesrat Laimer berichtete ausführlich über den derzeitigen Stand der Dinge und sicherte sowohl der Vinschgauer Bezirksleitung als auch den betroffenen Nationalparkgemeinden Mitspracherecht bei der Ausarbeitung der nächsten Schritte zu. „Drei Vertreter unseres Bezirkes sollen Mitglieder der Arbeitsgruppe werden, die vom Land zur Ausarbeitung der nächsten konkreten Umsetzungsmaßnahmen ins Leben gerufen wurde“, fordert Bezirksobfrau Roselinde Gunsch Koch in Absprache mit dem Präsidenten der Bezirksgemeinschaft Andreas Tappeiner.

Mit der Durchführungsbestimmung zur Dreiteilung der Stilfserjoch-Nationalparkverwaltung ist die Verwaltung des Südtiroler Parkanteils endlich an das Land übergegangen. „Über Jahrzehnte haben wir dafür gekämpft, dass dieser Park, der uns unter dem Faschismus aufgedrängt worden war, in heimische Hände zurückgegeben wird,“ so Senator Manfred Pinzger, der die Verhandlungen in Rom begleitet hat.

Oberstes Ziel ist es nun, den Stilfserjoch-Nationalpark endlich unserer Bevölkerung näherzubringen und daher muss eine konkrete Mitsprache bei den Entscheidungen gewährleistet werden. Dies sichert Parteiobmann Landesrat Richard Theiner zu. Weiters wurde bei der Sitzung über die Verkehrsproblematik des Vinschgaus beraten. Es wurde erneut betont, dass der Verwirklichung der Umfahrung Kastelbell-Tschars – entsprechend des Bautenprogramms des Landes – absolut Vorrang einzuräumen ist. „Bei der nächsten Bezirksleitungssitzung im März werden wir darüber eingehend mit Bautenlandesrat Florian Mussner diskutieren“, kündigt Gunsch Koch an. Landesrat Mussner habe bereits seine Teilnahme an der nächsten Bezirksleitungssitzung zugesichert.

Pressemitteilung der

SVP-Bezirksleitung

 

 

„Italien kennt nur 5. Jahreszeit“

Als Karneval, Fastnacht oder Fasching (auch fünfte Jahreszeit) bezeichnet man verschiedene Bräuche, mit denen die Zeit vor dem Aschermittwoch in Ausgelassenheit, Fröhlichkeit und überschäumender Lebensfreude gefeiert wird. Auf dieser Grundlage schließe ich daraus, daß die italienische Politik anscheinend nur diese fünfte Jahreszeit zu kennen scheint.

Weithaler Dietmar,

Partschins

 

 

Prader Heckenpflege: Nach 5 Jahren wieder Fetzen geflogen!

Mehr als 1.200 Tierarten leben in unseren Hecken, darunter zahlreiche Nützlinge. Gerade deshalb werden im Rahmen des Vertragsnaturschutzes die Neupflanzung und die Pflege von Hecken durch Landesbeiträge gefördert. Die ökologische Bedeutung der Hecken als Lebensadern unserer Landschaft ist unumstritten. Viele Hecken gibt es im Vinschger Talboden sowieso nicht mehr. So bietet beispielsweise der zum Teil sehr schmale Uferbereich des Lichtenberger Grabens nur spärlichen Raum für diese Juwele unserer Kulturlandschaft.

Vor einigen Tagen wurden die Strauch- und Baumhecken entlang des Lichtenberger Grabens und seiner Seitengräben maschinell regelrecht zerfranst. Wir haben jegliches Verständnis, dass Hecken, die an befahrenen Straßen und Wegen wachsen, zwischendurch einen Rückschnitt benötigen. Eine derartige Schädigung von Hecken und Bäumen kann jedoch niemals gutgeheißen werden und dies nicht nur, weil Prad gerade auch Nationalparkgemeinde ist. Ein ähnliches Bild der Verwüstung wurde von denselben Verantwortlichen im Jahre 2005 am Mühlbach im Prader Feld hinterlassen. Ein damaliger Beschlussantrag der Liste FÜR PRAD, der die Verurteilung dieses Umweltfrevels durch den Gemeinderat anstrebte, wurde von diesem mehrheitlich abgelehnt. Die Begründung des Gemeindeausschusses lautete: „Wir wollen keine Verurteilung, sondern eine positive Wirkung erzielen!“ Wie man nun leider feststellen muss, hat diese Haltung zu keinerlei Einsicht bei den Verantwortlichen geführt.

Die Liste FÜR PRAD richtet an die zuständigen Behörden eindringlich den Appell, zukünftige Pflegemaßnahmen mit der erforderlichen Fachkenntnis und Sensibilität durchzuführen.

Pressemitteilung der Liste „Für Prad“, Udo Thoma

 

 

Leserbriefe 3/11

10. Februar 2011 Kommentare aus

„Nicht das drin, was draufsteht“

Wir waren unterwegs als Familie (Kinder,Hund) und voller Erwartungen nach Rabland zur wohlbekannten Eisenbahnwelt. Laut(ere) Werbung: 3 Etagen Erlebnis, große Kinderspielecke, kinder- und familienfreundlich. Werbung ist nicht gleich Realität.

Realität: Die 3 Etagen muss man auf 1 kürzen, die große Kinderspielecke beschränkt sich auf gut geschätzte 3 Quadratmeter mit keinen Besonderheiten und die Freundlichkeit ließ in jeder Hinsicht zu Wünschen übrig.

Ein „griast enk“ oder sonstige Begrüßung fiel aus, man ging gleich zur Tagesordnung über. Ein energisches “nichts anfassen“ oder „runter hier“ kam von der Empfangsdame gegenüber den kleinen Kindern. Der Hund wurde gleich sprichwörtlich nach draußen verbannt, obwohl er nicht größer ist als eine Katze. So ging es im nächsten Stock weiter, diesmal war der zuständige „Eisenbahn-Freund“ ein Herr.

Familien- und Kinderfreundlichkeit wird bei den Eisenbahnfreunden wohl anders verstanden! Meiner Meinung nach sollten Einrichtungen wie diese kinderfreundlich gebaut werden oder die Werbung muss heißen für Kinder ab 14. Fazit: „Es steckt nicht das drin, was draufsteht“.  Wie bei Lebensmitteln kann man diesen Satz exakt auf die Eisenbahnwelt umwälzen. Danke für das einmalige Erlebnis.

Name der Red. bekannt

 

„Dieses Projekt darf nicht realisiert werden!“

Alsack! Das war ein ruhiger, beschaulicher Ort – bis in unmittelbarer Dorfnähe (ca. ½ km entfernt), still und heimlich, ohne (wie versprochen) die Bevölkerung zu fragen, ein ca. 100 m hohes Windrad aufgestellt wurde! Seitdem hat sich vieles zum Negativen verändert:

– Sich im Freien aufzuhalten ist nicht gerade erholsam, wenn man dieses nervtötende Gesurre und Gedröhne vernimmt!

– Nachts muss man die Fenster schließen, damit man schlafen kann!

– Jeden Tag den Blick auf dieses riesige, nicht zu übersehende Ungetüm werfen zu müssen, das tut weh!

– Der Wert der Häuser ist jetzt schon gesunken!

– Alsack ist sicher nicht attraktiver geworden!

Das sind andere Fakten! „Nur ein Probebetrieb“, so wurden wir jahrelang beschwichtigt. Jetzt soll aus diesem Probebetrieb ein Windpark mit noch größeren und noch höheren Windrädern gebaut werden. Wenn ich mir das vorstelle, dann mache ich mir ernsthaft Sorgen um unsere Zukunft hier im Obervinschgau! Erst eins, dann zwei, dann sechs oder sieben, dann… Wo wird das enden? Dieses Projekt darf nicht realisiert werden! Die beiden bestehenden Windräder müssen beseitigt werden, damit die Bevölkerung hier endlich wieder in Ruhe leben kann und nicht der „sauberen“ Energie geopfert wird!

Für die Dorfgemeinschaft Alsack, Kofler Hedwig, Alsack

 

die trotzdem logik

die trotzdem- logik des herrn y  („Vinschgerwind“ Nr. 2/11) kann weitergeschrieben werden. alle psychologen wissen, dass kinder welche in gesunden familien, wo mutter und vater zeit und geborgenheit schenken, weniger schulprobleme haben, emotional ausgeglichener sind und trotzdem fordert man immer mehr kitas. schulgemeinschaften fangen an, für  ganztagsschulen werbung zu machen. kinder dürfen nicht mehr kinder sein, sie dürfen nicht mehr frei spielen, ihr tagesablauf muss von morgens bis abends verplant sein. man jammert über zuviel morgenverkehr in schul- und kindergartennähe und  trotzdem bringt die liebe mutti ihren prinz oder ihre prinzessin wegen biologischem essen oder „besseren lehrern und arbeitsmaterialien“ von a nach b, von b nach a, von c nach b usw.. trotz arbeitsgruppen zur aufwertung von stadt- und dorfkernen, trotz gedenkfeiern für johann evangelist holzer, paul flora  und karl  plattner baut man betonmauern und stellt schwarze betonkisten mitten in dorfkerne. man zerstört harmonische dorf- und stadtbilder, erweitert ein kulturhaus mit einer plastikfolie und lässt diese dann vom winde verwehen. viele sehen es, aber schweigen, weil,  ja weil…

Name der Red. bekannt

 

 

Leserbriefe 2/11

27. Januar 2011 Kommentare aus

Kein Windpark auf der Malser Haide!

