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Posts Tagged ‘Naturns’

Ein (bauern-)schlauer Deal

7. April 2011 Kommentare aus

Bei der jüngsten Gemeinderatsitzung wurde über zwei weitreichende Projekte abgestimmt: zum einem wurde der Standort des neuen Naturparkhauses endgültig festgelegt; zum anderen verabschiedete man eine Grundsatzentscheidung, die einen interessanten Deal zwischen Bergbauern und Gemeinde beinhaltet.

Der Naturnser Nörderberg ist an sich nicht als ein trockenes Gebiet bekannt, doch kann es auch hier im Sommer zu Wasserknappheit kommen. Um ihre Wiesen trotzdem ausreichend bewässern zu können, planen die dort ansässigen Bauern, mehrere Beregnungsspeicher und Leitungen zu errichten. „Wir waren bisher davon abhängig, wie viel Wasser die Quelle hergibt“, erklärt der Obmann des Bodenverbesserungskonsortiums Nörderberg, Johann Mitterhofer.

1,6 Mio. Euro soll das Projekt kosten, wovon 75 Prozent das Land übernimmt; der Rest bleibt bei den Bauern hängen. Allerdings können diese nur einen Teil der Summe aufbringen, so dass immer noch 235.000 Euro fehlen.

Um nun das Projekt dennoch finanzieren zu können, besann man sich auf die eigenen Ressourcen, sagt Johann Mitterhofer und schlug der Gemeinde ein interessantes Geschäft vor: Diese darf das Trinkwasser der Nörderberger Bauern anzapfen, dafür zahlt sie eine einmalige Entschädigung von 236.000 Euro – der Fehlbetrag wäre wettgemacht. Die Gemeinde ging auf diesen Deal ein. „Das Konsortium hat die Trinkwasserspeicher sowie sämtliche Leitungen bis zu den Höfen Niederst und Schwarzplatz bereits selbst errichtet“, erklärt BM Andreas Heidegger, „daher ist eine solche Entschädigung auch gerechtfertigt“.

Da für die Trinkwasserleitungen bis hinunter ins Tal ohnehin gegraben werden muss, kam es im Rathaus zur Überlegung, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und zusätzlich eine Kanalisierungsleitung zu verlegen – denn die Höfe am Nörderberg klären ihre Abwässer bis heute selbst mit einer hauseigenen Kleinanlage. Den Anschluss an die Kanalisierung müsse man im Zusammenhang mit der weiteren Entwicklung des Nörderberges sehen, sagt Heidegger. Zudem spare sich so die Gemeinde die Entsorgung des Klärschlammes der Höfe; Kosten ca. 15.000 Euro jährlich.

Die Baukosten für die Kanalisierung trägt zu 90 Prozent das Land, der Rest wird über den Rotationsfond finanziert. Bleibt der Gemeinde eine jährliche Belastung von fast 20.000 Euro für die nächsten 20 Jahre. „Dazu sollte man aber bedenken, dass wir uns den Strom für die Pumpen des Tiefbrunnens sparen, da durch das Projekt die Versorgung mit Trinkwasser gewährleistet ist, und die Kosten für die Entsorgung des Klärschlammes wegfallen“, argumentiert Andreas Heidegger.

Im Gemeinderat war man dann auch mehrheitlich der Meinung, dass die Projekte „gut zusammengeführt“ wurden.

Der Befürchtung von Ratsmitglied Franz Gritsch, dass nun weniger Wasser für die Talbauern vom Berg komme, entgegnete  Heidegger, dass die Wassermenge für die Gemeinde bei einer Quelle zu Lasten der Bergbauern gehe und zudem Tests gezeigt hätten, dass keine Einschränkungen für die Beregnung im Tal zu befürchten seien. Der Rat nahm den Grundsatzbeschluss, bei sechs Enthaltungen, an.

