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Herkulesaufgabe in den Krankenhäusern

21. Oktober 2010

v.l.: Lukas Raffl, Albert Tschager, Toni Theiner, Irene Pechlaner, Oswald Mayr, Andreas Fabi und Robert Peer: die klinische Reform Primaren und Ärzten zugespielt

Das Resümee jener Versammlung am Montag vor einer Woche: Das Krankenhaus Schlanders bleibt als Akut- und Grundversorgungskrankenhaus bestehen, das Personal habe nichts zu befürchten. Die Versammlung in Schlanders war der Auftakt einer Aufklärungstour durch die Spitäler des Landes.

Der Reformball beginnt zu rollen und der Ball wird den Primaren zugespielt. Die sollen sich absprechen. Gleiche Fachbereiche sollen im Gesundheitsbetrieb landesweit horizontal vernetzt werden. Die Primare, so der Auftrag für die Herkulesaufgabe, sollen sich, begleitet von der Gesundheitsdirektion, von externen Professoren und anhand vorhandener Erfahrungsliteratur, untereinander ausmachen, wer was wo machen soll. Damit sollen gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Unterm Strich soll damit die Definition der „Grundversorgung“ herauskommen und die Ärzte in der Peripherie werden in ihrer Leistungserbringung wohl dras-tisch eingeschränkt werden. Diese drohende Leistungskürzung ist bei mehreren Ärzten auf Widerstand gestoßen, auch im Hinblick auf den auszubildenden Nachwuchs. Herauskommen wird damit auch ein beabsichtigtes „abgestuftes Versorgungssystem“. Dafür wird jedes Krankenhaus mindestens ein Referenzzentrum sein. In Schlanders biete sich die Endoprothetik dafür an, die bisher sehr gut funktioniere.

Ein Ziel ist es auch, die Stationsgrenzen zu überwinden, um das Pflegepersonal effizienter einsetzen zu können. Die Patienten sollen anhand eines Kriterienkatalogs nach Pflege- bzw. Betreuungsintensität eingeteilt werden und anstelle der heutigen Abteilungen könnte das Krankenhaus in Bettenstationen mit geringerer oder höherer Betreuungsintensität eingeteilt werden. Der Neubau des Bettentraktes in Schlanders könnte bereits nach diesen Kriterien ausgerichtet werden.

Ein drittes Standbein der Reform bildet der Ausbau des „Territoriums“: die Zusammenarbeit mit den Basisärzten, mit den Sozialdiensten, mit den Altersheimen. (eb)

 

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