Im Jahre 2003 begann das Projekt Leitwind. Die Zusage, das Windrad nach einer Erprobungsphase wieder abzubauen, sollten sich die Bürger immer noch dagegen aussprechen, ließ kritische Stimmen verstummen. Zwei Jahre später stand das zweite Windrad. Vom Abmontieren redete niemand mehr.

2010 wurden bereits konkrete Schritte für die Realisierung eines Windparks gesetzt. Die Bevölkerung wurde nicht gefragt.

Fachleute im Bereich alternativer Energiegewinnung wissen es besser.

Sie wissen viele Menschen zu überzeugen, kennen vor allem die Vorteile und wissen um die Geldsummen, die erwirtschaftet werden.

Keine Frage, für viele Menschen ist dieser – zumindest bei uns hier neue Wirtschaftssektor – ein riesiges Gewinnpotential, Arbeitsbeschaffung und sogenannte saubere Energie.

Es ist nicht allzu schwer, Nichtkennern der Materie mehr zu erzählen und zu versprechen, als in Wirklichkeit eigentlich der Fall ist. Die Vorteile von Windanlagen werden höher gehoben, als sie sind.

Doch die vielen Nachteile, die Windräder auch mit sich bringen, werden nicht gerne genannt.

Das Landschaftsbild stört anscheinend nur die direkt Betroffenen. Dass auch der Tourismus in diesem Gebiet nachhaltig darunter leiden wird, wird als unglaubhaft abgetan.

Dass kleine Alpenregionen bei Weitem mehr an den Auswirkungen durch die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes zu leiden haben als zum Beispiel menschenleere Gebiete am Meer, wird vergessen.

Dass von den akustischen Auswirkungen der Windräder Nachteile für die Gesundheit des Menschen befürchtet werden, stört anscheinend auch nicht. Betroffene Bewohner von Alsack oder Ulten sprechen hier von mehr als nur einem Ärgernis. Dass mehrere Windräder oder ein ganzer Windpark dann eine unzumutbare Lärmbelästigung darstellen können, scheint verständlich.

Dass die Gemeinde Graun seit über 60 Jahren an den Auswirkungen des Stausees leidet und der einzelne Bürger bis heute wenig von den immensen Geldsummen gespürt hat, die durch den Stausee erwirtschaftet wurden, ist Tatsache.

Und der geplante Windpark wäre das nächste Projekt, wo die Bürger durch die Finger schauen werden.

Die vielen Gegenstimmen der letzten Wochen zeigen, dass die Bürger sich sehr wohl mit dem Thema auseinandersetzen! Ich für meinen Teil bedaure es, nicht an der Befragung zum Windpark auf der Malser Haide teilnehmen zu können!

Paulmichl Valentin, Grundschullehrer in Graun

 

 

 

Was kommt als

Nächstes?

Mit tiefer Bestürzung habe ich vernommen, dass die Gemeinde Graun plant, noch weitere 7 Windräder auf die Malser Haide zu setzen.

Ich mache nun schon seit 30 Jahren regelmäßig Urlaub in St. Valentin a.d. Haide und genieße den unvergleichbaren Blick auf den Ortler.

Einen Windradpark kann ich mir jedoch auch in Norddeutschland ansehen.

Es ist auch nicht zu vernachlässigen, dass ein gewisses Risiko für die heimischen Greifvögel besteht:

http://www.abu-naturschutz.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1025&Itemid=159

Hat die Gemeinde Graun nicht schon genug Raubbau an der Natur und den gutmütigen Bürgern betrieben, als sie den Stausee errichtet haben. Damals wurde auch über die Bevölkerung hinweg entschieden. Die ersten Windräder sollten doch eigentlich die einzigen bleiben, aber es war ja klar, dass eine Region mit einer so geringen Bevölkerungsdichte einfach mundtot gemacht wird. Was kommt denn als Nächstes? Ein Atomreaktor bei Glurns?

Ich apelliere an alle, die in dieser Sache noch etwas mit uentscheiden haben. Lasst es nicht soweit kommen.

Thomas Meyer, Köln

 

 

Erreichbarkeit – vom „Zukunftsfaktor“ zum „Unwort“!

Mit Freude vernehmen wir, dass „Erreichbarkeit“ als Unwort des Jahres gewählt worden ist.

Mit Freude, weil wir Grüne seit Monaten darauf aufmerksam machen, dass es diesen Erreichbarkeitsnotstand, wie er von der Handelskammer und Michl Ebner ausgerufen und vom Unternehmerverband weitergebetet wurde, nicht gibt.

Vielmehr soll mit viel Medienaufwand bewiesen werden, dass wir unerreichbar sind und dass es somit unbedingt den Ausbau der Verkehrsinfrastrukturen braucht – insbesondere die Autobahn- und Flughafenerweiterungen und der BBT.

