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Posts Tagged ‘Prad’

Über Stock und Stein mit dem Alpenverein

10. Februar 2011 Kommentare aus

v.l.: die Vorsitzende des AVS Prad Daniela Mayr, der geehrte Klemens Reinstadler und der Prader AVS Sektionsstellvertreter Martin Andres

Am 29. Jänner lud die AVS-Sektion Prad am Stilfserjoch zur Jahreshauptversammlung. Erst 1996 gegründet, wuchs man rasch und kann aktuell an die 525 eingeschriebene Mitglieder begrüßen. Die Sektionsvorsitzende Daniela Mayr resümierte in einem kurzen Jahresrückblick die zahlreichen Freizeitangebote, welche vom Schneeschuhwandern über Gipfel-, Gletscher- und Skitouren bis hin zu Lawinen- und Gletscherschulungen reichen. Viele zusätzliche Angebote wie z.B. Seniorenwanderungen oder Klettertraining in Schluderns runden diese Aktivitätsvielfalt sinnvoll ab. Aktuelle Inhalte wie die umstrittene Asphaltierung der Prader Sand waren ebenso Thema wie die zunehmende Ruhestörung von Wildtieren durch zahlreiche Mondschein- oder Schneeschuhwanderer. Ehrungen gab es im Anschluss für einige langjährige Mitglieder: Josef Platter für 40 Jahre, Gapp Rosina, Reinstadler Klemens, Oberegger Erwin und Wallnöfer Georg für 25 Jahre treuer Vereinszugehörigkeit. Man verabsäumte es dabei auch nicht, allen aktiven Mitgliedern zu danken, welche mit viel Engagement und Tatkraft eine erfolgreiche Vereinsarbeit erst ermöglichen. Mit Hilfe von Bildern und Texten war man erneut „Unterwegs über Stock und Stein“ und ließ das vergangene AVS-Jahr nochmals in komprimierter Form Revue passieren. Speis und Trank, in geselliger Atmosphäre, ließen den Abend angenehm verklingen. (re)

 

 

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Obama schreibt an Trafoier

13. Januar 2011 Kommentare aus

Mitglieder der Eisbärengesellschaft und Oslo-Delgationsmitglieder

Bereits zum neunten Mal trafen sich die Vinschger Mitglieder der „Königlichen altehrwürdigen Eisbärengesellschaft“ mit Sitz in Norwegen zur Jahreshauptversammlung. Tagungsort war das Hotel „Garden Park“ in Prad. Der illustre Verein um den rührigen Präsidenten Martin Trafoier, (der mittlerweile zum weltweiten Präsidenten aufgestiegen ist, weil die Muttergesellschaft im Norden Konkurs angemeldet hatte), zählt im Vinschgau 33 Mitglieder.  Zentrales Anliegen der Vereinigung ist der Schutz der  Eisbären durch Sensibilisierung. Regelmäßig verschickt der Präsident Schreiben an die Mächtigen der Welt.  Und genauso regelmäßig erhält er Antworten, so von Papst Benedikt, Vladimir Putin und jüngst auch von Barack  Obama, der auf Betreiben der Gesellschaft in Alaska 448 Quadratkilometer Eisbären-Schutzzone ausgewiesen hat. Das war eine der Erfogsmeldungen, die der Präsident den Anwesenden verkünden konnte. Rund 250.000 Mitglieder sind weltweit in der Gesellschaft eingeschrieben. Diese sind derzeit alles Untertanen von Trafoier. Prominenteste Mitglieder sind Prinzessin Caroline von Monaco, der Sänger Mike Jagger und König Harald von Norwegen. Mit dem Monarchen traf sich Trafoier im vergangenen Sommer in Oslo, als er mit einer Vinschger Delegation dort weilte. Die Mitglieder dieser Vinschger Delgationsmitglieder sind allerdings noch nicht in der Eisbärengesellschaft eingeschrieben. Denn das ist nur persönlich in Hammerfest möglich. Ihr Ziel ist es deshalb, mit dem Präsidenten dorthin zu reisen. (mds)

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PANZER IN AQUAPRAD: Typ ´Emys orbicularis´

13. Januar 2011 Kommentare aus

Panzer zum Anfassen!

