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In memoriam Johann Evangelist Holzer: Uraufführung

16. Dezember 2010

Eine Abordnung der Kapelle bei der Entgegennahme der neuen Messe in Bozen: v.l.: Thomas Wegmann (Jugendreferent MK Burgeis), Landeskapellmeister VSM Sigisbert Mutschlechner, der Komponist der Messe Hansjörg Mutschlechner, Landesverbandsobmann VSM Pepi Fauster, Lukas Telser (Obmann MK Burgeis), Hermann Brunner (Kapellmeister MK Burgeis)

Ein Jahr geht nun bald zu Ende, das zu Recht den 300. Jahrestag des wohl berühmtesten Burgeisers gefeiert hat: Johann Evangelist Holzer.

Nicht nur in Burgeis hat man wieder an diesen großen Sohn der Malerei erinnert, sondern vor allem auch in den Städten seines Wirkens und Lebens: Augsburg, Eichstätt, Sögel, um die wichtigsten zu nennen.

Es ist verwunderlich, dass ein begnadeter Maler wie Holzer in der Erinnerung seines Heimatdorfes lange Zeit ein verhältnismäßig so schattenhaftes Dasein fristete, wenn man bedenkt, dass er zu seinen Lebzeiten mit Raffael verglichen und im 19. Jh. sogar einmal Rembrandt gleichgestellt wurde.

Ein Reisender, der kurz nach der Lebenszeit Holzers durch das damals aufblühende Augsburg kam, ließ sich zu dem euphorischen Satz hinreißen:  »Hätte Augsburg nichts als seine vielen herrlichen Gemälde von Holzer, so würde sie schon immer für den Liebhaber der Kunst eine wichtige Stadt bleiben.«

Wie sehr Holzer sich zu Lebzeiten selbst in das Gedächtnis der einfachen Menschen gemalt hatte, beweist eine, wohl erfundene Geschichte, die man sich in Augsburg erzählte, die nichtsdestoweniger aber überzeugend darstellt, welchen Ruf der Maler einmal selbst im einfachen Volk besaß: »Zu Augsburg erzählte man ehemals es sei, da Holzer an diesem Gemälde (Die Fabel von Castor und Pollux, Fresko am  Haus des Kupferstechers Pfeffel) arbeitete, ein ihm abgeneigter Maler zu ihm auf das Gerüst gestiegen, in der Erwartung, da Stoff zu finden, um sich über den jungen Mahler lustig machen zu können. Er sei aber durch die Vortrefflichkeit der Arbeit so überrascht worden, dass er auf der Stelle vom Schlage gerührt worden sei.«

Allein dadurch, dass allzu viele seiner Werke verlorengegangen sind, lässt sich der Dornröschenschlaf erklären, den Holzers Name vor allem im 20. Jahrhundert durchgemacht hat, ansonsten müsste heute der Name Johann Evangelist Holzer einen klingenderen, freudigeren und würdigeren Namen in Burgeis besitzen.

Als krönenden Abschluss dieses Gedenkjahres wird am Montag, 27. Dezember 2010 um 17:00 Uhr in der Klosterkirche von Marienberg eine Messe in memoriam Johann E. Holzer von der Musikkapelle Burgeis unter der Leitung von Hermann  Brunner uraufgeführt werden. Sie wurde von der Kapelle gemeinsam mit dem Südtiroler Blasmusikverband beim bekannten Südtiroler Komponisten Hansjörg Mutschlechner in Auftrag gegeben. Da in seinem Heimatdorf so wenige Werke an Holzer erinnern, soll vielmehr diese Messe von nun an ein bleibendes Zeichen der Erinnerung an ihn werden. Alle Kunstsinnigen und Musikinteressierten sind herzlich zu dieser Uraufführung eingeladen.

 

 

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