Einstimmig hingegen beschloss man den neuen Standort des Naturparkhauses. Es soll auf dem Areal der ehemaligen Tankstelle entstehen. Die Möglichkeit das Haus in das Kirchbachbecken zu integrieren, sowie die bauliche Gestaltungsfreiheit haben den Ausschlag dafür gegeben, erklärte BM Andreas Heidegger. (mp)

 

 

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Lösung für Parkplatzprobleme in Sicht

10. Februar 2011 Kommentare aus

Vermehrt beklagten sich Bürger in Naturns darüber, dass die Autoabstellplätze beim Friedhof und vor der Kirche ständig besetzt seien. Da es sich bei beiden Parkplätzen um öffentliche Parkflächen handelt, nutzen diese nicht nur  Messe- oder Friedhofsbesucher, sondern unter anderen auch Angestellte der umliegenden Hotels und Betriebe. Dadurch wird die Aufnahmekapazität ein ums andere Mal überschritten, was sich besonders bei Gottesdiensten und Beerdigungen bemerkbar macht. Der Gemeinderat beschloss nun auf seiner jüngsten Sitzung Maßnahmen, mit denen er dieses Problem in den Griff bekommen will. Der Parkplatz vor dem Friedhof soll um 33 Stellplätze Richtung Westen erweitert werden. Dazu wurde ein Grundsatzbeschluss für eine Vertragsurbanistik gefasst. Der Vertrag sieht vor, dass der Besitzer des anliegenden Hotels Prokulus aus eigener Tasche die Errichtung der neuen Parkflächen finanziert und sie anschließend der Gemeinde übergibt – dafür erhält er das Recht unter den neuen Plätzen eine Tiefgarage für seinen Betrieb zu errichten und die Konzession für einen Verbindungstunnel unter der Hauptstraße zu seinem Hotel. Die Gemeinderäte standen dem  Vorhaben durchwegs positiv gegenüber und nahmen den Beschluss an.

Beim Parkplatz vor der Kirche will die Gemeinde  dem Problem mit dem Einzeichnen von Parkflächen begegnen. Zudem soll eine Beleuchtung  und ein Hinweisschild installiert werden, das besagt, dass während der Gottesdienste der Parkplatz für Kirchgänger reserviert ist. Sollten diese Maßnahmen nicht fruchten, könne man immer noch an „weitere Konsequenzen“ denken, erklärte Assessor Valentin Stocker (SVP). Der Gemeinderat von „Zukunft Naturns“, Johann Pöll, hatte ursprünglich einen Beschlussantrag eingereicht, in dem er eine Bewirtschaftung oder ein Zeitlimit für die Parkplätze andachte. Die vorgestellten Lösungsansätze überzeugten Pöll jedoch, sodass er seinen Antrag zurückzog. (mp)

 

 

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„Krisen erzwingen Wandel“

10. Februar 2011 Kommentare aus

Sepp Kusstatscher und Don Paolo Renner hielten in Naturns Impulsreferate

Stress, von Medien bestimmte Denkweisen, ausufernde Konsum-Mentalität“: Don Paolo Renner stellt dem seelischen Zustand der Welt kein gutes Zeugnis aus. „Wir sind getrieben von der Logik des immer mehr Wollens,  dabei bedeutet Wohlstand nicht gleich Wohlbefinden“, sagte der bekannte Theologe aus Meran.

Die BürgergruppeCivico Naturns, eine überparteiliche, unabhängige Vereinigung von Bürgern des Dorfes, hat an Maria Lichtmess, am 2. Februar, zu einem Vortragsabend mit Don Paolo Renner und dem Vorsitzenden der Grünen in Südtirol, Sepp Kusstatscher, geladen. Das Thema war der Wandel der Zeit und welchen Herausforderungen und Chancen die Welt in Zukunft begegnen wird. Die Krisen von heute, im Finanzwesen, im Klimas, auf dem Arbeitsmarkt, in der Armut oder bei den Ressourcen erzwingen einen Wandel, denn so wie heute könne es nicht weitergehen, ist Sepp Kusstatscher überzeugt. Er sieht die Welt inmitten einer Umbruchphase: „Wir befinden uns an einer Zeitenwende, wie beim Untergang des römischen Reiches, dem Ende des Mittelalters oder der französischen Revolution.“ Die jüngsten Ereignisse in Tunesien und Ägypten, oder die Veröffentlichungen von Wikileaks zeugen davon, „dass ein altes System bröckelt“. Und so rief Kusstatscher die zahlreichen Zuhörer auf, aktiv an diesem Wandel mitzuarbeiten, sich zu informieren, sich zu beteiligen und den Mut zu haben, die Mächtigen zu kontrollieren.