Nicht still und leise, sondern unter großem Zuschauerandrang ist die einzige europäische Schildkrötenart publikumswirksam wieder nach Südtirol zurückgekehrt – mit aktiver Schützenhilfe des Biologen Johannes Dietl und seines gesamten Parkhausteams. Schwindende Feuchtgebiete und intensivierte Landwirtschaft verbannten die Sumpfschildkröte einst lautlos für Jahrhunderte aus unserem Land. Erst die ´Wiederansiedelung´ im neu kreierten Moor des Nationalparkhauses aquaprad beendete die jahrhundertelange Absenz in unseren Breitengraden: 6 vom Aussterben bedrohte flach gepanzerte Gesellen haben hier eine neue Heimat gefunden und werden fortan integrierender Bestandteil der interessanten Dauerausstellung sein. Vor allem ihr ungewöhnlich sanftes Gemüt ist erwähnenswert, welches selbst Kindern eine Annäherung auf Tuchfühlung erlaubt, ohne dass Emy orbicularis verschreckt zuschnappt. Für ihre spezielle Ernährung wird ein Sponsor Futter auf Lebenszeit kostenfrei zur Verfügung stellen. Der Startschuss des 1. offiziellen Besichtigungstermins fiel am 11. Dezember – begleitet von einer kleinen aber feinen Begrüßungsfeier. Zahlreiche Gäste, darunter einige Lokalpolitiker und prominente Vertreter des Stilfserjoch Nationalparkes, sowie der Direktor des Amtes für Jagd und Fischerei Heinrich Erhard, gaben sich die Ehre und hießen die neuen, attraktiven Zuwanderer im Prader Parkhaus freudig willkommen. Bleibt zu hoffen, dass sich die sehenswerten Heimkehrer in ihrer neuen Wohnlandschaft lange wohlfühlen und charmanter Anziehungspunkt für Jung und Alt werden. (re)

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„Ma holtets foscht nit aus“

16. Dezember 2010 Kommentare aus

Armin Stecher (38 J.) mit seinem acht Monate alten Sohn Peter in Prad. Eines Tages wird der Kleine verstehen, warum ihn seine Mutter Michaela Zöschg (34 J.) 16 Tage nach seiner Geburt auf tragische Weise verlassen musste.

Weihnachten 2009 feierten Michaela und Armin erstmals in ihrem neuen Haus in Prad. Sie freuten sich auf das Kind, das sie im Mai 2010 erwarteten, ein Wunschkind nach vierjähriger Beziehung. Michaela hatte einen zweijährigen Kurs für Sozialbetreuerin begonnen. Sie beabsichtigte die Wochenend- Ausbildung auch nach der Geburt fortzusetzen. Armin, als Lehrer an der Fürstenburg, wollte sich die Zeit entsprechend einteilen, um das Kind dann versorgen zu können. Es war alles geplant, und das Paar schaute zuversichtlich in die Zukunft. Zu Silvester stießen sie auf ein gutes neues Jahr an. Doch es sollte zum Schicksalsjahr werden. „I konn olm nou nit begreifn, dass di Michi nimmr do isch“, erklärt Armin und die Erinnerung tut weh. Nach einem Fruchtblasensprung  musste die junge Frau Ende Februar ins Bozner Krankenhaus eingeliefert werden. Dort versuchte man den Schwangerschaftsverlauf zu stabilisieren. Ein Monat lang ging alles gut. Dann starb am 25. März plötzlich ihr Vater mit 58 Jahren. Der Schock saß tief und am 29. März war die Geburt nicht mehr aufzuhalten. Peter kam als Frühchen in die Frühgeburtenabteilung. Der Kleine tröstete Michaela über den Verlust des Vaters hinweg. Wenn sie ihn betrachtete, kehrte Lebensfreude zurück, und sie war traurig, dass sie ihn nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus dort  zurücklassen musste. Täglich brachte sie ihm ihre Muttermilch und pendelte mit dem Zug, um sicher unterwegs zu sein. Am Sonntag, den 11. April, hielt sie sich mit Armin den ganzen Tag über bei ihrem Sohn auf. Es sollte ihr letzter Besuch sein. Am Montag, den 12. begann alles wie gewohnt. Armin fuhr zum Unterricht nach Burgeis und Michaela bereitete sich auf ihre Fahrt nach Bozen vor. Normalerweise wählte sie eine Verbindung gegen Mittag, doch diesmal entschied sie kurzfristig, den Zug um 8.30 Uhr zu nehmen, um bei ihrer Mutter in Rabland Halt zu machen. Eine halbe Stunde später löschte eine Schlammlawine bei Kastelbell ihr Leben aus. Armin erfuhr in der Pause vom Zugunglück, blieb aber unbekümmert, auch noch als er seine Michi nicht am Telefon erreichte. Erst die Meldung, dass Tote zu beklagen waren, schreckte ihn auf, ebenso ein Telefonanruf seiner Schwiegermutter, die verunsichert auf Michaela wartete. Nun war Armin nicht mehr zu halten. Am Unglücksort wurde ihm das Ausmaß der Tragödie bewusst. Er sah, wie die Verletzten und Toten weggetragen wurden. Er suchte seine Michi, rief sie immer wieder erfolglos an. Verzweifelt erkundigte er sich nach den Namen der Verunglückten. Da man ihm nichts sagen konnte, suchte er in den Krankenhäusern. Minuten wurden zu Stunden. Ohnmacht und Angst fraßen ihn fast auf. Inzwischen lagen neun Tote in der Leichenkapelle in Schlanders. Gegen 13 Uhr erhielt er endlich Zutritt. Das Blut stockte in den Adern, als er Michaelas bleiches Gesicht erblickte. Sie lag als erste in der Reihe vor ihm.  Er schrie, weinte, lief ein und aus und wollte die Endgültigkeit ihres Todes nicht wahrhaben. Dass sich auch eine Schülerin der Fürstenburg unter den Toten befand, wusste er noch nicht. Wie in Trance fuhr er heim. Er dachte an seine Michi, stellte sich ihren Todeskampf im Schlamm vor, streifte einen Randstein. Ein Abgrund tat sich vor ihm auf. Nichts würde mehr so sein wie vorher. Im Heim fehlten plötzlich Licht und Wärme. An den folgenden Tagen funktionierte er nur noch, er besuchte seine Michi mehrmals täglich, streichelte ihr unversehrtes Gesicht. Sie lag da, als ob sie schliefe. Vorsichtig schnitt er ihr eine Locke zur Erinnerung ab. Dann plante er die Beerdigung, nahm Beileidsbekundungen entgegen, ohne diese wirklich wahrzunehmen. „Olz geat an oam vorbei. Norr geasch hoam unt rearsch“, sagt er. „Ma holtets foscht nit aus“. In Tränen aufgelöst nahm er kurz darauf seinen kleinen Sohn in den Arm. Später wurde dieser nach Schlanders verlegt, wo er ihn täglich besuchte. Am 5. Mai holte er ihn heim. Von seiner Michi war ihm nur noch der Kleine geblieben und ihr Rucksack mit den unbeschädigten Milchflaschen und ihre Geldtasche. Alles riecht noch immer nach dem tödlichen Schlamm. „Oft denk i, die Michi hot mitn Peterle eppas do lossn gwellt.“ In ihrem Sinne kümmert er sich um seinen Sohn. Vorerst machen das drei Jahre Wartestand möglich. Oft hadert er mit seinem Schicksal. Seine Gedanken kreisen: „Wenn i mi nitt ins Leebm fa dr Michi innidrängt hat, norr war olz onders kemman.“

