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Posts Tagged ‘Vinschgau’

Den Schwabenkindern auf der Spur

7. April 2011 Kommentare aus

Die Geschichte der Schwabenkinder ist ein berührendes Spiegelbild von der einstigen Armut in Tirol, Vorarlberg und Graubünden und speziell auch im Vinschgau. Eltern waren gezwungen ihre Kinder zu begüterten Bauern nach Oberschwaben zu schicken, damit sie daheim „von der Schüssel waren“. Es gibt zahlreiche mündliche Überlieferungen über die einstigen Wanderungen und über das Los der Kinder. Doch eine wissenschaftlich fundierte Aufarbeitung fehlt. Nun wird in einem Interreg IV-Forschungsprojekt das Thema „Die Schwabenkinder“ vom Vintschger Museum in Schluderns gemeinsam mit dem Bezirksmuseum Schloss Landeck erforscht.

von Magdalena Dietl Sapelza

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Wieder auf Augenhöhe

7. April 2011 Kommentare aus

VEK-Präsident Albrecht Plangger: sofort nachgezogen

Stichtag ist der heutige 7. April. Heute läuft die Frist ab, innerhalb der das Vinschger Enerigekonsortium (VEK) Rekurs gegen die provisorische, dreimonatige Konzessionsvergabe für die Hydros am Marteller Stausee einreichen kann. Man wird die Unterlagen hinterlegen. Zudem wären die Vinschger Stromkämpfer fast ins Hintertreffen geraten. Aber nur fast. Mit der Hydros und dem Land war Anfang des Jahres vereinbart worden, den Prozesstermin im März, bei dem der VEK-Rekurs gegen die eigentliche Konzessionsvergabe für die Hydros vor gut einem Jahr behandelt werden sollte, gemeinsam auf den Herbst zu vertagen. Die Hydros beantragte keine Vertagung. Das hat der Rekurssteller, VEK-Präsident Albrecht Plangger, selbst tun müssen. Um dann feststellen zu müssen, dass die Anwälte der Hydros, die große Anwaltsozietät um Gerhard Brandstätter, ihre prozessrelevanten Dokumente  hinterlegt hat. Der VEK hat sofort nachgezogen und seine Dokumente gesammelt, um bei einem möglichen Prozess im Herbst nicht ins Hintertreffen zu geraten. Derweil stocken die Verhandlungen zwischen Gemeindenverband und dem Land, bei dem es um eine Art Streitbeilegung auch in Sachen Strom gehen soll. (eb)

 

 

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Neuer Anlauf

24. März 2011 Kommentare aus

v.l.: Startschuss für das Volksbegehren in Goldrain, Josef Gruber, Eva Prantl und André Pirhofer sammelten auf dem Landsprachmarkt Unterschriften

Auf ein Neues. Die Initiative für mehr Demokratie sammelt wieder Unterschriften – diesmal für ein landesweites Volksbegehren. Vor achtzehn Monaten scheiterte die Volksbefragung der Initiativgruppe um Stephan Lausch knapp am Beteiligungsquorum. Nun versucht man, eine modifizierte Version des Gesetzesentwurfs von 2009 zur Diskussion in den Landtag zu bringen. „Die Landesregierung hat in Sachen Bürgerbeteiligung  in den letzten eineinhalb Jahren zugewartet, daher werden wir nun wieder aktiv“, sagt Stephan Lausch. Zudem will man so auf ein Arbeitspapier der SVP zur direkten Demokratie reagieren. Dieses sei laut Lausch „enttäuschend“, „man tut zwar so, als ob man den Bürgern entgegenkomme, mache das aber in Wirklichkeit nicht“. Lausch stört sich vor allem an der vorgeschlagenen Einstiegshürde von 39.000 Unterschriften, die gesammelt werden müssten, um eine Volkabstimmung zu erwirken. Diese Einschränkungen würden Referenden „praktisch unmöglich“ machen, glaubt Lausch. Zudem seien Vorgaben eingebaut, die eine Initiative „schwerfällig und damit zu langwierig“ machen würden. Anders sieht das der SVP-Landtagsabgeordnete Arnold Schuler. Er hat den Entwurf für seine Partei ausgearbeitet. Schuler glaubt, dass sein Vorschlag Erleichterungen für die Bürger mit sich bringen wird. „Die heutige Regelung ist zu kompliziert, da man fertig ausgearbeitete Gesetzesartikel vorbringen muss, über die dann abgestimmt werden soll“, erklärt Schuler. Ziel sei es, dass sich die Bürger „einfacher einbringen“ können und sich nur mehr für oder wider einer Sache aussprechen. Die daraus resultierenden Gesetze sollen dann die Politiker ausarbeiten. Mit den  vielen Unterschriften zum Starten eines Referendums, will man sicherstellen, dass sich zumindest eine bestimmte Anzahl von Bürgern mit den Themen einer Initiative auseinandergesetzt hat. „Über die genaue Zahl der Unterschriften werde man aber noch diskutieren“, sagt Schuler. Der Entwurf der SVP sieht zudem vor, das Beteiligungsquorum abzuschaffen, um in jedem Fall eine Entscheidung zu haben und die Bürger somit nicht umsonst zu einer Abstimmung gehen. „Wir halten unser Modell für besser und werden uns auch in Zukunft dafür einsetzen, egal was die Volkspartei jetzt beschließt“, bekräftigt Stephan Lausch. Den Auftakt dazu hat man am vergangenen Donnerstag in Goldrain gestartet und die ersten Unterschriften für das Volksbegehren gesammelt. Bis Mitte Juni müssen 8.000 Bürger unterschreiben, um den Landtag zu verpflichten, sich mit dem Gesetzesvorschlag der Initiativgruppe auseinanderzusetzen. (mp)
 

