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„Weder Freude noch Tränen“

7. Oktober 2010

v.l.: Emma Pobitzer: „Ich spürte weder Freude noch weinte ich. Ich hatte aber große Angstgefühle.“ Giorgio Vallazza: „40 bis 70 Prozent der Selbsttötungen fallen auf die Krankheit Depression zurück.“ Harald Tappeiner: „Unser Anliegen ist es Aufmerksamkeit zu schaffen und den Betroffenen Mut zu machen.“

Insgesamt 155 Leuten ist im vergangenen Jahr im Krankenhaus Schlanders eine psychiatrische Diagnose gestellt worden. Im Meraner Krankenhaus hat man im gleichen Zeitraum 350 bis 400 depressive Akutfälle betreut. Doppelt so viele Frauen wie Männer sind von Depressionen betroffen. Ein Drittel der depressiv Erkrankten suchen erst gar keine Hilfe auf. Diese und weitere Informationen gaben der Psychiater Giorgio Vallazza und der Psychologe Harald Tappeiner am europäischen Tag der Depression vergangenen Freitag im Krankenhaus von Schlanders. Indirekt zu Wort kamen Betroffene, deren Aussagen zum Thema Depression im Vorfeld aufgezeichnet worden waren. „Depression wird heute noch nicht richtig ernst genommen und oft ins Lächerliche gezogen“, lautete etwa eine Aussage. Eine andere: „Als Depressiver hast du große Probleme eine Arbeit zu bekommen, wenn sie es wissen.“ Erfreulich war zweierlei: zum einen kann eine Depression in Regel erfolgreich medizinisch behandelt werden, zum andern soll eine, neu ins Leben gerufene, Selbsthilfegruppe Hilfe und Halt geben. Gegründet haben diese Emma Pobitzer, selbst Betroffene und Harald Tappeiner. Das erste Gruppentreffen findet am heutigen Donnerstag von 18:30 bis 20 Uhr bei der Caritas in Schlanders statt. (ap)

 

 

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