Den Ruf nach neuen Haltestellen, nach Tramlösungen, nach sanften und nachhaltigen Verkehrslösungen vermissen wir seitens der „Wirtschaft“, die doch andererseits den „Zukunftsfaktor Erreichbarkeit“ (Titel der Handelskammer-Broschüre) in den Mittelpunkt ihrer Forderungen stellt.

In derselben Broschüre erfährt man übrigens auch, dass Bozen in etwa dieselbe globale Erreichbarkeit hat wie die Hafenstadt Triest – nur knapp hinter der Industriestadt Genua im „Triangolo industriale“ Norditaliens und durchaus vergleichbar mit Bologna oder Venedig. Es liegt also überhaupt keine dramatische Sachlage vor, auch wenn man sie noch so sehr herbeizureden versucht.

Das haben die aufmerksamen SüdtirolerInnen wohl verstanden und aus dem eigentlich positiven Wort das „Unwort“ des Jahres gewählt. Weil sie’s, wie wir, einfach nicht mehr hören können.

Brigitte Foppa und Sepp Kusstatscher, Co-Landesvorsitzende Verdi Grüne Verc

 

 

„From Italian Alps“

„Wer nicht wirbt, der stirbt“, aber auf das Wie kommt es an. Ich lese im Tiroler Bauernkalender 2011: „Gelungener Markteinstieg“ über den Verkauf Südtiroler (VOG und VI.P) und Trentiner Äpfel in Russland. Dann sehe ich das dafür entwickelte Logo: „From Italien Alps“. Der unkritische Beitrag überschlägt sich in gespielter Marktbegeisterung: „Aus den italienischen Alpen“, das „verweist klar auf die Herkunft“. Da läuft der falsche Film, Hauptsache der Rubel rollt!

Der italienische Verkaufsleiter gibt die politische Absicht offen zu:“Es ist unsere Absicht, genau diesen Umstand im Kopf der Konsumenten zu verankern.“ Eine irreführende Parole und ein Missbrauch des Bauernstandes. Mit Alpen verbindet man zu allererst (auch in Russland) Österreich, die Schweiz und auch Tirol an sich. Warum kann man deshalb nicht mit „Aus den Alpen“ oder „Aus den (Süd)Tiroler Alpen“ werben. Mit Sicherheit würde es den Verkauf nicht hemmen, ganz im Gegenteil!

Dietmar Weithaler,

Partschins

 

Leserbriefe 1/11

13. Januar 2011 Kommentare aus

Die Wirtschaft will immer mehr

Die Erreichbarkeit ist ein allgemeines Gut! Der Wirtschaftsstandort Südtirol ist in Gefahr! Mit solchen und ähnlichen Schlagworten fordert die Südtiroler Wirtschaft, allen voran Handelskammerpräsident Michl Ebner, einen Ausbau des Flugplatzes und der Straßen. Auch der Vinschgau soll nicht verschont bleiben von den Segnungen von immer mehr Erreichbarkeit. Diesen Vorstellungen zugrunde liegt die Forderung nach immer mehr: der Bürger soll immer mehr konsumieren, die Wirtschaft immer mehr produzieren, das Land immer mehr verbaut werden. Wohin dieses „Immer Mehr“ führt, haben wir mit der gegenwärtigen Finanzkrise zur Genüge erlebt. Ein solches Wirtschaftssystem züchtet egoistische Genussmenschen. Auf der Strecke bleiben Verantwortungsbewusstsein, Mitgefühl, Mitmenschlichkeit, Moral.

Wollen wir das?

Hanns Fliri, Naturns

 

 

Windpark /Malser Haide

Als Bewohner von Ulten (Mals) verfolge ich mit Sorge den Ausbau der Windkraftanlage auf der Malser Haide. Die geplanten sieben Windturbinen von 153 Meter Höhe entsprechen einem 50 stöckigen Hochhaus (ca. 20-mal so hoch wie unsere Wohnhäuser)! Von offizieller Seite wird gern von einem „Windpark“ geredet! In einem Park zu wohnen, das müsste doch etwas Schönes sein! Es gibt einen Nationalpark, einen Vergnügungspark, einen Erholungspark, einen Wasserpark… Ich jedenfalls kann es mir nicht vorstellen, in dieser Art von „Park“ zu leben! Es handelt sich wohl eher um ein sich über viele Hektare erstreckendes Windkraftwerk!

Bereits die bestehenden, „kleinen“ Windräder belasten unser Dorf erheblich! Nicht nur wegen „subjektiver Sichtprobleme“, wie es Herr Wunderer wenig sensibel formuliert hat. Es ist das Knirschen und Knattern, das Dröhnen und Brummen, das wir je nach Wetterlage bis nach Ulten hören! Es sind unangenehme Geräusche, die durch Mark und Bein gehen! Vor allem nachts! Oft schrecke ich aus dem Schlaf auf… Wie würde sich das alles bei sieben Windrädern auswirken? Oder bei 10? Bei 15? Wer glaubt ernsthaft, dass es bei sieben Windturbinen-Wolkenkratzern bleiben wird! Oder warum wird bereits jetzt von privaten Unternehmen Grund auf der Malser Haide gekauft? Wer würde unsere Häuser kaufen, wenn wir dann hier nicht mehr wohnen können?