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Die Glurnser Deponie bleibt Endlager

10. März 2011 Kommentare aus

Der Laaser BM Andreas Tappeiner ist seit vergangenem November auch Präsident der Bezirksgemeinschaft Vinschgau. Im Gespräch mit dem „Vinschgerwind“ nimmt Tappeiner Stellung unter anderem zu Sozialthemen, zum möglichen kulturellen Engagement der Bezirksgemeinschaft, zur Müllproblematik („Der Haufen in Glurns bleibt“), zum Stand der Verhandlungen in Sachen Strom und zu einer vom „Wind“ unterbreiteten Hypothese.

Interview: Erwin Bernhart

Foto: Magdalena Dietl Sapelza

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Impression im Vinschgerwind

24. Februar 2011 Kommentare aus

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Nationalpark Stilfserjoch im Vinschgerwind

24. Februar 2011 Kommentare aus

Mit den Fisch- und den Kriechtierarten Südtirols in Lebendtierhaltung hat das Nationalparkhaus aquaprad viele Ausstellungsattraktionen zu bieten. Bei einem Besuch können die Kenntnisse zu den zwei Klassen von Wirbeltieren erweitert oder aufgefrischt werden. Unser Schulwissen  über diese Tierklassen ist  meist recht schmal geblieben.

 

Die Gewässerökosysteme als gefährdete Lebensräume

Europa- und weltweit gehören die Wasserlebensräume und Feuchtgebiete zu den sensiblen und gefährdetsten Lebensräumen und Ökosystemen. Als offene Systeme unterliegen sie besonderen Gefährdungen etwa durch Eintrag belastender, ja gar toxischer Stoffe über die Wasserfracht. Das Fischsterben in einem Fluss oder Küstenstreifen ist dann  der auffällige und alarmierende Endpunkt einer Umweltkatastrophe.

Die Sensibilisierung für die empfindlichen Gewässerökosysteme war mit ein Grund, warum wir gemeinsam mit der Gemeinde Prad beim Bau und bei der Einrichtung des Nationalparkhauses aquaprad das Wasser und die Lebensräume am und im Wasser als Ausstellungsobjekte gewählt haben. Die Fische sind dabei  empfindliche Bioindikatoren und Überbringer einer Umweltbotschaft. In den Schau-aquarien haben wir versucht, die verschiedenen Lebensräume in Ausschnitten so naturgetreu als möglich nachzubauen und die Tiere so artgerecht als möglich zu halten.

 

Vom Quellbach zum Niederungssee

Die Gewässer Südtirols sind Süßgewässer. Wir unterscheiden zunächst zwischen Fließgewässern und stehenden Gewässern. Zu den Fließgewässern gehören etwa Quellbäche, Gebirgsbäche und Flüsse. Zu den langsam fließenden Gewässern zählen wir die häufig künstlich angelegten Kanäle und Abflussgräben in den Talsohlenböden. Sie wurden häufig zur Entwässerung landwirtschaftlicher Kulturflächen angelegt. Wegen des hohen Nährstoffeintrages weisen diese Abflussgräben oft einen dichten Pflanzenbewuchs auf. Sie sind Lebensraum für fast ein Dutzend kleiner Fischarten Südtirols, von denen die meisten zu den ganzjährig geschützten Arten gehören. Ein Beispiel für einen solchen Grabenbewohner ist die Elritze oder Pfrille.

