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Wirtschafts-Info: Problem Abfall

7. Oktober 2010

Abfallbewirtschaftung ist in der EU ein großes Thema mit entsprechenden Meldepflichten zu Lasten der einzelnen Staaten, wobei speziell Italien wegen der prekären Müllsituation in Neapel Weltruhm erlangt hat. Die Verfrachtung dieser Müllmassen nach Deutschland war am Ende ein zusätzliches Armutszeugnis der staatlichen Abfallbewirtschaftungsmaschinerie.

Mit der Einführung des SISTRI-Systems (ital. sistema di tracciabilità dei rifiuti) soll damit jetzt Schluss sein. Das SISTRI ermöglicht (zumindest theoretisch) die Nachverfolgung der Müllentsorgungen und des Müllaufkommens in Echtzeit  und ersetzt eine Reihe von Pflichten, wie die MUD-Erklärung, die Abfallregister und den Abfallerkennungsschein.

Ab 2. Oktober 2010 soll nun nach mehrmaligem Aufschub der Fristen für alle, laut Gesetz verpflichteten Betriebe, das System in Kraft treten und zwar zumindest für diejenigen Betriebe, die bereits über die notwendige Hardware verfügen. Für all jene Betriebe, die sich zwar im System angemeldet, aber die entsprechende Hardware noch nicht erhalten haben, ist bei Redaktionsschluss ein Aufschub „ad personam“ in Aussicht gestellt worden.

Welche Betriebe sind nun zur Eintragung verpflichtetet?

a) Sämtliche Betriebe, die gefährliche Abfälle erzeugen, transportieren oder bewirtschaften (Gefährliche Abfälle gemäß Anlage A Richtlinie des Umweltministeriums vom 9. April 2002 basierend auf dem Europäischen Abfallverzeichnis);

b) sämtliche Industrie- und Handwerksunternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern und zwar unabhängig davon, ob gefährliche Abfälle erzeugt werden oder nicht.

Befreit sind somit lediglich Handels- und Dienstleistungsunternehmen, sofern keine gefährlichen Abfälle anfallen.

Die Eintragung erfolgt über http://www.sistri.it. Im Anschluss daran wird man von der Handelskammer kontaktiert, um einen USB-Stick entgegenzunehmen. Dieser enthält die digitale Unterschrift des jeweiligen Betriebes und ermöglicht den Zugang zum System. Sollte ein Betrieb den Abfall selbst zur Sammelstelle bringen, ist zudem eine Blackbox notwendig, die im jeweiligen Fahrzeug installiert werden muss.

Es wird sich zeigen, wie das System am Ende funktioniert. Schwarze Schafe, die ihren Müll unsachgemäß entsorgen, wird es jedenfalls auch in Zukunft mit Sicherheit geben.

Lorin Wallnöfer, Wirtschaftsberater

 

 

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