Archiv

Archive for the ‘Parteien’ Category

Irdisches und Astronomisches

13. Januar 2011 Kommentare aus

Freiheitliches Dreigestirn in der Latscher Ratsstube v.l.: André Pirhofer, Sepp Kofler und Thomas Pichler

Das freiheitliche Dreigestirn im Latscher Gemeinderat ist ein lautstarkes. Der Kofler Sepp hat mit André Pirhofer und mit Thomas Pichler seit Mai vergangenen Jahres Verstärkung bekommen. In der letzten Ratssitzung 2010 sind die Drei gleich mit fünf Beschlussanträgen aufmarschiert. Bei der Radtrasse soll sich die Verwaltung für die Wirtschaft einsetzen, so der erste Antrag. Jede Gemeinderatsfraktion soll im Gemeindeblatt jeweils eine viertel Seite bekommen, um ihre Sichtweise der Gemeindepolitik darlegen zu können, schließlich bekommen die Blattmacher „einen Batzen Geld“ von der Gemeinde, so der zweite Antrag. Der dritte: Für das Ehrenamt sei etwas zu tun. Man könne das in Form eines „Ehrenamtspasses“ machen, welcher Vergünstigungen etwa bei Eintritten vorsehe. Der vierte: Die Gemeinde Latsch soll Kooperation mit Nachbargemeinden prüfen, um Einsparungen erzielen zu können. Und schließlich kamen die Freiheitlichen mit der Idee, einen kostenlosen Internetzugang via Funknetz, am Lacusplatz etwa, einzurichten. Nach jedem Beschlussantrag kam die kalte Dusche: mehrheitlich abgelehnt. In den Reihen der SVP kristallisierte sich dabei eine ablehnend engagierte Zunge heraus: jene des Ratneulings Werner Schuler, der sich seine Polit-Sporen in der SVP Jugend erworben hatte.  Nach dem irdischen Politgetümmel wurde es dann astronomisch in der Latscher Ratsstube. Stararchitekt Werner Tscholl stellte – als Vorspann für eine Bauleitplanänderung, für die Umwidmung des Schlosses Annenberg von Landwirtschaftsgebiet in Zone für öffentliche Bauten und Anlagen mit Privatinitiative – die Frühphase des Projektes für den Umbau von Schloss Annenberg vor. Manfred Fuchs, Schlossbesitzer und in der Weltraumforschung tätiger Latscher Millionär, trat mit drei Wünschen an Tscholl heran: Im Schloss Annenberg soll eine Wohnung, ein Tagungszentrum für die OHB von Fuchs, welche kürzlich der großen EADS das „Galileoprojekt weggeschnappt hat, und ein öffentlich zugängliches Museum hineingeplant werden und zwar so, dass keine der drei Einheiten vom jeweils anderen gestört wird. Tscholl plant das Museum unterirdisch, an der Ringmauer entlang, von Turm zu Turm. „Von der Bronzezeit zu den Sternen“  lautet der Arbeitstitel, der die bronzezeitlichen Funde am Schlosshügel bis zur Weltraumforschung beinhalten soll. Die Gemeinderäte zogen allesamt den Hut vor jenem, der das Schloss revitalisieren will, zumal Manfred Fuchs ebenso Latscher ist wie der planende Architekt Werner Tscholl. Zudem wird sowohl das Museum als auch das Tagungszentrum als Chance für den Tourismus in Latsch gesehen wird. (eb)

 

 

Advertisements
Schlagwörter:

Rückblick 2010

16. Dezember 2010 Kommentare aus

Vinschgerwind-Splitter aus dem Jahr 2010


Unglück. Am 12. April geschieht zwischen Latsch und Kastelbell Unfassbares: Der Vinschgerzug wird von einer Mure erfasst, Schlamm dringt in die Waggons, 11 Menschen sterben, mehr als 30 werden verletzt. Landesweite Bestürzung herrscht über den Unfall, die mediale Beachtung des Unglücks ist riesengroß und reicht weit über die Landesgrenzen hinaus. Die Bergungsaktion verläuft reibungslos, Retter sind sofort zur Stelle. Die Landesregierung sagt eine finanzielle Soforthilfe für die Hinterbliebenen und für die Verletzten zu. Bischof Karl Golser hält in der Pfarrkirche von Schlanders einen Trauergottesdienst ab. Der Hergang des Unfalls wird später die Staatsanwaltschaft beschäftigen. Als gesichert gilt, dass eine „Wassertasche“ die Schlammlawine explosionsartig gelöst hat. Wo die Verantwortlichkeit für diese „Wassertasche“ liegt, versucht die Staatsanwaltschaft durch Experten herauszufinden. Ersten Verdachtsmomenten, eine defekte Beregnungsleitung oberhalb des Unfallortes könnte die Mure ausgelöst haben, treten die Verantwortlichen des Bonifizierungskonsortiums Vinschgau vehement entgegen. Es gebe zwar eine defekte Beregungsleitung, so Bonifizierungsobmann Lothar Burger, diese könne allerdings niemals allein für die Mure verantwortlich sein.

