Wiederaufbau mit Rundwanderweg

23. September 2010

Treffen in Partschins: BM Albert Gögele hat an einen Tisch geladen, um Schwung in die Debatte um den Wiederaufbau der Nassereithütte und um den Bau eines Rundwanderweges zu bringen

Der neue BM von Partschins, Albert Gögele, bringt neuen Schwung, neue Ideen und neue Verhandlungstaktiken in die Gemeindestube. In einer kürzlich verschickten Pressemitteilung kommen Gögeles Grundzüge zum Ausdruck: Gögele hat Ende August Vertreter der Gemeinde Partschins, des Forstinspektorates, des  Naturparks, des AVS, der Zielalminteressentschaft, des Bauernbundes, des Jagdreviers Partschins und der Texelbahn AG zu einem runden Tisch geladen. Das Thema: der Wiederaufbau der Nassereithütte im Rahmen eines Gesamtkonzeptes zum Ausbau eines Rundwanderweges. Die Kosteneinschätzung für den Wiederaufbau der Nassereithütte liegt bei 800.000 Euro. Die Finanzierung soll durch Eigenmittel der Zielalminteressentschaft, ein Darlehen, einen Beitrag vom Land und einen Gemeindebeitrag von 150.000 Euro gedeckt werden.  Der Bürgermeister bindet die Beitragsvergabe für den Aufbau der Nassereit-Schutzhütte an die Zustimmung der Alminteressentschaft zum Ausbau des „oberen“  und des „unteren“ Weges als Rundwanderweg. „Es ist nachvollziehbar, dass wir als Gemeinde nicht einfach einen Bauzuschuss an private Bauern vergeben können. Das Projekt muss von Nutzen für die Landwirtschaft aber auch für den Tourismus von Partschins sein,“ erklärt Gögele. Der obere Weg spreche gezielt hochalpine Tourengeher an, während der untere den Bedürfnissen der Familien und älteren Menschen entgegenkäme. Dadurch müssten die Wanderer nicht in die Nachbargemeinden „abwandern“. Schützenhilfe bekam  Gögele von der Tourismusreferentin Birgit Egger Ladurner.

Viele Bauern in der Zielalminteressentschaft sprechen von Erpressung. „Die Bindung eines Gemeindebeitrages an die Zustimmung zum Ausbau der Wege ist eine Frechheit“, sagt eine gewichtige Stimme in Bauerskreisen, eines von rund 100 Mitgliedern der Zielalminteressententschaft, der auch die Nassereithütte gehört. Vor gut zwei Jahren hat die Interessentschaft an einem Wiederaufbau der Nassereithütte getüftelt und Finanzierungsmöglichkeiten gesucht. Mit der alten Verwaltung um den damaligen BM Robert Tappeiner hat eine mündliche Zusage vorgelegen, den Aufbau mit je 50.000 Euro in drei Jahren zu unterstützen. 2008 waren dafür bereits 50.000 Euro im Haushalt der Gemeinde zweckgebunden. Eine Bindung des Beitrages an den Ausbau von Wegen war nicht vorgesehen. Die Bauern haben ihre Überlegungen frei anstellen können. Bis heute allerdings ergebnislos. Dass ein Wiederaufbau der Nassereithütte Sinn macht, davon sind auch die Bauern überzeugt. Die politischen Mittel des neuen BM sind es, die vielen Bauern sauer auftoßen.

Weil Gögele weiß, dass es für die Zustimmung für den Weg einer Zweidrittel-Mehrheit der Zielalminteressentschaft braucht, und mit dem Drängen der Texelbahn AG und den Tourismustreibenden im Nacken  macht er gehörig Dampf – mit neuer Verhandlungstaktik eben. Andere Bedenkenträger werden entschärft. In der Presseaussendung heißt es: „Die Vertreter des Jagdrevieres Franz Gamper und Hubert Tappeiner befürchten hingegen Sicherheitsprobleme auf der vorgesehenen oberen Trasse des Ziele Waalweges und lancieren einen Alternativvorschlag. Der stellvertretende Amtsdirektor des Forstinspektorates Meran Reinald Tirler entschärfte die Befürchtungen und bekräftigte, dass der obere Weg arbeitstechnisch ohne Probleme auf der Waalwegtrasse gebaut werden könne. Auch Robert Schönweger, Präsident des Führungsausschusses Naturpark Texelgruppe versicherte, dass der Meraner Höhenweg teilweise gefährlichere Stellen aufweise als der obere Zielbach-Waalweg. Außerdem dürften neue Steige und Wege im Naturpark nach Möglichkeit nur auf bestehenden Trassen und Strukturen ausgebaut werden. Alle Wege des Naturparks seien für die Haftung gegenüber Dritter versichert.“ (eb)

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