Wieder steht Weihnachten vor der Tür. Es wird ein trauriges Fest für Armin sein, genauso wie für alle anderen Betroffenen des Zugunglückes. „Weihnachtn isch miar huir zwidr. I tua lei eppas fürn Peterle“, sagt er. Der kleine Sonnenschein schafft es mit seinem Lachen immer öfter, dass sein Vater den Schmerz für kurze Momente verdrängen kann.

Magdalena Dietl Sapelza

 

 

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„Koatlacker“ und „Schemen“

16. Dezember 2010 Kommentare aus

Die Koatlacker in Prad setzen auf Feuereffekte

Der Schludernser Nikolaus und Schemen mit ihren typischen Blech-Larven

Die Nikolaus- und Krampusumzüge in Prad und Schluderns zogen kürzlich wiedrum unzählige Besucher an. Dem schaurig schönen Spektakel fühlten sich traditionell eine Vielzahl von Jugendlichen verpflichtet, die sich maskenbildnerisch in Szene setzten und keine Kosten scheuten. „Das Schludernser Schemenrennen zählt neben dem Klosn in Stilfs zu den originellsten im Tal“, findet Markus Mahlknecht, der lange Zeit in Sachen Schemen am Fuße der Churburg mitmischte. Das typische Merkmal der Schemen sind die rot-schwarzen Blechlarven. Die Mitglieder des Schemenvereins um Edmund Tragust sind darum bemüht, dass diese Tradition auch beibehlten wird. Allerdings gibt es junge Burschen, die mit den Blechlarven nicht ganz glücklich sind, beeinflusst auch von Stimmen aus umliegenden Orten, die den Kopfschmuck als primitiv bezeichnen. Mittlerweile versuchen einige, neue Wege zu gehen. Beim heurigen Nikolausumzug mit rund 50 Schemen waren erstmals neuartige Maskengebilde zu sehen, die auf den ersten Blick nach Holz aussahen. Doch beim näheren Betrachten entpuppten  auch diese sich als Blechlarven, die ausgeklopft und bemalen waren. Wenn auch nicht alle Zuschauer mit der Entwicklung einverstanden sind und auf Tradition pochen, so müssen sie dennoch anerkennen: In Schluderns ist eine gestalterische Entwicklung bei den Schemen im Gange, aber immer unter dem Motto: Blech bleibt Blech. Die Koatlacker in Prad um  OK-Chef Gilbert Stillebacher rüsten jährlich vor allem beim Umzug auf und setzen auf immer spektakulärere Feuerelemente. (mds)