Iyhaa. Sepp Noggler, „Sepp Rambo“, wird der „Wind“-Betitelung nach den Landtagswahlen im Jahr 2008 mehr als gerecht. Zu Beginn des Jahres lässt Noggler, damals noch VEK-Präsident, gegen die Landesregierung einen Rekurs schmieden und zwar gegen die Konzessionsvergabe am Marteller Stausee. Die „Hydros“ (60% SEL AG und 40% Edison) hat sich als Hydra erwiesen und ihr wurde die Konzession zugesprochen. Das Urteil  ist noch ausständig. In dieser Dicke ging es unters Jahr weiter und endete kürzlich damit, dass es Noggler, fraktionszwangsbefreit, erreichte,  einen Energieartikel aus dem Omnibusgesetz vertagen zu lassen. Noggler fühlt sich ausschließlich seinen Vinschger Wählern verpflichtet.

Gebrütet. Früh hat er sich ins Fenster gestellt, um seinen Anspruch als Bezirkspräsident anzumelden: der Laaser BM Andreas Tappeiner. Ernsthafte Konkurrenz hatte er nicht zu befürchten. Gelungen ist ihm, den Bezirksausschuss so zusammenzustellen, wie er es in seiner Laaser Gemeinde gewohnt ist: mit „seinen“ Leuten. Roselinde Koch Gunsch, wenn auch nicht wortgewandte so doch wortgewaltige VizeBM in Taufers und SVP-Bezirksobfrau, sollte unbedingt in den Ausschuss. Der SVP-Obmann Richard Theiner und der SVP-Senator Manfred Pinzger stellten sich dermaßen hinter „ihre“ Roselinde und setzten Tappeiner mächtig und dermaßen unter Druck, dass der Schlanderser Psychologe Harald Tappeiner, frischgebackener Präsident des SVP-Bezirkssozialausschusses,  mediativ eingreifen musste. Koch-Gunsch kam dennoch nicht in den Bezirksausschuss, wurde allerdings – als Kompromiss – mit den Interregprogrammen beauftragt. Trotzdem – Koch Gunsch war politisch beleidigt – stimmte sie dem Tappeiner’schen Ausschuss in der konstituierenden Sitzung nicht zu. Tappeiner hat sich seine Wunschkandidatin in den Ausschuss geholt: die Kastelbeller VizeBMin Rita Gstrein.


Gluckig. Ein Teil der VizeBM ist im Vinschgau weiblich. Sibille Tschenett ist die VizeBMin in Mals, Karoline Gasser in Graun, Roselinde Koch Gunsch in Taufers, Monika Holzner Wunderer in Schlanders und Rita Gstrein in Kastelbell. Mindestens zwei davon hätten das Potenzial gehabt, ganz vorne mitzumischen. Beide haben sich nicht getraut, konnten oder durften nicht. Beide haben jungen, polithungrigen Männern den Vortritt gelassen. Die Gentlewomen, die das Bemuttern vorgezogen haben, sind Karoline Gasser in Graun und Monika Wunderer in Schlanders.


Eiszeit. In Mals wird tabula rasa gemacht. BM Ulrich Veith setzt einen neuen Touristik &Freizeit Vorstand ein und fegt damit Albert Hutter & Co von der Watles-Bühne. Dann lässt Veith in Mals Bäume aufstellen – in Töpfen – weil alles versiegelt ist. Der Oberwind hat was dagegen und lässt die Bäume purzeln. Eine teure schlossermäßige Verankerung wird daraufhin den Bäumen verpasst. Dann ist Spatenstich in Planeil. Das neue SEL-Gemeinde-FraktionPlaneil-E-Werk wird in Angriff genommen. Dann kommt, vor dem Gemeindeleitbild, der Energieleitplan und das Ansinnen sickert durch, dass auf der Malser Haide insgesamt 7 Windräder aufgestellt werden sollen. Es regt sich Widerstand. Die Touristiker sind dagegen, eine Gegner-Gruppe beginnt sich zu bilden. Zwischen den Obervinschger Gemeinden Graun und Mals herrscht wegen der Windräder Eiszeit. BM Heinrich Noggler lässt eine Volksbefragung vorbereiten.

