Startseite > ......Politik, Parteien > „Gut geölter Apparat“

„Gut geölter Apparat“

2. Dezember 2010

Von den jungen Frauen, links Heidi Gamper Altstätter, rechts Tanja Ortler, bei der Wahl für den SVP-Landesparteiausschuss förmlich zerdrückt: Franz Tappeiner

Man war schon mal besser aufgestellt, in der Vinschger Bezirks-SVP. Hatte man vor einem Jahr noch 133 Stimmrechte, so sind es aktuell 111 in den 43 SVP-Ortsausschüssen des Tales. Dennoch wurde bei den Wahlen der SVP-Bezirksobfrau, ihres Stellvertreters und des SVP-Bezirksausschusses am Freitag vor knapp 14 Tagen im Laaser Josefshaus Zweckoptimismus zelebriert. Weil es für die obgenannten Wahlen jeweils soviele Kandidaten wie Sitze gab, waren diese Wahlen Formsache. Die Ergebnisse seien der Vollständigkeit halber nachgereicht. Roselinde Koch Gunsch ist weiterhin SVP-Bezirksobfrau. 106 von 110 wählenden Stimmrechten (Laatsch war nicht anwesend) fielen auf sie. Manfred Pinzger bleibt ihr Stellvertreter. In den Bezirksausschuss sind Luis Lechner (46 Stimmrechte), Kurt Ziernhöld (52), Helene Schuler (50), Reinhard Spechtenhauser (40) und Ulrich Rechenmacher (29) gewählt.

Einen Tick spannender waren die Wahlen für den Landesparteiausschuss. Vier Sitze waren dort zu vergeben, fünf haben sich beworben. Dabei hat der Vinschgau einen verloren, der, nicht allen genehm, aber geradlinig seine Stimme seit 1994 im Landesparteiausschuss erhoben hat: Franz Tappeiner. Der Galsauner Landwirt, im Feuerwehrwesen mit Verdiensten tief verwurzelt, hat kürzlich als meistgewählter Gemeinderat ein politisches Comback gefeiert und wurde, nach einer Pause, wieder in den Gemeindeausschuss berufen. Tappeiner wurde in der Wahl im Josefshaus geschlagen. Junge Netzwerker haben das Rennen gemacht. Dieter Pinggera bekam 28 Stimmrechte, Ulrich Veith 26, die Prader Referntin Tanja Ortler 22 und die Marteller Referentin Heidi Gamper Altstätter 19 Stimmrechte. Tappeiner sah sich mit 15 Stimmrechten als Verlierer. Eine Retourkutsche für die Berufung von außen der Kastelbeller VizeBM Rita Gstrein Kaserer in den tags zuvor stattgefundenen Ausschusswahlen in der Bezirksgemeinschaft. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt.

Dass der Apparat gut geölt und dazu eine gehörige Portion Engagement dabei sei, sagte in seinem Referat der SVP-Obmann und Gesundheitslandesrat Richard Theiner.  Mit Verve überflog Theiner nicht nur diverse Themen, er sparte auch nicht mit Kritik. Eine Art Standortbestimmung, gepaart mit Zukunftspotenzial. „Ohne Ausländer geht nix mehr“, sagte Theiner etwa. Der Schlüssel zur Integration sei die Sprache. Integration koste sehr viel Geld. „Wir wollen ein Musterbeispiel für Europa werden“, sagte Theiner. Eine Mustergemeinde mit Integrationsbericht ist in jedem Bezirk vorgesehen. Latsch sei ein solche im Vinschgau. In Zukunft soll jede Gemeinde einen Integrationsbericht erstellen müssen. Die Verbände, so Theiner, haben sich in jüngster Zeit darauf konzentriert, zu jammern. Die Wirtschaft sage, man sei nicht mehr konkurrenzfähig, die Gewerkschaften sagen, das Soziale komme zu kurz. Alle sollen mit dem Gejammere aufhören, mahnte Theiner. „Wir wären nicht das, was wir heute sind, wenn wir nicht Zusammenhalt auf sozialpartnerschaftlicher Ebene leben“, sagte Theiner wörtlich. Dieses sozialpartnerschaftliche Verhältnis dürfen wir uns nicht schlecht machen. Egoismus ist Rückschritt. „Weniger Ich, mehr wir“, mahnte Theiner an. Die dezentrale Versorgung im Gesundheitsbereich ist sicher, schwenkte Theiner um. Wir brauchen mehr Spezialisierung und mehr Qualität. Die Umsetzung bei der Reform der Oberstufe bezeichnete Theiner als gelungen.

Einen Spagat wagte Theiner in Sachen Strom. Die Partei wolle den Konflikt Gemeinden-Land überwinden. „Ich bin zuversichtlich, dass wir südtirolweit eine Lösung finden werden“, so Theiner. Mit Betonung auf „südtirolweit“, den Vinschgaubezug wusste Theiner zu vermeiden. Mit Dank an das Engagement der Funktionäre und mit der Aufforderung „Wir müssen aufholen“, schloss Theiner seine Ansprache. (eb)

 

Advertisements
Schlagwörter: ,
%d Bloggern gefällt das: