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Archive for the ‘Industrie’ Category

Es ist vollendet

10. Februar 2011 Kommentare aus

Grund zum Feiern haben Paul Tröger und Georg Lechner. Seit einer Woche trocknet die Tinte unter dem Notarietätsakt, in dem die Transportstrukturen samt zugehörigen Grundstücken von der Lasa Marmo auf die Fraktion Laas unentgeltlich übergegangen sind. Knapp fünf Hektar sind das, die als Schenkung an die Fraktion gegangen sind. Damit haben die Akteure die Forderung vollendet, nach der die Marmor-Transportstruktur in die Hand einer öffentlichen Körperschaft gelangen soll. Dies wurde bereits mit Elisabetta Sonzogno, der damaligen Lasa-Besitzerin, im Zuge der Konzessionsverlängerung für den Marmorabbau, ausverhandelt.  Damit sollte die Basis geschaffen werden, dass alle Marmorakteure über die Schrägbahn ihren Stein abtransportieren können. Das war auch eine der Forderungen, die von der Fraktion Göflan bzw. der Gemeinde Schlanders erhoben worden ist. Diese Basis ist nun geschaffen, das Provisorium des Marmortransportes vom Wantl über Göflan könnte sich als Auslaufmodell herausstellen. „Wir haben im Gegenzug für die Übertragung der Transportstrukturen an die Fraktion Laas das Benutzungsrecht bis zum Ende des Bruchpachtvertrages“, freut sich der Geschäftsführer der Lasa Georg Lechner. Der Pachtvertrag für den Bruch läuft bis 2033. Die Investitionen für die Instandhaltungen an der Bahn muss die Lasa tätigen. Für den abgebauten Stein im Weißwasserbruch ist ein Pachtschilling von insgesamt 100 Euro pro Kubikmeter an die Fraktion Laas zu entrichten.

Bei Sekt und guter Laune: Lasa-Geschäftsführer Georg Lechner und der Laaser Fraktionsvorsteher Paul Tröger

„Die Fraktion stellt die Transportstruktur der Lasa zur Verfügung, unter der vertraglich festgelegten Bedingung, dass sie allen Bruchbetreibern für den Abtransport zugänglich sein muss“, sagt Paul Tröger. Tröger ist über den notariellen Schritt hoch erfreut und hat mit den neu erworbenen Grundstücken auch schon Pläne in petto. „Wir werden schauen, dass das „Loch“ und die Wiesenflächen entlang der Schrägbahn für die Laaser Bevölkerung als Naherholungsgebiet dienen können. Mit einer Schneekanone könnte eine kleine Rodelbahn, eine Piste für die Kleinen zum Skifahren oder ein Schlittschuhplatz im „Loch“ angelegt werden. Auch mit dem Plan für eine touristische Nutzung der Anlage hängt das zusammen“, sagt Tröger.

Im Hintergrund ist zudem noch einiges in Bewegung in Sachen Marmor: An der Jennwand, dem höchsten Marmorstollen der Welt, wird derzeit, Winter hin, Winter her, unter harten Bedingungen an der  Seilbahn gebaut. Vom Weißwasserbruch in Richtung Nesslwandbruch hat man bisher einen 30 Meter langen Stollen vorangetrieben. „Nun sollen Probebohrungen gemacht werden, die Aufschluss über die Marmorqualität erbringen sollen“, sagt Lechner. Und Lechner hatte vorige Woche noch einen Notartermin: Die „Lasa Marmo AG“ ist umgewandelt in eine „Lasa Marmo GmbH“. „Der Schritt hat eine Logik, weil es nur einen Eigentümer der Lasa gibt und das ist die Lechner Marmor AG, die die Lasa zu 100 Prozent kontrolliert“, begründet Lechner die Umwandlung. Außerdem können mit einer GmbH Verwaltungskosten eingespart werden, weil es keinen Verwaltungs- und Aufsichtsrat braucht, nur noch einen Geschäftsführer. „Wir haben die Lasa 2008 mit 32 Angestellten übernommen und beschäftigen heute 49 Leute“, ist Lechner zufrieden mit der bisherigen Bilanz der Lasa. (eb)

 

 