Zu den stehenden Gewässern gehören die Seen. Im Gebirgsland Südtirol  können wir zwischen Hochgebirgsseen und Niederungsseen unterscheiden. Die alpinen Hochgebirgsseen weisen kalte Wassertemperaturen auf, sind mehrere Monate des Jahres zugefroren, dunkel und lebensfeindlich, sauerstoffreich, aber nährstoffarm. Nur extrem angepasste Spezialisten unter den heimischen Fischarten überleben unter solchen extremen Lebensraumbedingungen. Zu diesen Arten in Hochgebirgsseen zählt etwa der Seesaibling. In  den Oberläufen der Gebirgsbäche als Beispiel für ein Fließgewässer mit starker Strömung leben der Bachsaibling und die Bachforelle mit einer stromlinienförmigen Körperform, um der Strömung zu trotzen.

Unter den stehenden Gewässern Südtirols ist der Kalterer See der größte und bekannteste. Sein im Sommer warmes, nährstoffreiches, aber gegenüber Gebirgsbächen sauerstoffärmeres Wasser beherbergt die hochrückigen Fischarten wie Karpfen, Karauschen, Brachsen und weitere Arten der Familie der Karpfenartigen. Die Lebensgemeinschaft der Fische im Kalterer See besteht aus 12-15 Arten zwischen Pflanzenfressern und Fleischfressern. Pflanzenfressende Fische ernähren sich von Plankton, Algen, Mikrozoobenthos mit wirbellosen Tieren. Die fleischfressenden Fische sind Raubfische und bilden die oberen Glieder der Nahrungskette.

 

Das Seeaquarium

Im großen Seeaquarium des Nationalparkhauses aquaprad haben wir im Becken mit 170 m³ Wasservolumen diese Lebensgemeinschaft und Nahrungskette von Pflanzenfressern und Fleischfressern nachgebaut. Das Seeaquarium beherbergt Arten wie z.B. die pflanzenfressenden Rotaugen, Rotfedern und  Lauben und die fleischfressenden Arten wir Regenbogenforelle, Flussbarsch, Hecht und Wels. Durch die großen Panoramascheiben können die Fischarten in der ungewohnten Perspektive von der Seite und von unten beobachtet werden. Und eine Beobachtungsstunde im Glastunnel unter Wasser ist bei meditativer Musik beruhigender als jeder Fernsehfilm!

 

Einheimisch und fremd

Die Fischfauna in den Gewässern Südtirols umfasst derzeit 35-37 Arten. Die Zahl der Arten schwankt, weil neue Arten einwandern oder z.B. sich nach ihrer Verwendung als Köderfische in der Sportfischerei vermehren. Ein solches Beispiel ist der Blaubandbärbling, der ursprünglich aus Südostasien stammt und sich inzwischen in den Überetscher Seen angesiedelt hat. Ein nunmehr schon älterer „Fremder“ ist der Sonnenbarsch aus Nordamerika. Er ist ein Fleischfresser. Im Kalterer See haben ihm die Umweltbedingungen dermaßen gut zugesagt, dass er sich stark vermehrt hat. Fremde Arten nennt man in der biologischen Fachsprache allochthone Arten, heimische Arten hingegen autochthone Arten. In der Südtiroler Fischfauna sind über 40 % der Arten allochthone Arten. Die künstliche Einsetzung oder die spontane Einbürgerung fremder Arten können das natürliche Gleichgewicht und die Nahrungskette unter den heimischen Arten nicht nur bei den Fischen empfindlich stören. Aus diesem Grund wird z.B. die Einsetzung von Welsen in Fischgewässern fachlich nicht mehr befürwortet: Welse sind raschwüchsige und langlebige Fleischfresser, welche anderen Gliedern der Nahrungskette die Futtergrundlage entziehen.