Vernetzt. Georg Lechner, der Geschäftsführer der Lasa Marmo, vernetzt sich. Seit Jänner hängt das Betriebsgelände am Netz des Laaser Fernheizwerkes. Netze spannt Lechner auch andere. Der Architekt Siegfried Tappeiner entwirft einen Plan, um die gesamte Marmorgeschichte touristisch zu erschließen. Dazu will man eine Gesellschaft gründen. Plan und Gesellschaft reifen immer noch in der Schublade. Dafür war der Nationalpark fixer und macht Nägel mit Köpfen: Zum 80-jährigen Jubiläum der Laaser Schrägbahn, der grand Dame der Vinschger Industrie, brachte der Park – in Zusammenarbeit mit dem Verein Freunde der Schrägbahn, der Fraktion Laas und der Lasa Marmo –  ein herrlich Geschenk mit ein: den Schräbahnsteig, einen Themenlehrweg. Die touristische Nutzung hat einen Angelpunkt.

Freudig. Die Verkehrsproblematik im oberen Vinschgau steht an einem Wendepunkt. „Beim Ausbau der Staatsstraße wird in der bevorstehenden Amtsperiode der Verwirklichung des Projekts Umfahrung Kastelbell weiterhin höchste Priorität eingeräumt. Anschließend muss eine Verkehrsberuhigung von Tartsch angegangen werden. Sollte eine Gesamtlösung im Abschnitt Spondinig – Mals in Zusammenarbeit mit den betroffenen Gemeinden Schluderns, Mals, Glurns und Prad am Stj. realisierbar sein, ist dies anzugehen“, hat Bezirkspräsident Andreas Tappeiner in seiner Programmschrift festgehalten. Mit ihrer Unterschrift haben der Prader BM Hubert Pinggera und der Malser BM Ulrich Veith dies besiegelt. Freuen dürfte sich der Schludernser BM Erwin Wegmann.

Frech. Latsch, Glurns, Graun, Mals und Partschins jeweils 3; in Schluderns 2, Taufers, Naturns und Schlanders 1 Ratssitz: Die Freiheitlichen haben bei den Gemeinderatswahlen im Mai frech aufgetrumpft. In Schlanders wollten die Freiheitlichen kurz vor den Wahlen das Handtuch werfen und nicht mehr kandidieren. In Unkenntnis dieses Umstandes hat der „Wind“ über die F-Kandidaten berichtet. Danach hat man sich bemüßigt gefühlt, doch zu kandidieren. Jungspund Lukas Theiner ist dann – nolens volens – in den Rat katapultiert worden. Mittlerweile ist ein Ober-Freiheitlicher für den Bezirk gewählt, ein Bezirkssprecher nennt das die F-Truppe. Peppi Stecher, ein 68er Jahrgang und Sepp Nogglers Schwager, soll die Freiheitlichen im Vinschgau koordinieren. Nicht mehr an vorderster F-Front ist der Laaser Oswald Angerer.

Verlierer. Die Allianz mit mächtigen Bauern im Hintergrund half dem Partschinser Sportvereinspräsident und Arbeitnehmerkandidat Stefan Ganterer wenig. Nicht ausreichend hieß es für den Lehrer im Stechen um den Bürgermeistersessel in Partschins. Platz zwei. Setzen.

Anders ist der Kastelbeller Johannes Kofler an die Bürgermeister-Wahl herangegangen. Mit Klinken putzen wollte sich der eloquente Kofler die Tür zum Rathaus öffnen. Sein Nimbus reichte nicht. Seine politische Graswurzelarbeit ebenso wenig. Mit nur einem Platz im Ausschuss wurden Kofler und seine Arbeitnehmerinnen abgespeist.

Was am Gasthaus-Pudel ausgekungelt wurde, sollten sich die Schlanderser Bauern zu eigen machen und einen Rescher Wirtschaftler ins Rathaus hieven. Aus der geplanten Abnickwahl wurde nichts. Die Bauern verweigerten die Gefolgschaft und Erwin Dilitz führte die Schlanderser Wirtschaft ins größte Debakel ihrer Geschichte. Der wirtschafts-politische Einsatz als einfaches Ratsmitglied des Anwalts bis heute: Null komma Josef.

Im politischen Fleischwolf fand sich der Marteller Seewolf, Hans Fleischmann wieder. Der Hintermarteller Wirt wollte das Tal von hinten aufrollen. Um zehn Stimmen musste er sich dem Briefträger geschlagen geben. Mit zusammengebissenen Zähnen folgte auf vollmundige Worte vor der Gemeinderatswahl ein kleinlauter Rückzug nach der Gemeinderatswahl.

Gebeutelt.Hans Berger, der Landesrat für Tourismus und Landwirtschaft, stellt den Vinschger Tourisitkern die Rute ins Fenster. So gehe es nicht, sagt Berger und nimmt Bezug auf diverse Pilgerfahrten von Touristikern in sein Büro. Berger zitiert die BM nach Bozen und macht den Tourismus damit zum lokalen Politikum. Fazit I: Eine Arbeitsgruppe, von lokalpolitischer Seite unterstützt, wird eingesetzt. Die soll den Vinschgau, auf dem Papier, auf Vordermann bringen und Ergebnisse bis Ende September liefern. Sind die Ergebnisse dann da, so ward’s ausgemacht, tritt der Verbandspräsident Karl Pfitscher zurück. Einen „dead man walking“ nannte der „Vinschgerwind“ Pfischter. Fazit II: Ergebnisse sind bisher keine auf dem Tisch. Pfitscher walkt immer noch. Vor Jänner 2011 seien Ergebnisse nicht zu erwarten, heißt es. Derweil soll der Tourismusverband das Programm und die Werbung für das kommende Jahr unter Dach und Fach bringen. Fazit III: Der Verband wird in der Luft hängen gelassen. Fazit IV: Goßer Sturm im Wasserglas? Denn der Tourismus im Vinschgau steht ganz so schlecht nicht da. Natürlich gibt es da und dort Verbesserungsbedarf. Durchgesickert ist bislang nur eines: Einen Zusammenschluss mit dem Burggrafenamt wird es wohl nicht geben.

Gegangen. In Schlanders hat wohl kein Generalsekretär eine kürzere Amtszeit auf dem Buckel. Nach  gut dreieinhalb Jahren warf Christian Messmer das Handtuch und löste im Tal eine wahre Sekretärsrochade aus. Erst wollte er nicht, dann wollte Georg Sagmeister, der Glurnser Stadtsekretär doch. Sagmeister, für seine eiserne Hand und stramme Verwaltung bekannt, ist beim Wettbewerb vor allem auf eins geprüft worden: seine Führungsqualitäten. Vielfachfunktionär ist Sagmeister seitdem: Glurnser Stadtsekretär, Schlanderser Teilzeitsekretär und Göflaner Fraktionssekretär. Messmer hingegen wurde zum Provisorium und besetzt bis zur Genesung von Konrad Raffeiner, dem Schludernser Sekretär, den vakanten Posten im Generalsekretariat der Bezirksgemeinschaft von Alfred Kaserer. Kaserer und der Malser Generalsekretär Anton Patscheider wählten einen leisen Abgang: die Pensionierung.

Slalom. Das Skigebiet Schöneben mag die Haideralm. Lieben ist etwas anderes. Zum wiederholten Male kochen heuer wieder Fusionsgelüste auf. AltBM Albrecht Plangger blieb die Fusionierung seiner Skigebiete versagt. Mit dem neuen BM Heinrich Noggler keimt auf Haider Seite wieder Hoffnung auf. Die Haider suchen Halt. Mal tuscheln sie mit dem Watles, mal kuscheln sie mit Schöneben. Neues Jahr, neues Spiel, neues Glück? Die Trafoier haben ebenfalls Halt gesucht. War im vorigen Winter der Schönblicklift zu, die Schönaussichten trüb, ist es den Trafoiern gelungen, heuer den Spieß umzudrehen. Was Sulden erwirtschaftet, wird in Trafoi gesteckt, so die Devise von Werner Netzer, Chef der Walter Klaus Holding. Olé, sagt da Jaime Lorenzo Blanco hoch oben auf der Tarscher Alm und verspricht weiße Weihnachten in Tarsch und Latsch: Nadal Blanco. Blanco steckt heuer einen Haufen Geld in die alten Anlagen, revisioniert diese und will zu Weihnachten mit umgebauter und vom höhenerprobten Arthur Gfrei geführten Bergstation eröffnen.