Mit einer „neuen Tugend der Nüchternheit, der Besinnung auf Werte und Prinzipien, sowie dem Streben nach dem Guten“ sei ein Wandel möglich, glaubt auch Don Paolo Renner, „damit wir unseren Kindern  eine wertvolle Welt hinterlassen“.

Bei der anschließenden Diskussion wurden die Zuhörer in vier Gruppen eingeteilt, in denen sie in vertrauterer Atmosphäre die Möglichkeit hatten, zu den Themen Dialog, Konsum, Werte und Klimakrise, Stellung zu nehmen. Die Ergebnisse der Diskussion wurden anschließend von den Diskussionsleitern der gesamten Gruppe vorgestellt.

Die BürgergruppeCivico Naturns möchte auch in Zukunft Initiativen und Informationsveranstaltungen dieser Art abhalten, um „Bürger, welche am Aufbau einer aktiven und solidarischen Gesellschaft interessiert sind, zusammenzubringen“, wie es hieß. (mp)

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Chor immer für Neues offen

10. Februar 2011 Kommentare aus

v.l.: Chorleiter Josef Pircher, Martha Ganthaler, Obfrau Karoline Kuppelwieser, Martin Stecher

Vor kurzem hielt der Kirchenchor Naturns Rückschau auf das vergangene Arbeitsjahr. Obfrau Karoline Kuppelwieser spannte dabei den Bogen vom Konzert „Roter Mohn“ mit dem Frauenchor In Letizia zum Herbstkonzert „Wir schenken euch ein Lied“ zusammen mit dem Kirchenchor Tabland/Staben bis hin zum feierlichen Gottesdienst am Cäciliensonntag gemeinsam mit dem obengenannten Kirchenchor und der Musikkapelle Naturns. Gerne erinnerten sich die Chormitglieder auch an den Besuch der Operette „Der Vogelhändler“ in Innsbruck und an den Ausflug ins benachbarte Trentino zur beeindruckenden Ruine von Schloss Beseno sowie an so manchen weiteren geselligen Anlass.  Chorleiter Josef Pircher war es dann, der auf besondere Zielsetzungen im Vereinsleben aufmerksam machte. So war er unter anderem stets bestrebt, neue Akzente zu setzen und den Chor für Neues zu öffnen. Bestes Beispiel dafür sei die Zusammenarbeit mit der Jugendsinggruppe, welche an einigen Sonntagen gemeinsam mit dem Kirchenchor die Gottesdienste gestaltet hatte. Vorausschauend auf das neue Arbeitsjahr legte der Chorleiter den Schwerpunkt auch auf Altbewährtes und beinahe Vergessenes, wie das Paternoster, das Magnifikat und das Salve Regina als Volksgesang. Höhepunkte in diesem Jahr dürften das Konzert mit dem Domchor Bozen im Frühjahr und jenes mit dem Kirchenchor von Dorf Tirol im Herbst werden. Die Schulung von Kantoren ist dem Chorleiter weiterhin ein großes Anliegen. Im weiteren Verlauf der Versammlung beschloss die Chorgemeinschaft Helmut Rechenmacher für 43 Jahre aktiven Dienst- davon 6 Jahre als Obmann- die Ehrenmitgliedschaft zu verleihen. Herrn Martin Stecher hingegen überreichte die Obfrau für 25 Jahre Einsatz im Kirchenchor Anstecknadel und Ehrenurkunde. Mit einem Blumenstrauß bedankte sie sich auch bei Frau Ganthaler Martha für die langjährige Mitarbeit im Vorstand als Vertreterin des PGR.

 

 

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Facebook: ultracool oder verdummend?