Außerdem: Uns Bewohnern von Ulten, Alsack und Plawenn steht auch ein Vetorecht bei einer Volksabstimmung zu! Bisher sind wir leider immer übergangen worden!

Markus Moriggl, Ulten (Mals)

 

 

Windräder /Malser Haide

Oh… Gott! Entsetzlich… Wir sind Vinschgau-Fans und drei bis vier Mal im Jahr im Vinschgau zum Wandern, Skifahren  usw. Haben auch Insider Zeitungen abboniert und am 5. November vom Vorhaben der Windräder auf der Malser Haide lesen müssen. Herr Wunderer ist wohl von allen guten Geistern verlassen, wenn er so was sogar als Touristenboom verkaufen will. Dieser Zuständige verwechselt wohl „Boom“ mit „Bombe.“ Denn so ein Windradvorhaben ist eine tickende Zeitbombe und die Tourismuskatastrophe Nr. 1 für den Vinschgau, ja sogar für Südtirol.

Wo ist hier der Anfang, wo das Ende? Hier der Blick auf den Ortler, dort zwei Windräder auf der Seiseralm und dann noch eins vor den  Drei Zinnen.

2003 wurde schon der Blick auf dem Ortler verschandelt und die Bevölkerung der angehenden Gemeinden hintergangen und nicht dazu befragt. Hoffentlich weiß der Vinschgau sich diesmal zu helfen. Wir sind bereit mit den Einheimischen für unser schönes Urlausziel zu kämpfen. Werden aber beim Gelingen dieses katastrophalen Vorhabens von den Verantwortungslosen enttäuscht sein und woanders unseren Urlaub verbringen.

Diese Landschaft um die Malser Haide, der einmalige Blick von dort oben ist einfach zu wertvoll, um in das schmutzige Geschäft der Energie verwickelt und sich für ein paar wenige Taler verkaufen zu lassen.

 

Mit freundlichen Grüßen

die langjährigen Vinschgauurlauber

aus Deutschland/ Baden-Württemberg

Markus + Brigitte Schneider, Reiner Schubert,

Mario Keller mit Fam.

 

Leserbriefe 25/10

16. Dezember 2010 Kommentare aus

„Unbeschreiblich“

Seit mehr als 30 Jahren besuche ich im Urlaub (oft mehrmals jährlich) den oberen Vinschgau. Häufig bin ich mit Gruppen unterwegs, die ich selbst organisiere. Insofern kenne ich mich, glaube ich, in der Tourismusbranche Südtirols und in den Herzen der Südtiroler Bevölkerung einigermaßen aus.

Erschrocken aber war ich, als vor einigen Jahren mit einem Mal auf der Malser Haide ein Windkraftwerk entstanden ist. Es kam mir so vor, als wenn ein Kohlekraftwerk wegen der Begeisterung der Technik in einem Wohnzimmer aufgebaut werden sollte! Die einmalige Kulisse vom Reschenpass über die Malser Haide bis hin zu den hohen Bergen des Ortler Massivs ist unbeschreiblich schön und darf niemals durch Geldinteressen oder Wirtschaftskonzepte gefährdet werden.

Ich habe in Südtirol schon viele Höhen und Tiefen erleben dürfen und müssen, doch was jetzt passiert mit den geplanten Windkraftanlagen ist für mich unbeschreiblich! Gerade Südtirol zeugt davon, wie sehr die Landschaft und die Herzen und die Mentalität der Menschen miteinander verbunden sind. Genau das ist der Grund, weswegen ich so lange und so oft im oberen Vinschgau Urlaub mache.

Ich sehe durch diese Windkraftanlage den Tourismus in Südtirol als ernsthaft gefährdet an. Gerade in den letzten Jahren ist es doch allen Verantwortlichen in der Tourismusbranche klar geworden, dass Südtirol einen Strukturwandel der Gäste, das heißt Generationswechsel, durchmacht. Dieser Strukturwandel ist nicht einfach und bedarf sorgfältig durchdachter Strategien. Er bedarf aber keiner Windkraftanlage.

Ich hoffe, es ist klar geworden, worum es mir geht: nicht um wirtschaftliche Interessen oder Desinteressen, sondern es geht mir um Land und Leute in Südtirol, dem Land, dem ich mein Herz ein Stück weit verschrieben habe. – Sicher sind erneuerbare Energien wichtig und sinnvoll und müssen gefördert werden, aber nicht als Windräder auf der Malser Haide.

