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Wirtschafts-Info: Steuerparadies

Für Lieferungen und Leistungen mit Geschäftspartnern in Steuerparadiesen (sogenannte black-list – Länder) gibt es neuerdings, ähnlich wie bei den innergemeinschaftlichen Erwerben und Leistungen, eine eigene Meldepflicht.

Durch die geografische Nähe zum „Steuerparadies“ Schweiz und die damit verbundenen wechselseitigen Geschäftsbeziehungen, muss man sich daher als Wirtschaftstreibender durchaus mit dieser neuen Verpflichtung auseinandersetzen, oder zumindest wissen, worum es sich dabei handelt.

Vorweg kann natürlich festgehalten werden, dass die Meldung, wie viele andere auch, zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung dienen soll. Mit diesem Grundgedanken sind nun alle Inhaber einer MwSt-Position, bis auf wenige Ausnahmen, verpflichtet worden, die jeweiligen erbrachten und erhaltenen Lieferungen und Leistungen gegenüber Steuerpflichtigen mit Sitz in Steuerparadiesen zu erklären. Die Staaten, die als Steuerparadies gelten, sind jene laut Ministerialdekret vom 04.05.1999 und vom 21.11.2001, wobei die in diesen Dekreten erwähnten Einschränkungen explizit nicht gelten. Die Schweiz ist deshalb für Zwecke der black-list – Meldung in jedem Fall ein Steuerparadies. Die zu erklärenden Geschäftsfälle sind in folgende Kategorien zu gliedern: Wareneinkäufe, Warenverkäufe (inkl. Exporte), erbrachte sowie erhaltene Leistungen. Die Meldung ist in der Regel quartalsweise vorzunehmen. Sobald jedoch in einer dieser Kategorien pro Quartal ein Umsatz von Euro 50.000 überschritten wird, hat die Meldung bereits ab dem Folgemonat der Überschreitung monatlich zu erfolgen. Als Bezugszeitraum der zu erklärenden Geschäftsfälle, wird normalerweise auf die Registrierung im MwSt-Register abgestellt. Wenn aus MwSt-Sicht keine Registrierung notwendig ist, muss auf die Aufzeichnungen in den obligatorischen Buchhaltungsregistern oder auf den Zahlungszeitpunkt Bezug genommen werden. Wie üblich ist die Meldung auf elektronischem Weg an das Finanzamt zu senden. Der Termin dafür ist der letzte Tag des jeweiligen Folgemonats, auf den sich die Meldung bezieht. Die Agentur der Einnahmen hat zu einigen offenen Fragen übrigens kürzlich mit Rundschreiben 53/E/2010 Stellung genommen.

Lorin Wallnöfer, Wirtschaftsberater

 

 

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