 

Abgesang. Der eine, Kulturgeist Konrad Meßner, verabschiedet seinen Xong pompös mit einem „Schwanenxong“. Nach der 12. Ausgabe scheint Schluss zu sein. Finanzielle Probleme. Der andere, Kurt Ziernöld, Präsident der Kaufleute und
Dienstleister im Tal, macht einem jüngeren Platz. Der Laaser Dietmar Spechtenhauser wird hds-Bezirkspräsident. Ziernhöld staucht den „Vinschgerwind“ in Kortsch bei seiner Abschiedsrede vor versammelter Kaufleutemann- und -frauschaft zusammen. Der „Wind“ hatte sich erlaubt, „Ziernhölds Idee“ eines „Vinschger Handelsfenster“ ins richtige Licht zu rücken. Würdevoller ist ein „Politfossil“, wie ihn der „Wind“ bezeichnete, gegangen: der Partschinser BM Robert Tappeiner. 46 Jahre lang hat er die Geschicke der Kleingemeinde als BM geleitet.

Gebürstet. Latsch ist, weil mehrfach gespalten, immer ein spannendes Pflaster. Auch heuer. Die Wahlen der Tourismusspitze waren so ein Pflaster. Zwei wollten es im Vorfeld wissen: Georg Pirhofer und Hansjörg Dietl. Ersterer hatte die meisten Stimmen bei der Vollversammlung, letzterer lag knapp dahinter. Dietl wurde dann nach mehreren Sitzungen gewählt, es wurde antichambriert, Dietl – „El Presidente“ – musste seinen Hut nehmen und Präsident geworden ist dann ein Marteller: Günther Pircher.


Opponiert. Politisch herumdoktern hat Andreas Heidegger müssen. Bei der Zusammenstellung seines Ausschusses hat Heidegger den streitbaren Gemeindearzt Hans Pöll außen vor gelassen und die Margot Svaldi Tschager in seine Regierung geholt. Dafür musste der Koalitionspartner eine Kröte schlucken: VizeBM wurde der Inneruntersteller und Fuchs am Berg Helmuth Müller. Umgekehrt ist’s in Laas. Dort hat Bürgermeister Andreas Tappeiner am Alleinherrschen Gefallen gefunden. Trotz hervorragender Wahl

-Ergebnisse bekommt die Bürgerliste keinen Platz und wird zum Bauernopfer. Den Bürgerlistlern um Priska Lechner ist das sauer aufgestoßen. Die Retourkutsche sollte mit der Volksbefragung und der Reduzierung der Referenten kommen. Gelungen ist das nicht. Das Quorum wurde nicht erreicht. Aus Prinzip keine Opposition im Kabinett, so scheint’s, will man in Prad. Und aus Prinzip wird auch nicht mit der Opposition gesprochen. Ergebnis hin oder her. Viechisch sei das, behaupten böse Zungen. Bürgermeister Hubert Pinggera lässt’s kalt. Weil die grün beseelte Opposition die politische Rhetorik beherrscht und Pinggera in Schach zu halten weiß, wird in Prad pfeffrig in langen mehrtönigen Ratssitzungen opponiert.

Schlagwörter:

Ciao Mila!

16. Dezember 2010 Kommentare aus

Heftig protestieren die Grünen gegen das Ansinnen der Mila, im kommenden Jahr die Mehrwegflasche abzuschaffen. „Wir protestieren gegen diese Maßnahme, die viele umweltfreundliche, aufmerksame und ästhetikliebende SüdtirolerInnen verärgert und fordern alle dazu auf, jene Sennereien zu bevorzugen, die unweltfreundliche Verpackungen anbieten“, sagen Brigitte Foppa und Sepp Kusstatscher, Co-Landesvorsitzende Verdi Grüne Verc (im Bild mit Riccardo Dello Sbarba, Hans Heiss). Weil der neue Mila-Obmann ein Vinschger ist und viele Vinschger Bauern ihre Milch an die Mila abgeben, dürfte der Protest im Vinschgau auf Widerhall stoßen. (eb)

 

 

Schlagwörter:

„Gut geölter Apparat“

2. Dezember 2010 Kommentare aus

Von den jungen Frauen, links Heidi Gamper Altstätter, rechts Tanja Ortler, bei der Wahl für den SVP-Landesparteiausschuss förmlich zerdrückt: Franz Tappeiner