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Rückblick 2010

16. Dezember 2010 Kommentare aus

Vinschgerwind-Splitter aus dem Jahr 2010


Unglück. Am 12. April geschieht zwischen Latsch und Kastelbell Unfassbares: Der Vinschgerzug wird von einer Mure erfasst, Schlamm dringt in die Waggons, 11 Menschen sterben, mehr als 30 werden verletzt. Landesweite Bestürzung herrscht über den Unfall, die mediale Beachtung des Unglücks ist riesengroß und reicht weit über die Landesgrenzen hinaus. Die Bergungsaktion verläuft reibungslos, Retter sind sofort zur Stelle. Die Landesregierung sagt eine finanzielle Soforthilfe für die Hinterbliebenen und für die Verletzten zu. Bischof Karl Golser hält in der Pfarrkirche von Schlanders einen Trauergottesdienst ab. Der Hergang des Unfalls wird später die Staatsanwaltschaft beschäftigen. Als gesichert gilt, dass eine „Wassertasche“ die Schlammlawine explosionsartig gelöst hat. Wo die Verantwortlichkeit für diese „Wassertasche“ liegt, versucht die Staatsanwaltschaft durch Experten herauszufinden. Ersten Verdachtsmomenten, eine defekte Beregnungsleitung oberhalb des Unfallortes könnte die Mure ausgelöst haben, treten die Verantwortlichen des Bonifizierungskonsortiums Vinschgau vehement entgegen. Es gebe zwar eine defekte Beregungsleitung, so Bonifizierungsobmann Lothar Burger, diese könne allerdings niemals allein für die Mure verantwortlich sein.

Iyhaa. Sepp Noggler, „Sepp Rambo“, wird der „Wind“-Betitelung nach den Landtagswahlen im Jahr 2008 mehr als gerecht. Zu Beginn des Jahres lässt Noggler, damals noch VEK-Präsident, gegen die Landesregierung einen Rekurs schmieden und zwar gegen die Konzessionsvergabe am Marteller Stausee. Die „Hydros“ (60% SEL AG und 40% Edison) hat sich als Hydra erwiesen und ihr wurde die Konzession zugesprochen. Das Urteil  ist noch ausständig. In dieser Dicke ging es unters Jahr weiter und endete kürzlich damit, dass es Noggler, fraktionszwangsbefreit, erreichte,  einen Energieartikel aus dem Omnibusgesetz vertagen zu lassen. Noggler fühlt sich ausschließlich seinen Vinschger Wählern verpflichtet.

Gebrütet. Früh hat er sich ins Fenster gestellt, um seinen Anspruch als Bezirkspräsident anzumelden: der Laaser BM Andreas Tappeiner. Ernsthafte Konkurrenz hatte er nicht zu befürchten. Gelungen ist ihm, den Bezirksausschuss so zusammenzustellen, wie er es in seiner Laaser Gemeinde gewohnt ist: mit „seinen“ Leuten. Roselinde Koch Gunsch, wenn auch nicht wortgewandte so doch wortgewaltige VizeBM in Taufers und SVP-Bezirksobfrau, sollte unbedingt in den Ausschuss. Der SVP-Obmann Richard Theiner und der SVP-Senator Manfred Pinzger stellten sich dermaßen hinter „ihre“ Roselinde und setzten Tappeiner mächtig und dermaßen unter Druck, dass der Schlanderser Psychologe Harald Tappeiner, frischgebackener Präsident des SVP-Bezirkssozialausschusses,  mediativ eingreifen musste. Koch-Gunsch kam dennoch nicht in den Bezirksausschuss, wurde allerdings – als Kompromiss – mit den Interregprogrammen beauftragt. Trotzdem – Koch Gunsch war politisch beleidigt – stimmte sie dem Tappeiner’schen Ausschuss in der konstituierenden Sitzung nicht zu. Tappeiner hat sich seine Wunschkandidatin in den Ausschuss geholt: die Kastelbeller VizeBMin Rita Gstrein.


Gluckig. Ein Teil der VizeBM ist im Vinschgau weiblich. Sibille Tschenett ist die VizeBMin in Mals, Karoline Gasser in Graun, Roselinde Koch Gunsch in Taufers, Monika Holzner Wunderer in Schlanders und Rita Gstrein in Kastelbell. Mindestens zwei davon hätten das Potenzial gehabt, ganz vorne mitzumischen. Beide haben sich nicht getraut, konnten oder durften nicht. Beide haben jungen, polithungrigen Männern den Vortritt gelassen. Die Gentlewomen, die das Bemuttern vorgezogen haben, sind Karoline Gasser in Graun und Monika Wunderer in Schlanders.