13. Januar 2011 Kommentare aus

Organisiert von „Live-der junge KVW“ und dem Juze Naturns diskutierten Jugendliche über „Facebook“

Um mit Freunden in Kontakt zu sein und sich auszutauschen, dafür wird „Facebook“ vornehmlich genutzt. Über die Gefahren, die das soziale Netzwerk in sich birgt, wissen die Jugendlichen Bescheid. Nur in Einzelfällen wird die Plattform von jugendlichen Benutzern missbraucht. Michael Federspiel, Fabio Franza, Andreas Winkler und Ludwig Paulmichl führten im Dezember im Juze in Naturns und im Jugendtreff in Algund in das Thema „Facebook“ ein. Den  Jugendlichen gaben die vier Malser Maturanten wichtige Tipps mit auf den Weg: „Nehmt euch die Zeit, um die Privatsphären-Einstellungen auf ‚Facebook’ Schritt für Schritt durchzugehen; nur die Freunde sollten Einblick in das eigene Profil haben. Veröffentlicht nur die wichtigsten persönlichen Informationen. Verwendet eine anonyme E-Mail-Adresse. Beleidigungen sind strafbar und deshalb zu unterlassen.“ Und: „Fotos dürft ihr nur mit der ausdrücklichen Zustimmung der fotografierten Person hochladen.“ (ap)

 

 

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Neujahrskonzert in Naturns

13. Januar 2011 Kommentare aus

Das Günther-Sanin-Strauss-Ensemble im Rathaussaal Naturns

Am Montag, dem 3. Jänner, fand im Bürger- und Rathaus von Naturns das schon beinahe zur Tradition gewordene Neujahrskonzert statt.

Mit dem Günther-Sanin-Strauss-Ensemble wurde der Abend zu einem hinreißenden und unvergesslichen Musik-erlebnis. Günther Sanin, heute Konzertmeister im Orchester der Stiftung Arena von Verona hat eine Karriere von höchstem Niveau, sowohl als Sologeiger, als auch als Orchestermitglied, hinter sich. Er gründete 2006 das Strauss-Ensemble, dessen Mitwirkende heute alle eine hervorragende Stellung im internationalen Musikpanorama einnehmen. Für die Liebhaber klassischer Musik wurde ein mannigfaltiges Programm geboten. In bunter Folge erfreuten Werke aus Oper und Operette von Emerich Kalman, Johann und Josef Strauss, Franz Lehar, J. Offenbach und Brahms die Zuhörer.

Die Sopranistin Sonia Peruzzo und der Tenor Alex Magri begeisterten das Publikum durch ihre Gesangsstücke. Beide sind Sieger internationaler Wettbewerbe und haben wiederum ihre Meisterschaft bewiesen.

Als Moderatorin konnte Yvonne Miracolo gewonnen werden. Sie verstand es, geschickt durch den Abend zu führen, zu interpretieren und auch ernste und heitere Episoden aus dem Leben der großen Meister einzustreuen.

Das Streichquartett hatte schon vor dem allgemeinen Konzertbeginn den Neujahrsempfang des Bürgermeisters musikalisch umrahmt und den Geladenen eine Kostprobe ihres Könnens geboten. Durch die Einladung zum Neujahrsempfang und zum Konzert dankte Andreas Hei-degger in der Festrede allen ehrenamtlich Tätigen und den Verantwortlichen in den Vereinen für die Leistungen und für die gute Zusammenarbeit zum Wohle der Dorfgemeinschaft. Der Rückblick auf besondere Ereignisse und Errungenschaften in wirtschaftlicher, sozialer, politischer und kultureller Hinsicht hob den Wert und die Unverzichtbarkeit der ehrenamtlichen Arbeit hervor. (ria)

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Leben bewusst gestalten

13. Januar 2011 Kommentare aus

Kennen Sie das Gefühl, dass Ihr Leben an Ihnen vorbeizieht? Oder, dass Sie sich manchmal wie ein Hamster im Rad bewegen? Haben Sie Ziele, die scheinbar unerreichbar sind oder keine konkreten Ziele? Fühlen Sie sich einer Aufgabe nicht gewachsen?

von Maria Gerstgrasser

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