Man war schon mal besser aufgestellt, in der Vinschger Bezirks-SVP. Hatte man vor einem Jahr noch 133 Stimmrechte, so sind es aktuell 111 in den 43 SVP-Ortsausschüssen des Tales. Dennoch wurde bei den Wahlen der SVP-Bezirksobfrau, ihres Stellvertreters und des SVP-Bezirksausschusses am Freitag vor knapp 14 Tagen im Laaser Josefshaus Zweckoptimismus zelebriert. Weil es für die obgenannten Wahlen jeweils soviele Kandidaten wie Sitze gab, waren diese Wahlen Formsache. Die Ergebnisse seien der Vollständigkeit halber nachgereicht. Roselinde Koch Gunsch ist weiterhin SVP-Bezirksobfrau. 106 von 110 wählenden Stimmrechten (Laatsch war nicht anwesend) fielen auf sie. Manfred Pinzger bleibt ihr Stellvertreter. In den Bezirksausschuss sind Luis Lechner (46 Stimmrechte), Kurt Ziernhöld (52), Helene Schuler (50), Reinhard Spechtenhauser (40) und Ulrich Rechenmacher (29) gewählt.

Einen Tick spannender waren die Wahlen für den Landesparteiausschuss. Vier Sitze waren dort zu vergeben, fünf haben sich beworben. Dabei hat der Vinschgau einen verloren, der, nicht allen genehm, aber geradlinig seine Stimme seit 1994 im Landesparteiausschuss erhoben hat: Franz Tappeiner. Der Galsauner Landwirt, im Feuerwehrwesen mit Verdiensten tief verwurzelt, hat kürzlich als meistgewählter Gemeinderat ein politisches Comback gefeiert und wurde, nach einer Pause, wieder in den Gemeindeausschuss berufen. Tappeiner wurde in der Wahl im Josefshaus geschlagen. Junge Netzwerker haben das Rennen gemacht. Dieter Pinggera bekam 28 Stimmrechte, Ulrich Veith 26, die Prader Referntin Tanja Ortler 22 und die Marteller Referentin Heidi Gamper Altstätter 19 Stimmrechte. Tappeiner sah sich mit 15 Stimmrechten als Verlierer. Eine Retourkutsche für die Berufung von außen der Kastelbeller VizeBM Rita Gstrein Kaserer in den tags zuvor stattgefundenen Ausschusswahlen in der Bezirksgemeinschaft. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt.

Dass der Apparat gut geölt und dazu eine gehörige Portion Engagement dabei sei, sagte in seinem Referat der SVP-Obmann und Gesundheitslandesrat Richard Theiner.  Mit Verve überflog Theiner nicht nur diverse Themen, er sparte auch nicht mit Kritik. Eine Art Standortbestimmung, gepaart mit Zukunftspotenzial. „Ohne Ausländer geht nix mehr“, sagte Theiner etwa. Der Schlüssel zur Integration sei die Sprache. Integration koste sehr viel Geld. „Wir wollen ein Musterbeispiel für Europa werden“, sagte Theiner. Eine Mustergemeinde mit Integrationsbericht ist in jedem Bezirk vorgesehen. Latsch sei ein solche im Vinschgau. In Zukunft soll jede Gemeinde einen Integrationsbericht erstellen müssen. Die Verbände, so Theiner, haben sich in jüngster Zeit darauf konzentriert, zu jammern. Die Wirtschaft sage, man sei nicht mehr konkurrenzfähig, die Gewerkschaften sagen, das Soziale komme zu kurz. Alle sollen mit dem Gejammere aufhören, mahnte Theiner. „Wir wären nicht das, was wir heute sind, wenn wir nicht Zusammenhalt auf sozialpartnerschaftlicher Ebene leben“, sagte Theiner wörtlich. Dieses sozialpartnerschaftliche Verhältnis dürfen wir uns nicht schlecht machen. Egoismus ist Rückschritt. „Weniger Ich, mehr wir“, mahnte Theiner an. Die dezentrale Versorgung im Gesundheitsbereich ist sicher, schwenkte Theiner um. Wir brauchen mehr Spezialisierung und mehr Qualität. Die Umsetzung bei der Reform der Oberstufe bezeichnete Theiner als gelungen.