 

Drei Fischfamilien in Südtirol

Die meisten rezenten Fischarten in Südtirol können in der zoologischen Systematik drei Familien zugeordnet werden:

• den Forellenartigen oder Salmoniden

• den Karpfenartigen oder Cypriniden

• den Barschen

Die Forellenartigen umfassen die Bach-, Regenbogen-, See- und Marmorierte Forelle, den See- und den Bachsaibling, die Renke und die Äsche. Die Salmoniden sind Fleischfresser. Das morphologische Familienmerkmal ist die Fettflosse: Diese kleine Flosse ist zwischen Rücken- und Schwanzflosse angeordnet. Forellen und Saiblinge haben eine stromlinienförmige Körpergestalt und trotzen mit dieser Form der starken Strömung im Oberlauf von Bächen. Die sauerstoffreichen Gewässer der Gebirgsseen und der Bäche werden in der Fischökologie deswegen auch als „Forellenregion“ oder als Sauerstoffregion bezeichnet. Die Salmoniden sind Kaltwasserlaicher. Im Laichzug schwimmen sie bachaufwärts bis in die ruhigeren Gewässer der Quellbäche und legen ihre Eier in den Wintermonaten zwischen November und Jänner ab. Um den Nachwuchs zu sichern, gilt für die Salmoniden daher eine Schonzeit mit Fischereiverbot bis 15. Februar jeden Jahres.

Die Karpfenartigen hingegen sind Warmwasserbewohner, Pflanzen- oder Allesfresser  und Sommerlaicher. Sie leben in stehenden Gewässern und sind mit ihrer hochrückigen Körpergestalt anstelle der Stromlinienform an den Lebensraum See gut angepasst. Karpfen stellen geringere Ansprüche an die Wasserqualität als Forellen. Die Karpfen überleben auch im trüberen Wasser, das sich im Sommer auf über 20 °C erwärmt, sauerstoffärmer und nährstoffbelasteter ist als der Gebirgsbach.

Barsche wie der Flussbarsch, der Sonnenbarsch, der Forellenbarsch  oder der Zander sind Raubfische im Lebensraum  See und stehen mit dem Hecht am oberen Ende der Nahrungskette.

 

Neue Attraktion

Seit einigen Monaten halten wir im umgestalteten Aqua-Paludarium als zentrales Becken im Nationalparkhaus aquaprad mit den Griechischen Landschildkröten (Emys orbicularis) eine neue Attraktion für unsere Besucher bereit. Die Griechische Landschildkröte ist eine von weltweit ca. 40 Arten von Landschildkröten. Zoologisch gehört sie zu den Kriechtieren als einer der fünf Klassen von Wirbeltieren. Die Griechische Landschildkröte hat ihr natürliches Verbreitungsgebiet in Südeuropa auf dem Balkan (vorwiegend südlich der Donau), in Südfrankreich und auf den Balearen. Auch im österreichischen Nationalpark Donauauen östlich von Wien ist sie  heimisch. Landschildkröten sind meist morgens und abends aktiv. Während der übrigen Zeit des Tages ruhen sie.

Unsere Weibchen und Männchen der Griechischen Landschildkröte haben das künstliche Biotop in aquaprad gut angenommen und wechseln zwischen Schwimmen mit Nahrungsaufnahme und Sonnenbad zwischen Wasser und Land. Als wechselwarme Tiere wärmen sie sich unter der Wärmelampe als künstliche Sonne auf und sie sind schon zu den besonderen Lieblingen der Kinder unter unseren Besuchern geworden.

Weiterhin zu bestaunen: Südtirols Schlangen

Wenn Sie sich  jetzt in den Vorfrühlingstagen zu einer Radtour oder bei Schlechtwettertagen zu einer Eisenbahnfahrt mit der Vinschger Bahn  und etwa als Großeltern mit ihren Enkelkindern zu einem Besuch des Nationalparkhauses aquaprad entscheiden, können Sie weiterhin auch die Schlangenarten Südtirols bestaunen. Auch die Schlangen sind ja Tiere, zu denen wir von der Angst und von der Abscheu zu einer geänderten, neuen Einstellung finden sollten. Nichts ist dazu hilfreicher als ein Mehr an Wissen. Holen Sie es sich in aquaprad. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

 

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Mobbing – ene mene muh und raus bist DU

10. Februar 2011 Kommentare aus

Alleine kommen Kinder und Jugendliche nicht aus dem Teufelskreis Mobbing heraus. Von der Aufmerksamkeit der Eltern und der Lehrer hängt vieles ab. Information ist das eine, Herzensbildung das andere, das es braucht, um den Kreis zu durchbrechen.

von Angelika Ploner

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