Dr. med. Gerhard Binder in Neuhausen ob Eck

 

Windkraftanlage auf der Malser Haide

Wir sind in Burgeis geboren und aufgewachsen. Hier ist unser Zuhause! Und nicht nur unseres! Mein Mann und ich haben gemeinsam in den 60er Jahren unseren Beitrag dazu geleistet, den Tourismus hier aufzubauen. Es wäre anmaßend und verantwortungslos nun diesem Dorf, dieser Gemeinde, ja dem ganzen Gebiet den Stempel „Windräder“ aufzudrücken und den jungen Leuten durch die Zerstörung der Landschaft und des Tourismus sowie durch die durchaus bedenklichen gesundheitlichen Auswirkungen die Zukunft zu verbauen! Wir lehnen dieses Projekt entschieden ab und appellieren an die Verantwortlichen, die Meinung der Bevölkerung zu respektieren und ihre Ängste ernst zu nehmen!

Annelies und Hans Punt, Burgeis

„Gier nach Geld“

Erwin Bernhart schreibt in seinem Kommentar im Vinschger Wind vom 2.12.2010, dass er lieber den Rambach erschließen möchte, als die Windräder auf der Malser Haide zu bauen.

Solange Strom nur erzeugt wird, um damit möglichst viel Geld zu verdienen, werden die Entscheidungsträger die Windräder auf der Malser Haide bauen und gleichzeitig auch den Rambach zur Stromgewinnung nutzen. Wenn der Protest gegen die Windräder sich gegen den Protest gegen die Nutzung des Rambaches stellt, werden bald die Windräder in den ausgetrockneten Bachbetten stehen. Die Gier nach Geld ist bekanntlich nicht zu  bremsen.

Franziska Reichelt, Taufers

 

Windkraftanlage

Vor 60 Jahren versanken in den Fluten des damals neu errichteten Stausees die Dörfer Reschen und Graun und mit ihnen ca. 500  ha der schönsten Felder, Fluren und Waldstriche der Dreiseenlandschaft.

Die Opfer der betroffenen Bevölkerung waren unverhältnismäßig groß und schmerzhaft, mussten doch  ca. 80  Familien  sich eine neue Heimat anderswo suchen.

Jedes Jahr im Frühling,  bei Wassertiefstand des Rescher Stausees, wenn ansonsten im ganzen Land Wiesen und Felder blühen, ruft sich durch den Anblick der  Schlamm- und Sandwüste im Talkessel dieses schmerzhafte Ereignis von Neuem ins Gedächtnis. Für den Oberen Vinschgau, welcher  zum größten Teil auf die Einnahmen aus dem Tourismus angewiesen ist, hat dies schädliche Auswirkungen.

Für die Dörfer Reschen und Graun ist somit das Landschaftsbild stark beeinträchtigt und das Dorf St. Valentin hat im Rücken  einen 22 m hohen Staudamm, welcher den Blick Richtung Norden abschneidet.

Um  so beeindruckender und überwältigender  wirkte vor dem Jahr 2003  beim Verlassen des Dorfes St. Valentin der Anblick des Haider Sees mit der Malser Haide und dem herrlichen Panorama des Ortlergebirges.

Nun sollten in diesem Gebiet für die Energiegewinnung sieben Windräder mit einer Gesamthöhe von jeweils 150 m den einmaligen Blick verändern. So hätte St. Valentin im Norden den Staudamm und im Süden die Windräder, beides Einrichtungen für eine erneuerbare Energiegewinnung.

Die Landschaft des Oberlandes ist durch den Stausee schon so arg geschädigt, dass sie keine weiteren zusätzlichen Eingriffe ertragen kann. Die Bevölkerung des Oberlandes selbst hat in der Vergangenheit  mehr als genug Opfer für eine Energiegewinnung zum Wohle der  Allgemeinheit gebracht – und bringt sie immer noch.

In diesem Sinn möchte ich an alle Verantwortlichen und an die zuständigen Politiker appellieren, diese unverwechselbare  und einzigartige Landschaft der Malser Haide nicht der Energiegewinnung zu opfern und alles zu unternehmen  um den Bau der geplanten Windräder  zu  verhindern.

Peter Pircher, Reschen, Obmann des Museums Vinschgauer Oberland

 

Ausverkauf der Heimat

Genau 60 Jahre ist es her, als die Seestauung den Oberländern Unheil angetan hat – und nun wieder.

Vor nou nit oll zu longer Zeit stritten sich Gegner und Befürworter über die Beregnungsanlagen af dr „Molser Hoad“.  Hier sollten die Beregnungsstangen den uralten Waalen des Wasser bieten. Gleichzeitig waren mit den Beregnungsanlagen 3 Werke geplant, welche zur Stromerzeugung dienen sollten. Die Waale hätten weiter bestehen sollen, damit das Landschaftsbild der schützenswerten Malser Haide mit ihrem alten Kulturerbe intakt bliebe.