Einen Spagat wagte Theiner in Sachen Strom. Die Partei wolle den Konflikt Gemeinden-Land überwinden. „Ich bin zuversichtlich, dass wir südtirolweit eine Lösung finden werden“, so Theiner. Mit Betonung auf „südtirolweit“, den Vinschgaubezug wusste Theiner zu vermeiden. Mit Dank an das Engagement der Funktionäre und mit der Aufforderung „Wir müssen aufholen“, schloss Theiner seine Ansprache. (eb)

 

Schlagwörter: ,

F-inschgau ist operativ

2. Dezember 2010 Kommentare aus

Der Grundstein ist gelegt, ich freue mich, dass wir endlich operativ sind.“ Der seit vergangenem Samstag amtlich gewählte Bezirkssprecher der Freiheitlichen im Vinschgau, der Malser Hirschenwirt Peppi Stecher, ist in seiner Parteifunktion kein Provisorium mehr. Beim 1. Beziksparteitag der Freiheitlichen wurde André Pirhofer Stechers Stellvertreter. Als Bezirksbeiräte sind der Tauferer Roman Burger, der Schlanderser Lukas Theiner und Philipp Schöpf aus Graun gewählt. Damit haben die Freiheitlichen, nach Erfolgen bei den Landtagswahlen 2008, den Gemeinderatswahlen 2009 und 2010 Funktionärsgesichter bekommen. Denn bisher waren Aufbau und Führung der Shooting-Partei im Vinschgau mit wenig struktureller Basis vorangetrieben worden. Der Laaser Oswald Angerer war es, der offiziell für die Freiheitlichen im Vinschgau die Stellung gehalten hat, bis er voriges Jahr dies nicht mehr tun wollte. Mit ein Grund war wohl die, aus Sicht Angerers, falsche Kandidatenreihung bei den Landtagswahlen. Pius Leitner dankte Angerer am Samstag im Fraktionssaal in Latsch ausdrücklich für den wesentlichen Beitrag für die Erfolgsgeschichte der Freiheitlichen im Vinschgau. Damit der Bezirk organisch wachsen könne, damit Treffen und Gedankenaustausch möglich werden, dazu brauche es Strukturen, so Leitner. Leitner streifte einige Themen: Zum Thema Volksabstimmung – „Da braucht man keine Angst zu haben , die Leute wollen nicht zu jedem Blödsinn eine Volksabstimmung. Der SVP-Sekretär ist über die direkte Demokratie der Schweizer hergezogen. Wovor hat die SVP Angst?“ Zu den Windrädern auf der Malser Haide: Sind die landschaftsverträglich, umweltverträglich? Zum Wahlgesetz und mit Blick auf das Ausscheiden von Christian Egartner, Barbara Repetto und möglicherweise auch von Dieter Steger: „Das gehört sofort gemacht, gerade im Hinblick auf die Nichtwählbarkeiten. Im Prinzip müsste man den Landtag neu wählen, denn der derzeitige Landtag ist nicht jener, der gewählt worden ist.“ Zum Nationalpark Stilfserjoch: „Ich verwende mich dafür, die Jagd im Nationalpark ähnlich den Naturparken wieder einzuführen. Ich werfe dieses Thema auf.“

Grundsätzlich stehe die freiheitliche Politik dafür, für mehr Demokratie zu sorgen, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und auch über die Autonomie hinauszudenken. „Ich bin für die 2. Staatsbürgerschaft“, sagte Leitner, „allerdings muss man den Leuten auch sagen, was rechtlich möglich ist.“ In Österreich seien sämtliche Parteien, außer die Freiheitlichen, im Nationalrat gegen diese 2. Staatsbürgerschaft.

„Am 7. Dezember werden die Freiheitlichen volljährig“, sagte Leitner, „und die SVP ist 65, also pensionsreif.“ (eb)

 

Schlagwörter: ,

Junge Generation hält jung

18. November 2010 Kommentare aus

v.l.: Sebastian Überbacher (ladinischer Vertreter), Stefan Franceschini (männlicher LJR Stellvertreter), Tanja Rainer (weibliche Stellvertreterin), Landesjugenreferent Manuel Raffin und Johannes Winkler (JG Geschäftsführer)

In einem gemütlichen Ambiente im Hotel Bamboo in Goldrain feierte die „Junge Generation“ der SVP am Samstag, 06.11.2010 ihr 40-jähriges Bestehen. Die Geburtstagsfeier stand unter dem Motto: „Wir haben noch lange nicht genug“, welches verständlich machen soll, dass die ersten 40 Jahre ein gelungener Abschnitt waren, in dem vieles erreicht werden konnte, worauf man sich jedoch keineswegs ausruhen will. Der Spruch wurde bewusst ein wenig provokativ gewählt, hat jedoch laut eigenen Aussagen nichts mit den „Böhsen Onkelz“- einer deutschen Band zweifelhaften Rufes, welche dieses Motto in ihren Liedern prägte- zu tun.

