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Leserbriefe 24/10

2. Dezember 2010

Windpark Malser Haide

Wie viele Bilder, Prospekte und Werbematerialien mit den Motiven: Ausblick auf den Ortler und den Turm im See gibt es? Der Blick von St. Valentin a. d. Haide über den Haidersee auf den Ortler ist der landschaftlich einprägenste und wirtschaftlich wertvollste des gesamten Gebietes. Der neue Weg um den Haidersee ist Naherholungsgebiet des gesamten Vinschgaus und Aushängeschild für den wachsenden Radtourismus.

Dies sind die Faktoren, die den Obervinschgau wirtschaftlich fördern, ja seine Zukunft bilden. Und wirtschatftliche Zukunft bedeutet auch weiterhin, dass sich die Menschen hier ihr Brot verdienen können, es bedeutet Arbeitsplätze, Hoffnung und Zukunftschancen.

2003 baute man „versuchsweise„ und gegen den Willen der Bevölkerung mitten in diese so eminent wichtige Landschaft ein „Windrad“. Es nimmt seitdem den zentralsten Punkt in der Sichtachse vom oberen Vinschgau auf den Ortler ein. Es gibt zwar auch heute noch Fotos und Prospekte mit dem Ortlermotiv, das Windrad wird darauf allerdings wegretuschiert. Genau genommen ist das nichts anderes als Betrug. Wer von uns würde sich nicht ärgern, wenn er aufgrund eines angepriesenen Panoramas sein Urlaubsziel gewählt hätte, bei seiner Ankunft aber feststellen müsste, dass da auf einmal ein Wald aus Stahlsäulen und sich drehenden Ventilatoren erhebt?

Doch anstatt dieses Problem bzw. diesen Fehler im Sinne der Bevölkerung wieder gut zu machen, plant man das genaue Gegenteil, nämlich, alles vollständig zuzubauen. Die Krönung setzt allerdings dabei noch die Behauptung auf, es wäre von touristischem Nutzen. Glaubt man denn tatsächlich wir hier oben wären so dumm und hinterwäldlerisch, dass wir solchen Schwachsinn auch noch glauben? Das führende Land in der Windkraft ist Deutschland und dort gibt es riesige Windparks, die allesamt keine Tourismusmagneten sind. Im Gegenteil, man beginnt intensiv die Parks aus bewohnten Gebieten zu verlegen und zwar aufs Meer hinaus, damit sie das Landschaftsbild nicht beeinträchtigen.

Es ist schon traurig, wie mit den zukünftigen Ressourcen der Menschen umgegangen wird. Ressourcen, die da heißen „Arbeitsplätze, lokale Wirtschaft, Heimatort, Landschaft und Umwelt“.

Aber was spielt schon die lokale Bevölkerung für eine Rolle, die schätzt man ja als dämlich ein, wie wir an den Argumenten sehen. Wichtig ist, dass einige wenige sich profilieren können, angeben und das Geld unter sich verteilen.

Barbara Corradi,

St. Valentin a. d. Haide

 

Der Mauer-Fall

Wohne in der nächsten Umgebung des Neubaues der Rizzi-Group und möchte zu dem Artikel in der Ausgabe Nr. 22, sowie zu den Leserbriefen in der letzten Ausgabe Nr. 23 des „Vinschgerwind“ kurz Stellung beziehen.

Den Titel „Der Mauer-Fall“ habe ich nicht verstanden. Verstanden habe ich lediglich, dass der „Vinschgerwind“ eine Photomontage auf die Titelseite gebracht hat, die mit der Realität nichts zu tun hat. Die Stadtmauern von Glurns hat man vor dem Bau der Rizzi-Halle genauso wenig gesichtet wie nachher. Ich weiß nur, dass seit Beginn dieses Bauwerkes eine neue Straße in die „landwirtschaftliche Aussiedlungszone“ führt, die von der Bauherrschaft des neuen Gebäudes errichtet und der Gemeinschaft zur Verfügung gestellt wurde. (Eigentümer ist die Gemeinde, gezahlt hat Rizzi).

Ich wundere mich, dass über den unnützen Bau des Diuk-Komplexes nie kritische Stimmen laut geworden sind und jetzt lässt man gar nicht erst fertig bauen und übt ergiebige Kritik, auch wenn bekannt ist, dass das Objekt alle vorgesehenen Instanzen passiert hat. Übrigens hat derselbe Rizzi seine umliegenden Grundstücke zum Großteil von dem Diuk (Diözeseinstitut für den Unterhalt des Klerus) oder von anderen Eigentümern außerhalb des Glurnser Einzugsgebietes übernommen, wodurch auch eine entsprechende Adaptierung der Halle allemal notwendig geworden ist.

Niemand denkt wohl an die Finanzierung des Vorhabens, welche gerade in der heutigen Zeit keine Kleinigkeit darstellt. Komplimente an jeden, der trotz Finanz- und Wirtschaftskrise ein derartiges Vorhaben durchzieht. Über die Arbeitsplätze, die unwillkürlich damit geschaffen werden, spricht im Grunde niemand.

Herr Walter Rizzi hat sich bis dato in und um Glurns nur positiv hervorgetan (Sanierung der Jakobskapelle, die öffentlich zugänglich ist; finanzielle Unterstützung von Kulturprojekten und Vereinen – Sponsor des SASV Glurns) und ist somit als „Glurnser“ zu respektieren.

Wir sind überzeugt, dass sich diejenigen, die sich heute den Mund zerreißen, sich bereits morgen eines Besseren belehren lassen müssen.

Karl Wegmann, Glurns

 

Richtig gestellt

Es stimmt, dass ich Bruno Pileggi als Vertreter der italienischen Sprachgruppe für den Bezirksrat vorgeschlagen habe. Es stimmt nicht, dass ich dies „in Unkenntnis der Satzung der Bezirksgemeinschaft“ getan habe, die vorsieht, dass die Gemeinde mit dem höchsten Anteil an Italienischsprachigen den Vertreter stellen muss. Wer bei der Ratssitzung anwesend war, konnte vernehmen, wie der Bürgermeister auf den Zweifel eines Ratsmitgliedes hin bestätigte, dass dieser Vertreter nicht ein Bürger jener Gemeinde sein muss, die ihn entsendet.

Mit dem Vorschlag Pileggis wollte ich darauf aufmerksam machen, dass ich es politisch nicht korrekt finde, wenn die deutschsprachige Mehrheitspartei bestimmt, wer die italienische Sprachgruppe vertreten soll. Dasselbe gilt im Übrigen auch für den Vertreter der politischen Minderheit.

Martin Daniel,

Für Schlanders – Per Silandro

 

 

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