Eiszeit. In Mals wird tabula rasa gemacht. BM Ulrich Veith setzt einen neuen Touristik &Freizeit Vorstand ein und fegt damit Albert Hutter & Co von der Watles-Bühne. Dann lässt Veith in Mals Bäume aufstellen – in Töpfen – weil alles versiegelt ist. Der Oberwind hat was dagegen und lässt die Bäume purzeln. Eine teure schlossermäßige Verankerung wird daraufhin den Bäumen verpasst. Dann ist Spatenstich in Planeil. Das neue SEL-Gemeinde-FraktionPlaneil-E-Werk wird in Angriff genommen. Dann kommt, vor dem Gemeindeleitbild, der Energieleitplan und das Ansinnen sickert durch, dass auf der Malser Haide insgesamt 7 Windräder aufgestellt werden sollen. Es regt sich Widerstand. Die Touristiker sind dagegen, eine Gegner-Gruppe beginnt sich zu bilden. Zwischen den Obervinschger Gemeinden Graun und Mals herrscht wegen der Windräder Eiszeit. BM Heinrich Noggler lässt eine Volksbefragung vorbereiten.

Vernetzt. Georg Lechner, der Geschäftsführer der Lasa Marmo, vernetzt sich. Seit Jänner hängt das Betriebsgelände am Netz des Laaser Fernheizwerkes. Netze spannt Lechner auch andere. Der Architekt Siegfried Tappeiner entwirft einen Plan, um die gesamte Marmorgeschichte touristisch zu erschließen. Dazu will man eine Gesellschaft gründen. Plan und Gesellschaft reifen immer noch in der Schublade. Dafür war der Nationalpark fixer und macht Nägel mit Köpfen: Zum 80-jährigen Jubiläum der Laaser Schrägbahn, der grand Dame der Vinschger Industrie, brachte der Park – in Zusammenarbeit mit dem Verein Freunde der Schrägbahn, der Fraktion Laas und der Lasa Marmo –  ein herrlich Geschenk mit ein: den Schräbahnsteig, einen Themenlehrweg. Die touristische Nutzung hat einen Angelpunkt.

Freudig. Die Verkehrsproblematik im oberen Vinschgau steht an einem Wendepunkt. „Beim Ausbau der Staatsstraße wird in der bevorstehenden Amtsperiode der Verwirklichung des Projekts Umfahrung Kastelbell weiterhin höchste Priorität eingeräumt. Anschließend muss eine Verkehrsberuhigung von Tartsch angegangen werden. Sollte eine Gesamtlösung im Abschnitt Spondinig – Mals in Zusammenarbeit mit den betroffenen Gemeinden Schluderns, Mals, Glurns und Prad am Stj. realisierbar sein, ist dies anzugehen“, hat Bezirkspräsident Andreas Tappeiner in seiner Programmschrift festgehalten. Mit ihrer Unterschrift haben der Prader BM Hubert Pinggera und der Malser BM Ulrich Veith dies besiegelt. Freuen dürfte sich der Schludernser BM Erwin Wegmann.

Frech. Latsch, Glurns, Graun, Mals und Partschins jeweils 3; in Schluderns 2, Taufers, Naturns und Schlanders 1 Ratssitz: Die Freiheitlichen haben bei den Gemeinderatswahlen im Mai frech aufgetrumpft. In Schlanders wollten die Freiheitlichen kurz vor den Wahlen das Handtuch werfen und nicht mehr kandidieren. In Unkenntnis dieses Umstandes hat der „Wind“ über die F-Kandidaten berichtet. Danach hat man sich bemüßigt gefühlt, doch zu kandidieren. Jungspund Lukas Theiner ist dann – nolens volens – in den Rat katapultiert worden. Mittlerweile ist ein Ober-Freiheitlicher für den Bezirk gewählt, ein Bezirkssprecher nennt das die F-Truppe. Peppi Stecher, ein 68er Jahrgang und Sepp Nogglers Schwager, soll die Freiheitlichen im Vinschgau koordinieren. Nicht mehr an vorderster F-Front ist der Laaser Oswald Angerer.