Der Abend begann schließlich mit einem Aperitifempfang für die recht zahlreich erschienenen Gäste. Auch ausländische Gäste von der Jungen Union Deutschland, der JVP Österreich sowie der Jungen CVP aus der Schweiz konnten willkommen geheißen werden und ihre Grußworte an die JG richten. Hierbei waren sich alle Parteivertreter einig, dass eine Jungpartei der „Stachel im Fleische der Mutterpartei“ sein soll und dementsprechend die Aufgabe hat, die Dinge aus einem kritischen Blickwinkel zu sehen.

Landeshauptmann Luis Durnwalder, welcher bei der Feier nicht persönlich anwesend sein konnte, hinterließ eine Videobotschaft, in welcher er die Wichtigkeit der aktiven politischen Mitgestaltung der Jugend betonte. Auch Landesrat Richard Theiner unterstrich mit seiner Rede die Notwendigkeit, die Jugend für Politik zu begeis-tern und die wichtige Rolle, welche die JG als Sprachrohr der Jugend in ihrer Mutterpartei einnimmt.

Einer Schweigeminute für den kürzlich verstorbenen Alfons Benedikter folgte schließlich ein aufregender Rückblick auf 40 Jahre JG- Geschichte samt all ihren Höhepunkten und Tiefschlägen. Zahlreiche aktuelle und ehemalige Personen welche die Geschichte der JG mitprägten, kamen dabei zu Wort.

Was die Zukunft betrifft, versprach der aktuelle Landesjugendreferent Manuel Raffin, „auch weiterhin Klartext zu reden und nicht mit dem Strom zu schwimmen, sondern selber Strömung zu machen“.

Dem offiziellen Teil folgte eine gelungene Showeinlage des Kabarettisten Dietmar Prantl, welcher früher selbst Mitglied der JG war. Mit frechen Sprüchen und seiner gewohnt satirischen Darbietung konnte er die Anwesenden begeistern und für zahlreiche Lacher sorgen. Bei der anschließenden Party mit DJ Shiva konnte noch bis spät in die Nacht gefeiert werden. (am)

 

 

Schlagwörter:

Auf die Plätze, fertig…

9. September 2010 Kommentare aus

Spannendes Gespann an den SVP-Bezirksspitzen? Für gehörig Bewegung in der Partei wär’ gesorgt: Sepp Noggler und Arnold Schuler

Wenn die Partei mich ruft, stehe ich zur Verfügung.“ Dies sagt der Vinschger Landtagsabgeordnete Sepp Noggler im Hinblick auf die Neuwahlen im SVP-Bezirk Vinschgau. Sicher ist auch, dass Noggler nicht gegen die amtierende SVP-Bezirksobfrau Roselinde Koch Gunsch antreten wird. Denn Koch Gunsch habe sich, so Noggler, auch nach der Niederlage bei den Vorwahlen zur Landtagskandidatur äußerst loyal verhalten, die Parteimitglieder auf Linie gehalten und tapfer wahlgekämpft. Trotzdem: Koch Gunsch wird bei der heutigen SVP-Bezirkssitzung wohl sagen müssen, ob sie ein weiteres Mal kandidieren wird oder ob sie sich aus dem Rennen nehmen wird. In den SVP-Reihen ist klar, dass die Aufteilung Obfrau (-mann) aus dem oberen Vinschgau und Vize aus dem unteren Vinschgau beibehalten werden soll. Noch ist allerdings nicht klar, wie sich die jungen Bürgermeister in Parteifragen verhalten werden. Der Frondienst an der Bezirksparteifront steht für alle offen. Der Vinschger Senator, derzeit SVP-Bezirks-Vizeobmann, wird wohl nochmals antreten, um sich eine möglichst komfortable Ausgangsposition für die im Frühjahr möglichen Senatswahlen zu verschaffen. Derweil ist auch im benachbarten Burggrafenamt für Aufruhr gesorgt. Der Plauser Arnold Schuler ist dort im Spiel und möglicherweise bereit, Parteiarbeit zu leisten. Wenn die Parteirebellen Parteiarbeit übernehmen, würde das für neuen Schwung sorgen. (eb)

Schlagwörter: ,