Die damaligen wenigen Gegner setzten sich durch und hatten kurzzeitig einen Sieg errungen. Keine Beregnungsstangen in so einer unberührten Landschaft.

Fast wie vom Blitz dahergezaubert, zum Teil bei Nacht und Nebel und ohne jemals die Bevölkerung mit einzubeziehen, sind dann 2 überdimensionale Beregnungsstangen (Windräder) über 70 m Höhe aus dem Boden geschossen.

Teilgebiete in Norddeutschland (Harz) und auch in Frankreich bei den Pyrenäen, wo solche Windräder stehen könnten uns traurige Lieder singen, denn dort ist der Tourismus zur Gänze ausgeblieben. Solche enormen Windvögel wirken auf die Gäste und Urlauber einfach nicht beruhigend, sondern nur auf die Kasse der Betreiber. Unser größtes Kapital in Südtirol ist aber genau die Landschaft. Wieso stellen wir jetzt unsere Heimat in den Ausverkauf? Wo wollen wir hin? Unsere Kinder werden uns das nie verzeihen.

Erneuerbare Energie ist heutzutage nicht mehr wegzudenken und daher wichtig. Trotzdem sollte auch diese Energie sanft ins Land geholt werden, um nicht die Landschaft zu zerstören. Hier aber dient erneuerbare Energie einzig und allein dem Kapital und der Kasse der Betreiber und nicht den Menschen und der Naturschönheit eines der noch unberührten Gebiete.

Wenn jetzt aber noch 5 so enorme „Windmonster“, diesmal 150 m hoch, entstehen, wird kaputt gemacht, was nicht mehr gut zu machen ist. Gibt es landschaftsästhetisch größere Sünden? Der Vinschgau wird nur mehr Durchzug sein wie in der Römerzeit.

Hier sollten Grüne, Tourismusvereine, Landschaftsschutz, Naturschutz und alle, die nur ein bisschen Heimat schützen wollen „SCHÜTZEN“, was noch zu schützen ist, bevor die Heimat ausverkauft ist. Sonst geht es uns ähnlich wie bei der Seestauung 1950, nur diesmal bleiben die Gäste weg und nicht die Menschen vom Tale.

Name der Redaktion bekannt

 

Mittelschulklasse

gegen Windpark

Viele behaupten, Jugendliche würden wenig Verantwortung übernehmen und kaum Interesse für  das politische Geschehen zeigen. Die Schüler der Klasse 3B der Mittelschule St. Valentin lassen diese Vorurteile  nicht mehr auf sich sitzen und möchten sich zum Thema Windpark äußern.

Grundsätzlich haben wir nichts gegen alternative Energiequellen einzuwenden, aber wir sind dagegen, dass der Obervinschgau durch bis zu 150m hohe Stahlmonster verunstaltet werden soll.

Die Gemeinde Graun hat schon durch die Seestauung an Land und Schönheit verloren. Nun sollen auch noch 5 weitere Windräder gebaut werden, sodass die wunderschöne Aussicht auf den Ortler ganz zerstört wird?

Naturnahe, unbelastete Landschaften sind Erholungsgebiete für alle und zugleich auch das Kapital des Tourismus und da die Menschen im Obervinschgau großteils vom Fremdenverkehr leben, hätte die Errichtung des geplanten Windparks negative Auswirkungen.

Bis zu 150m hohe Windräder passen in keinster Weise in dieses wunderschöne Panorama auf den Ortler. Zudem sinkt der Wert der landwirtschaftlich genutzten Wiesen rund um den Windpark und auch der Tierwelt wird erheblicher Schaden zugefügt.

Warum kann nicht ein Standort gesucht werden, der niemanden stört? Dass sich jemand aus Laas, Prad oder selbst aus Langtaufers keine Gedanken darüber macht, dass der Standort falsch gewählt wurde, können wir nachvollziehen, da die Windräder ja nicht jeden Tag beim Blick aus dem Fenster gesehen werden, aber für die Bewohner von St. Valentin, Ulten und Alsack ist dies nicht zumutbar. Deshalb schlagen wir auch vor, dass nur die Betroffenen mitbestimmen sollen, ob sie mit der Errichtung eines Windparks einverstanden sind oder nicht.

Wir Jugendliche jedenfalls möchten betonen, dass wir entschieden gegen diesen Eingriff in diese wunderschöne Naturlandschaft sind und wir sie auch in Zukunft bestaunen möchten. Deshalb sollten auch die bereits bestehenden Windräder wieder abmontiert werden.

