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Zeit zum Reden „in dr Stub“

16. Dezember 2010

„In dr Stub“ im Seniorenheim von Laas werden die Lebensgeister geweckt; inks im Bild: Herta Höchenberger

Erwartungsvoll sitzen die alten Menschen am Vormittag in einem Rundkreis und nehmen sich Mandarinenstücke von einem Teller, den ihnen Herta Höchenberger hinhält. Dass ihnen Aufmerksamkeit und geschenkt, und sie sogar „gefüttert“ werden, tut ihnen sichtlich gut. Sie strahlen, fühlen sich wohl und ihr Selbstwertgefühl steigt. Anschließend reden sie über dies und das, über Kindheit und Jugend, über freudige und traurige Ereignisse, über Krankheiten, Sterben und Trauer, über ganz persönliche Erlebnisse und vieles mehr. Sie schrzen, lachen, singen, beten, legen Wäschestücke zusammen, basteln, malen je  und essen anschließend gemeinsam. Die Gruppe wohnt  als geschlossene Gruppe stundenweise miteinander, und alles läuft sehr harmonisch und humorvoll ab. „In dr Stub geht’s oam guat“, betont eine Frau und eine andere ergänzt: „Do ischas fein unt do learnt ma nou eppas.“ Das Projekt „In dr Stub“, das die Altenpflegerin und Freizeitgestalterin Herta Höchenberger ins Leben gerufen hat und betreut, läuft im Seniorenheim Laas sehr erfolgreich. Angesprochen sind vor allem die noch aktiven HeimbewohnerInnen und Bewohner. „Das Projekt ist eine ausbaufähige Initiative, um den alten Menschen ein Gefühl von Familie zurück zu geben, in der sie aktiv mitgestalten können. Es ist ein Versuch, der Pasivität entgegenzuwirken“, sagt Höchenberger. Und das ist ganz im Sinne der Direktorin Sibille Tschenett. Die Treffen geben Geborgenheit, helfen die oft belastende Lebenssituationen leichter zu bewältigen, wirken Abbauprozessen entgegen, erhalten Fähigkeiten und schaffen Gemeinschaft. Die „Stub“ ist auch ein Treffpunkt, der Kontakte zwischen Heimbewohnern und Menschen aus dem Dorf fördert. Besucher sind jederzeit herzlich wilkommen. Zu beobachten ist, dass es demente Menschen „in dr Stub“ leichter schaffen, ihre Gedanken zu ordnen und kurzzeitig ganz klar mitreden können. Die Angehörigen sind erfreut darüber, stehen hinter der Initiative und würden sich wünschen, wenn noch mehr Stunden in die neue Betreuungsform investiert würden. Denn das Ganze hat mit mehr Lebensqualität für die Seniorinnen und Senioren im Heim zu tun. (mds)

 

 

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