Verlierer. Die Allianz mit mächtigen Bauern im Hintergrund half dem Partschinser Sportvereinspräsident und Arbeitnehmerkandidat Stefan Ganterer wenig. Nicht ausreichend hieß es für den Lehrer im Stechen um den Bürgermeistersessel in Partschins. Platz zwei. Setzen.

Anders ist der Kastelbeller Johannes Kofler an die Bürgermeister-Wahl herangegangen. Mit Klinken putzen wollte sich der eloquente Kofler die Tür zum Rathaus öffnen. Sein Nimbus reichte nicht. Seine politische Graswurzelarbeit ebenso wenig. Mit nur einem Platz im Ausschuss wurden Kofler und seine Arbeitnehmerinnen abgespeist.

Was am Gasthaus-Pudel ausgekungelt wurde, sollten sich die Schlanderser Bauern zu eigen machen und einen Rescher Wirtschaftler ins Rathaus hieven. Aus der geplanten Abnickwahl wurde nichts. Die Bauern verweigerten die Gefolgschaft und Erwin Dilitz führte die Schlanderser Wirtschaft ins größte Debakel ihrer Geschichte. Der wirtschafts-politische Einsatz als einfaches Ratsmitglied des Anwalts bis heute: Null komma Josef.

Im politischen Fleischwolf fand sich der Marteller Seewolf, Hans Fleischmann wieder. Der Hintermarteller Wirt wollte das Tal von hinten aufrollen. Um zehn Stimmen musste er sich dem Briefträger geschlagen geben. Mit zusammengebissenen Zähnen folgte auf vollmundige Worte vor der Gemeinderatswahl ein kleinlauter Rückzug nach der Gemeinderatswahl.

Gebeutelt.Hans Berger, der Landesrat für Tourismus und Landwirtschaft, stellt den Vinschger Tourisitkern die Rute ins Fenster. So gehe es nicht, sagt Berger und nimmt Bezug auf diverse Pilgerfahrten von Touristikern in sein Büro. Berger zitiert die BM nach Bozen und macht den Tourismus damit zum lokalen Politikum. Fazit I: Eine Arbeitsgruppe, von lokalpolitischer Seite unterstützt, wird eingesetzt. Die soll den Vinschgau, auf dem Papier, auf Vordermann bringen und Ergebnisse bis Ende September liefern. Sind die Ergebnisse dann da, so ward’s ausgemacht, tritt der Verbandspräsident Karl Pfitscher zurück. Einen „dead man walking“ nannte der „Vinschgerwind“ Pfischter. Fazit II: Ergebnisse sind bisher keine auf dem Tisch. Pfitscher walkt immer noch. Vor Jänner 2011 seien Ergebnisse nicht zu erwarten, heißt es. Derweil soll der Tourismusverband das Programm und die Werbung für das kommende Jahr unter Dach und Fach bringen. Fazit III: Der Verband wird in der Luft hängen gelassen. Fazit IV: Goßer Sturm im Wasserglas? Denn der Tourismus im Vinschgau steht ganz so schlecht nicht da. Natürlich gibt es da und dort Verbesserungsbedarf. Durchgesickert ist bislang nur eines: Einen Zusammenschluss mit dem Burggrafenamt wird es wohl nicht geben.

Gegangen. In Schlanders hat wohl kein Generalsekretär eine kürzere Amtszeit auf dem Buckel. Nach  gut dreieinhalb Jahren warf Christian Messmer das Handtuch und löste im Tal eine wahre Sekretärsrochade aus. Erst wollte er nicht, dann wollte Georg Sagmeister, der Glurnser Stadtsekretär doch. Sagmeister, für seine eiserne Hand und stramme Verwaltung bekannt, ist beim Wettbewerb vor allem auf eins geprüft worden: seine Führungsqualitäten. Vielfachfunktionär ist Sagmeister seitdem: Glurnser Stadtsekretär, Schlanderser Teilzeitsekretär und Göflaner Fraktionssekretär. Messmer hingegen wurde zum Provisorium und besetzt bis zur Genesung von Konrad Raffeiner, dem Schludernser Sekretär, den vakanten Posten im Generalsekretariat der Bezirksgemeinschaft von Alfred Kaserer. Kaserer und der Malser Generalsekretär Anton Patscheider wählten einen leisen Abgang: die Pensionierung.