Schüler der Mittelschule St.Valentin, Klasse 3.B

 

 

Landschaftsbild

zerstört

Ohne näher auf die Details wie 29 Mio. kWh, energieautark, erneuerbare Energie, Nettogewinn, lokale Wertschöpfung, Arbeitsplätze usw. einzugehen, weisen wir darauf hin, dass  die einmalige, unzerstörte und vielfältige Natur das wohl wichtigste Kapital des Obervinschgaus ist. Mit dem Bau des Windparks mitten hinein in diese Naturlandschaft wird dieses Landschaftsbild  zerstört. Natürlich macht erneuerbare Energie Sinn, keine Frage, aber die Erhaltung des Landschaftsbildes hat Vorrang. Zum Schutze der unberührten Natur und zur Freude der lokalen Bevölkerung und der treuen Gäste dieser Region.

Tourismusverein

Ferienregion Reschenpass

 

Leuchtende Augen

Ich komme seit über 30 Jahren mit Reisegruppen des Öfteren im Jahr in den Vinschgau oder über den Vinschgau nach Südtirol.

Wir haben erfahren, dass am Reschen an der Aufstellung von mehreren Riesenwindrädern geplant wird! Wenn wir mit den Reisegruppen am Reschensee vorbeikommen und das Ortlermassiv vor die Augen bekommen, leuchten die Augen der Reisenden. Dieser Blick soll jetzt durch eine nicht Attraktion von deutschen Touristen gestört werden. In Norddeutschland geht durch solche Maßnahmen die Urlauberzahl merklich zurück!

Das größte Kapital in Südtirol ist doch die wunderbare Landschaft, als nämlich der Herrgott die Welt erschaffen hat, haben die Südtiroler mehrmals hier gerufen!

Wir schätzen die Natur und die Gastfreundschaft in Südtirol. Wenn es soweit kommt, dass die Windräder aufgestellt werden, fahren viele Touristen nicht mehr über den Reschen, sondern von der anderen Richtung ins nahegelegene Passeier-, Ultental, oder ins Unterland. Ich möchte Sie bitten, im Namen der Urlauber die Angelegenheit nochmals zu überdenken. Windräder gehören ins Meer und nicht in eine so wunderschöne Landschaft.

Ein Südtiroler Freund

Dieter Maier

 

Genug geopfert

Mit Entsetzen haben wir von dem Vorhaben erfahren, dass auf der Malser Haide zusätzlich zu dem bereits bestehenden Windrad noch 6-7 bis zu 160 m hohe Windräder hinzukommen sollen.

Prinzipiell ist ja gegen diese Art der Energiegewinnung nichts zu sagen, allerdings doch sicherlich an einem anderen Standort. Diese wunderschöne Gegend (in die wir nunmehr bereits seit 35! Jahren fahren und mehrmals im Jahr) darf nicht auch noch dafür herhalten. Die Gemeinde Graun hat doch in Sachen Stromproduktion bestimmt schon genug Landschaft geopfert, ich erinnere hier an den Stausee.

Wir würden uns stark eingeschränkt fühlen, zwischen diesen monströsen Aufbauten zu wandern, Radtouren zu unternehmen bzw. auf einer Bank auszuruhen, um den herrlichen Blick auf die zauberhafte Südtiroler Berglandschaft in Richtung Ortler oder direkt ins Tal zu werfen.

Wir sind sicher, dass viele Touristen so denken und es einen Rückgang der Attraktivität der Ortschaft bedeuten würde. Die Landschaft ist somit verbaut und das würde einen enormen Verlust des Erholungswertes bedeuten. Unserer Meinung nach würde der Weg um den Haidersee abgewertet werden – wir nehmen jährlich an dem Haidersee- und Reschensee-Lauf teil mit vielen Freunden aus der gesamten Bundesrepublik Deutschland. Diese sind von dem Vorhaben ebenso geschockt und denken wie wir.

Insgesamt gesehen, wird diese zukünftige Anlage den Tourismus beeinträchtigen. Es fühlt sich niemand wohl in dieser verbauten Landschaft und man wird andere Ziele wählen müssen.

Das Vinschgauer Oberland wird jedenfalls durch diese Bebauung an Attraktivität verlieren.

Wir würden uns freuen, wenn unsere Einwände dazu beitragen würden, dass die Betreiber dieser Windräder gemeinsam mit den zuständigen Politikern diesen Schritt noch einmal überdenken und zu einer positiveren Lösung kommen würden.

Barbara und Günter

Güttschow, Berlin

 

Einmalig

Alle Athleten, aber auch alle Betreuer der Nationalmannschaft im Kunstbahnrodeln sind Südtiroler. Das ist einmalig, vor allem deshalb, weil sie sich auszeichnen, wenn’s darum geht, ihre deutschen Wurzeln zu verleugnen und ihre Rückgratlosigkeit in Bezug darauf, bei jeder Veranstaltung eine fremde Fahne hochzuhalten. Darin sind sie wirklich alle einmalig unsere, oder sollte man besser sagen, deren Sportler.

Dietmar Weithaler

Partschins

 

 

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