 

 

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Lesekicks mit Zaubertricks

16. Dezember 2010 Kommentare aus

Die Referentin für Schule und Kultur Tanja Ortler, Künstlerin Carmen Kofler und Bibliothekarin Irmgard Niederegger

Zum Abschluss der Aktion „Sommer, Sonne, Lesen“ der Bibliothek Prad ließ man sich auch heuer etwas Besonderes für die kleinen Bücherwürmer einfallen. Zum angekündigten Lesefestl stand am Samstag, den 27. November Clownzauberei mit Carmen Kofler auf dem Programm. Als Autorin, Erzählerin und Zauberkünstlerin in einer Person entführte Carmen „ratzifatti“ die zahlreich erschienenen Besucher in die märchenhafte Welt des Clowns Mandarlatti. Die aus St. Martin in Thurn stammende Kinderbuchautorin verstand es gekonnt, die faszinierten kleinen Zuhörer spielerisch mit zauberhaften und spannenden Geschichten in Mandarlattis Bann zu ziehen und sie aktiv in das Erzählte einzubinden. So wurde es dann auch ein fantastischer Lesenachmittag – Nachhilfe für willige Zauberlehrlinge einbegriffen. Als ultimatives Highlight stand dann die Prämierung der Sieger der sommerlichen Leseaktion auf dem Programm und alle der anwesenden Jungleseratten konnten sich an einem Preis erfreuen: Denn wer liest, ist bereits ein Gewinner! Bibliotheksleiterin Niederegger Irmgard konnte sich über ein rundum gelungenes Fest in der Bücherei freuen. (re)

 

 

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Die Prader Sackgasse

2. Dezember 2010 Kommentare aus

Die Gemeinden sind durch Landesgesetz dazu verpflichtet, sich einen Bauleitplan „zuzulegen“ und darin unter anderem auch die für den Wohnbau bestimmten Zonen sowie für die Erschließungseinrichtungen (Straßen, Parkplätze usw.) auszuweisen. In der Zwischenzeit wurden über dieses planerische Instrument in allen Gemeinden des Landes Wohnbauzonen eingerichtet und verbaut. So auch in der Gemeinde Prad, welche die Wohnbauzone „Reitäcker“ zwar ausgewiesen und auf dem Papier auch mit allem städtebaulichen Beiwerk versehen hat. Bei deren konkreten Umsetzung sind die Verwalter dann jedoch eigenartige Wege gegangen. Sie erlaubten nämlich einen Wildwuchs, der  darin gipfelte, dass nicht nur die im Bauleitplan vorgesehene Erschließungsstraße, sondern auch die vorhandenen landwirtschaftlichen Zufahrten zugebaut wurden. Das Ergebnis ist das Chaos in Reinkultur. Dessen Opfer wurden unter anderem die Geschwis-ter Gluderer, welche in den „Reitäckern“ einen Baugrund hatten. Sie besaßen zwar ca. 2000 m² Bauland, konnten es aber nicht nutzen, weil es auf einmal ohne Zufahrt dastand! Von den jahrelangen Querelen zermürbt, verkauften sie schließlich ihr Grundstück an eine Immobiliengesellschaft. Doch auch diese sollte des Erwerbs nicht froh werden. Denn als sie bei der Gemeinde um die Ausstellung einer Baugenehmigung ansuchte, machte es der Bürgermeister zur Bedingung, dass sie bei den Nachbarn die Genehmigung zur Durchfahrt einholten! In der Folge wurde die Gemeinde mehrmals aufgefordert, die Voraussetzung für eine Zufahrt zum vormaligen Gluderer-Grund zu schaffen, bisher jedoch ohne Erfolg. Auch der Landeshauptmann erinnerte die Gemeinde vergeblich an ihre Verpflichtung, für die Erschließung der Wohnbauzone zu sorgen. An Nachwehen dieser Unterlassung mangelt es nicht. Derzeit behängt vor dem Gericht in Schlanders ein Verfahren auf Bestellung eines Notwegerechts. Doch diesem wird sich ein weiterer Prozess, diesmal gegen den Hauptverantwortlichen für das ganze Schlamassel, nämlich die Gemeinde Prad, anschließen, welche für sämtliche Schäden verantwortlich gemacht wird, die durch ihre verwalterische „Glanzleistung“ verursacht wurden.

Peter Tappeiner, Rechtsanwalt

 

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