Slalom. Das Skigebiet Schöneben mag die Haideralm. Lieben ist etwas anderes. Zum wiederholten Male kochen heuer wieder Fusionsgelüste auf. AltBM Albrecht Plangger blieb die Fusionierung seiner Skigebiete versagt. Mit dem neuen BM Heinrich Noggler keimt auf Haider Seite wieder Hoffnung auf. Die Haider suchen Halt. Mal tuscheln sie mit dem Watles, mal kuscheln sie mit Schöneben. Neues Jahr, neues Spiel, neues Glück? Die Trafoier haben ebenfalls Halt gesucht. War im vorigen Winter der Schönblicklift zu, die Schönaussichten trüb, ist es den Trafoiern gelungen, heuer den Spieß umzudrehen. Was Sulden erwirtschaftet, wird in Trafoi gesteckt, so die Devise von Werner Netzer, Chef der Walter Klaus Holding. Olé, sagt da Jaime Lorenzo Blanco hoch oben auf der Tarscher Alm und verspricht weiße Weihnachten in Tarsch und Latsch: Nadal Blanco. Blanco steckt heuer einen Haufen Geld in die alten Anlagen, revisioniert diese und will zu Weihnachten mit umgebauter und vom höhenerprobten Arthur Gfrei geführten Bergstation eröffnen.

 

Abgesang. Der eine, Kulturgeist Konrad Meßner, verabschiedet seinen Xong pompös mit einem „Schwanenxong“. Nach der 12. Ausgabe scheint Schluss zu sein. Finanzielle Probleme. Der andere, Kurt Ziernöld, Präsident der Kaufleute und
Dienstleister im Tal, macht einem jüngeren Platz. Der Laaser Dietmar Spechtenhauser wird hds-Bezirkspräsident. Ziernhöld staucht den „Vinschgerwind“ in Kortsch bei seiner Abschiedsrede vor versammelter Kaufleutemann- und -frauschaft zusammen. Der „Wind“ hatte sich erlaubt, „Ziernhölds Idee“ eines „Vinschger Handelsfenster“ ins richtige Licht zu rücken. Würdevoller ist ein „Politfossil“, wie ihn der „Wind“ bezeichnete, gegangen: der Partschinser BM Robert Tappeiner. 46 Jahre lang hat er die Geschicke der Kleingemeinde als BM geleitet.

Gebürstet. Latsch ist, weil mehrfach gespalten, immer ein spannendes Pflaster. Auch heuer. Die Wahlen der Tourismusspitze waren so ein Pflaster. Zwei wollten es im Vorfeld wissen: Georg Pirhofer und Hansjörg Dietl. Ersterer hatte die meisten Stimmen bei der Vollversammlung, letzterer lag knapp dahinter. Dietl wurde dann nach mehreren Sitzungen gewählt, es wurde antichambriert, Dietl – „El Presidente“ – musste seinen Hut nehmen und Präsident geworden ist dann ein Marteller: Günther Pircher.


Opponiert. Politisch herumdoktern hat Andreas Heidegger müssen. Bei der Zusammenstellung seines Ausschusses hat Heidegger den streitbaren Gemeindearzt Hans Pöll außen vor gelassen und die Margot Svaldi Tschager in seine Regierung geholt. Dafür musste der Koalitionspartner eine Kröte schlucken: VizeBM wurde der Inneruntersteller und Fuchs am Berg Helmuth Müller. Umgekehrt ist’s in Laas. Dort hat Bürgermeister Andreas Tappeiner am Alleinherrschen Gefallen gefunden. Trotz hervorragender Wahl

-Ergebnisse bekommt die Bürgerliste keinen Platz und wird zum Bauernopfer. Den Bürgerlistlern um Priska Lechner ist das sauer aufgestoßen. Die Retourkutsche sollte mit der Volksbefragung und der Reduzierung der Referenten kommen. Gelungen ist das nicht. Das Quorum wurde nicht erreicht. Aus Prinzip keine Opposition im Kabinett, so scheint’s, will man in Prad. Und aus Prinzip wird auch nicht mit der Opposition gesprochen. Ergebnis hin oder her. Viechisch sei das, behaupten böse Zungen. Bürgermeister Hubert Pinggera lässt’s kalt. Weil die grün beseelte Opposition die politische Rhetorik beherrscht und Pinggera in Schach zu halten weiß, wird in Prad pfeffrig in langen mehrtönigen Ratssitzungen opponiert.

