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Gastkommentar im Vinschgerwind

23. September 2010

Gastkommentar.

444 Millionen Kilometer zum Einkaufen

Nach einer aktuellen Studie des Berliner Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung hat sich die für Einkaufsfahrten zurückgelegte Wegstrecke der Deutschen allein von 1982 bis 2002 auf 444 Millionen Kilometer verdoppelt.

Der Hauptgrund für das Einkaufen „fahren“ und nicht mehr „gehen“: Der Versorgungsgrad mit kleineren Lebensmittelfachgeschäften vor Ort ist defizitär. Bundesweit ist seit 1970 die Zahl der kleineren, inhabergeführten Geschäfte von 125.000 auf 25.000 zurückgegangen. Gewinner waren vor allem die Verbrauchermärkte und Discounter auf der grünen Wiese. Orte, die weniger als 5000 Einwohner haben, sind meist uninteressant.

Mauro Stoffella, Sprecher des hds (Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol)

Erfreulich ist, dass Südtirols flächendeckender Handel und das Vorhandensein von Geschäften in allen Dörfern auch ein ökologisches Einkaufsverhalten ermöglichen. Das belegt eine vor kurzem durchgeführte Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) der Handelskammer Bozen: Die meisten Kunden nämlich tätigen ihre täglichen Einkäufe zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Bus oder mit der Bahn. Über 60 Prozent der Konsumenten kaufen täglich in der Nähe der eigenen Wohnung ein. Die kurzen Wege bis zum Geschäft im eigenen Ort werden dabei von den Südtirolern als wichtiger Aspekt der Lebensqualität eingestuft. Das ist europaweit einzigartig. Diese Struktur gilt es zu stärken und weiter zu entwickeln.

Mauro Stoffella, Sprecher des hds (Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol)

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