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Sicherung von Arbeitsplätzen

9. September 2010

v.l.: Josef Bernhart (Eurac), Andreas Tappeiner (Vizepräsident der Bezirksgemeinschaft Vinschgau), Helmuth Sinn (Amtsdirektor der Landesabteilung für Arbeit), Arnold Schuler (Landtagsabgeordneter) und Sylvia Pinzger (Eurac)

Die Wirtschaftskrise, die im vorigen Jahr auch den Vinschgau gestreift hat, hat wach gerüttelt. Handlungsbedarf wurde ausgemacht. Vor allem in Laas. Dort hat man die Krise der weltweit operierenden HOPPE in Form von Entlassungen zu spüren bekommen. Bürgermeister und Unternehmer haben sich mit Wissenschaftlern des Eurac-Institutes für Public Management zusammengesetzt, um nach attraktiven und möglichst krisensicheren Beschäftigungsfeldern für den Vinschgau zu suchen. Nach der Initialzündung eines Workshops vor einem Jahr und nach einjähriger Beratung – in der auch der Vorschlag aufgekommen ist, eine Außenstelle der Uni Bozen im Vinschgau einzurichten – nach Ab- und Rücksprachen haben die Eurac-Mitarbeiter Josef Bernhart und Sylvia Pinzger kürzlich ein Konzept vorgestellt, welches im Auftrag der Landesabteilung Arbeit, der Bezirksgemeinschaft und des Gemeindenverbandes erstellt worden ist. Ergebnis: Eine Anlaufstelle für Energie-, Bau- und Sanierungsberatung sei für den Vinschgau besonders zukunftsträchtig. Neben Bernhart und Pinzger sind auch Helmuth Sinn von der Landesabteilung Arbeit, Andreas Tappeiner, Vizepräsident der Bezirksgemeinschaft und Arnold Schuler, ehemaliger Präsident des Gemeidenverbandes dieser Meinung. Was zunächst als eher dürftiges Ergebnis gewertet werden kann, hat dennoch einiges an Potenzial. Davon sind die Initiatoren überzeugt. Mit dieser Form einer Beratungsstelle für die Bürger könnten Altbauten fachgerecht saniert, damit die Dorfkerne belebt und zugleich die Bauwirtschaft angekurbelt werden. Damit werden zwar nicht wirklich neue Arbeitsplätze geschaffen, allerdings Arbeitsplätze, vor allem in der Baubranche, erhalten.

Das Potenzial beläuft sich im oberen Vinschgau, so Pinzger, auf rund 205.000 Kubikmeter Altbausubstanz. Beispielgebend sei das „Modell Martell“ mit seinem 20-Häuser-Projekt. Dort hat sich ein Unternehmerpool gebildet, der sämtliche Sanierungsarbeiten ausführen kann.

Auch für Gemeinden, denen Abwanderung drohe, mache es Sinn, die Resourcen vor Ort nutzen zu können, meinte Tappeiner. Positiv sei, dass im Vinschgau, aus welchen Gründen auch immer, wenig zerstört worden sei, sagte Arnold Schuler. Allerdings bedarf es neuer Rahmenbedingungen und auch der Sensibilisierung der Leute. Die Gemeinde Schluderns habe bereits ein Pilotprojekt in der Schublade, welches nach der Verabschiedung der Durchführungsbestimmungen vorgestellt werde, erklärte der Schludernser BM Erwin Wegmann, der hinzufügte: „Ich biete an, die Forschungsstelle oder eine Zweigstelle davon  in der Gemeinde Schluderns zu errichten.“

Vorerst soll mit dem Dienst in der Gemeinde Laas begonnen werden. Ein gebündeltes Beratungspaket, angeboten vom BM oder einem Beamten aus dem Bauamt, einem Landessachverständigen, dem Steuerberater der Gemeinde und einem externen Energieberater, könnte demnächst Bürgern im Dschungel der Bau-Bürokratie helfen, Hemmschwellen abbauen und so Sanierungen vorantreiben. (eb)

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