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Infrastrukturen rasch verwirklichen

16. Dezember 2010 Kommentare aus

Hans Moriggl: Vinschger Bezirksvertreter im Unternehmerverband

Die Unternehmer im Burggrafenamt und im Vinschgau sind froh darüber, dass die Arbeiten zur Verwirklichung des ersten Bauloses der Meraner Nord-West-Umfahrung begonnen haben. „Damit hat die Umsetzungsphase für ein Projekt begonnen, für das wir uns jahrzehntelang eingesetzt haben und das sicherlich strategisch ist für den gesamten Westen Südtirols“, so unisono die Bezirksvertreter des Unternehmerverbandes im Burggrafenamt und im Vinschgau, Roberto Caser (Caser GmbH) und Hans Moriggl (Moriggl GmbH), bei einer gemeinsamen Sitzung der beiden Ausschüsse, die kürzlich auf der Töll stattgefunden hat.

Parallel zur Verwirklichung des ersten Bauloses gelte es nun, sofort auch die Ausführungsplanung und die Finanzierung des zweiten Bauloses sicherzustellen. „Dafür werden wir uns gemeinsam stark machen, denn gerade das zweite Baulos ist besonders wichtig, um die Verkehrssituation in Meran nachhaltig zu verbessern und das Passeiertal an die MeBo anzubinden“, so die Bezirksverteter Caser und Moriggl. Die Gespräche mit der Gemeinde Meran wollen die Unternehmer weiterführen im Hinblick auf die mögliche Verwirklichung der unterirdischen Felsen-Parkgarage in Zentrumsnähe, die sinnvollerweise gemeinsam mit der Nord-West-Umfahrung verwirklicht werden sollte.

Im Vinschgau hat für die Unternehmer die Verwirklichung der Umfahrung Kastelbell Priorität. Die Unternehmer wollen ein wachsames Auge darauf werfen, damit die Auswahl des Siegerprojektes im Zuge der öffentlichen Ausschreibung und die Ausführungsplanung für dieses Projekt innerhalb Mitte 2011 erfolgt. Für die Lösung der Verkehrsprobleme im oberen Vinschgau wiederholten die Unternehmen ihren Wunsch nach einer Gesamtlösung, also einer übergemeindlichen Lösung, welche die Lage in Schluderns, Glurns, Tarsch, Laatsch, Mals und Prad miteinbezieht.

Von der Energiepolitik des Landes erwarten sich die Unternehmer im Burggrafenamt und im Vinschgau konkrete Einsparungen für die Endverbraucher, sprich Bürger und Unternehmen. Noch enger zusammenarbeiten wollen die beiden Bezirke bei den Kontakten zu den Schulen. Am 31. März und 1. April 2011 ist eine „Begegnung Schule-Unternehmen“ geplant. Eine Reihe von Mitgliedsbetrieben des Unternehmerverbandes im Burggrafenamt und im Vinschgau werden an diesen beiden Tagen Jugendliche aus allen Schulen der beiden Bezirke in die Betriebe einladen. Bereits eine lange Tradition hat das gemeinsame Bezriksskirennen für die Unternehmer und die Mitarbeiter in den Betrieben, das auch 2011 wieder organisiert wird.

Den Bezirken Burggrafenamt und Vinschgau im Unternehmerverband gehören insgesamt knapp hundert Betriebe mit über 5.000 Mitarbeitern an.

 

 

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Laas rüstet sich

4. November 2010 Kommentare aus

Um die touristische Nutzung des Laaser Marmors in Schwung zu bringen, denkt man in Laas darüber nach, eine Genossenschaft zu gründen. „Breit aufgestellt soll diese Genossenschaft werden“, sagt BM Andreas Tappeiner und er denkt dabei unter anderem an die Touristiker, an die Geschäftsleute und an Kulturleute in Laas. „Innerhalb des kommenden Winters möchten wir operativ werden, damit im Frühjahr durchgestartet werden kann“, sagt Tappeiner. „Mit dem Schrägbahnsteig, der ein wichtiges Glied in der Kette ist, ist der Auftakt bereits gemacht“, ergänzt der Lasa-Geschäftsführer Georg Lechner und er lobt: „Eine tolle Geschichte hat der Nationalpark da auf die Beine gestellt“. Lechner seinerseits will nicht untätig bleiben. Gemeinsam mit Siegfried Tappeiner, der das Grundkonzept ausgearbeitet hat (sh. „Vinschgerwind“ 6/2010), soll im Winter eine Art Besucherkorridor im Marmorwerk errichtet werden.

Derweil sind in einer Arbeitsgruppe die Aufgaben klar verteilt: jeweils eine kleine Mannschaft soll sich um die Statuten kümmern, eine andere hat Kontakte zu touristisch genutzten Strukturen im Ausland aufgenommen, Tappeiner selbst kümmert sich um die Finanzierung für die Ausbildung von Leuten, die Führungen übernehmen könnten. Seit Georg Lechner mit seinen Schweizer Finanziers vor zwei Jahren die lasa marmo übernommen hat, laufen die Uhren in Laas, was den Marmor betrifft, anders. Nicht nur, was den Abbau bzw. die Erneuerung im Betrieb betrifft, sondern auch im mentalen Bereich der Laaser Bevölkerung. Apropos Abbau: Lechner hat derzeit wohl die größte Baustelle im Vinschgau: Heuer noch sollen sämtliche Betonarbeiten beim Jennwandbruch und beim Neubau der Seilbahn vom Weißwasserbruch zur Bergstation der Schrägbahn abgeschlossen werden. (eb)

 

 

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Unternehmer auf dem Mont Blanc

23. September 2010 Kommentare aus

Geschafft: Spitzenleistungen nicht nur in den eigenen Betrieben, sondern auch am Berg

Elf Bergbegeisterte aus den Reihen der Mitgliedsunternehmen im Vinschgau haben am 3. September 2010 bei besten Bedingungen den 4.248 m hohen Mont Blanc du Tacul bestiegen. Dieses hohe Ziel hatten sich die Vinschger Unternehmer heuer gesetzt, um die insgesamt zehnte Hochtour, die der Verband den Mitgliedsunternehmen angeboten hat, gebührend zu gestalten. Nach der Weißkugel, dem Ortler, der Suldenspitze, dem Similaun, dem Piz Palu, der Großen Zinne, dem Zuckerhütl, dem großen Eiskogel und dem Piz Sesvenna stand heuer erstmals ein Viertausender auf dem Programm.

„Die Tour war für uns alle ein großartiges Erlebnis, das uns allerdings schon einiges abverlangt hat. Die Bergführer der Alpinschule Ortler unter der Leitung von Toni Stocker haben uns aber so professionell unterstützt, dass wir uns dennoch sicher und wohlgefühlt haben“, so Bezirksvertreter Hans Moriggl (Moriggl GmbH), der selbst den Aufstieg zum Mont Blanc du Tacul geschafft hat.

Gute Nerven und Trittsicherheit waren gleich zu Beginn des hochalpinen Abenteuers angesagt. Nach der Fahrt mit der Seilbahn von Chamonix (1.030 m) auf den Augille du Midi (3.842 m) standen sofort gute 200 Höhenmeter Abstieg über einen sehr luftigen Grat am Programm. Nach der Nächtigung auf der 3.613 m hoch gelegenen Cosmique-Hütte startete die Gruppe dann am frühen Morgen zum Gipfelsturm. Der teilweise sehr steile Weg führte die elf Teilnehmer vorbei an imposanten Eisbrüchen und großen Spalten. Vor dem Gipfel galt es dann noch eine ausgesetzte Felspassage zu meistern. Der Rückweg, vor allem der letzte Gegenanstieg über den steilen Firngrat zurück zum Auguille du Midi, zehrte an den konditionellen Reserven.

Mit dabei am Mont Blanc du Tacul waren die Unternehmen Moriggl GmbH (mit Bezirksvertreter Hans Moriggl, Joachim und Thomas Moriggl sowie den Mitarbeitern Günther Angerer und Kassian Winkler), der Bauunternehmer Hauser Ferdinand, die HOPPE AG mit dem Mitarbeiter Georg Tscholl, die Interfama GmbH (mit Robert Ohrwalder und Gerald Holzner) und die Pedross Karl AG (mit Firmeninhaber Martin Pedross und Mitarbeiter Sebastian Kurz). Organisiert hatte die Tour für den Bezirk Vinschgau im Unternehmerverband Bezirksbetreuerin Irene Kustatscher in Zusammenarbeit mit der Alpinschule Ortler.

„Investitionen in die Köpfe!“

12. August 2010 Kommentare aus

Hans Moriggl: Vinschger Bezirksvertreter im Unternehmerverband

Innovation sowie Forschung und Entwicklung (F&E) sind die wichtigsten Motoren, um die Marktstellung der vorwiegend kleinen und mittelgroßen industriell organisierten Unternehmen und damit die Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Die Bereitschaft der Unternehmen, in Innovation und F&E zu investieren, muss in Zukunft verstärkt durch unkomplizierte Maßnahmen der öffentlichen Hand unterstützt werden. „Wir in den Unternehmen brauchen schnelle, unbürokratische und direkte Unterstützung, damit wir mit der internationalen Konkurrenz mithalten können“, bringt Bezirksvertreter Hans Moriggl (Moriggl GmbH) die Meinung des Bezirksausschusses Vinschgau im Unternehmerverband auf den Punkt.

Südtirol braucht nicht zusätzliche neue Infrastrukturen, sondern vor allem wirksame Netzwerke und Investitionen in die Köpfe, um erfolgreich F&E-Arbeit betreiben zu können. Zu diesem Schluss kam der Bezirksausschuss Vinschgau im Unternehmerverband bei seiner jüngsten Sitzung, bei der ausführlich über die geplante Errichtung des Technologieparks in Bozen diskutiert worden ist. Nicht eine neue Infrakstruktur in Bozen dürfe im Mittelpunkt einer Innovationsoffensive in Südtirol stehen, sondern vielmehr müssen die Interessen der heimischen Unternehmen, auch jener in den peripheren Landesteilen, vorrangig sein. Diese brauchen Unterstützung, damit sie möglichst erfolgreich Produkt- und Prozessinnovation in ihren jeweils spezifischen Bereichen umsetzen können. Notwendig ist zudem die engere Zusammenarbeit der bereits vor Ort tätigen Forschungs- und Innovationseinrichtungen sowie die Stärkung der Freien Universität Bozen, insbesondere der Fakultät für Technik und Naturwissenschaften, denn – so unisono die Meinung der Vinschger Unternehmer, „Mitarbeiter mit technischer Ausbildung sind hierzulande nach wir vor Mangelware.“

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„Tag der Industrie“

17. Juni 2010 Kommentare aus

Schüler machen sich im Betrieb Pedross Karl AG in Latsch kundig

Mit über 200 TeilnehmerInnen aus sechs Ober- und Berufsschulen im Vinschgau verzeichnete die vom Bezirk Vinschgau im Unternehmerverband organisierte fünfte Auflage des „Tages der Industrie“ einen neuen Teilnehmerrekord. Die Jugendlichen nutzten kürzlich die Gelegenheit, sieben Mitgliedsunternehmen unterschiedlicher Sektoren im Bezirk zu besuchen und sich über spezifische Themenschwerpunkte zu informieren.

„Bereits in der Vorbereitung dieser mittlerweile traditionellen Veranstaltung haben wir sehr gut mit den Schulen zusammengearbeitet. Die Schulen haben uns ihre spezifischen Wünsche mitgeteilt, wir haben versucht, das Programm nach Möglichkeit darauf abzustimmen“, zeigt sich Bezirksvertreter Hans Moriggl (Moriggl GmbH) erfreut. Der Unternehmerverband will mit derartigen Informationsveranstaltungen die Jugendlichen über die Unternehmen informieren und ihnen wirtschaftliche Zusammenhänge näherbringen. Zielgruppe sind die Schüler aller Schulen, denn in den industriell organisierten Unternehmen gibt es eine Vielzahl von Berufen auf allen Ebenen. Die Betriebe sind damit potentielle Arbeitgeber für Absolventen unterschiedlichster Ausbildungsgänge.

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