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Die „Sherpas“ von der Bergl-Hütte

9. September 2010

Vorne: Eselin Lisa, gefolgt von den Trägern Luis Zoderer, Albin Mazagg und Hubert Theiner

Bei den Hl. Drei Brunnen beladen sie ihre Kraxen und steigen zur Berglhütte auf. Die Rede ist von den „Sherpas“ der Berglhütte, Luis Zoderer, Albin Mazagg (beide Pensionisten) und Hubert Theiner (Schäfer auf Zumpanell) mit seiner Eselin Lisa. Das gutmütige Tier trägt 40 kg und die Männer rund 20 kg. Schritt für Schritt steigen sie eineinhalb Stunden lang bis zur Hütte Hoch. Dort empfängt sie der Hüttenwirt Johann Mazagg mit einem Schnaps und einem anschließenden Mittagessen. Der Esel bekommt einen Eimer Hafer. Die Berglhütte auf 2180 Metern verfügt weder über eine Zufahrt, noch über eine Materialseilbahn. Im Frühjahr vor Beginn der Saison liefert ein Helikopter Behelfs-, Nahrungsmittel und Getränke an. Alles, was im Laufe des Sommers zusätzlich gebraucht wird, holen sich der Hüttenwirt und sein Koch Richard Mazagg entweder selbst im Tal, oder sie rufen ihre Träger an. Albin Mazagg und Zoderer sind oft ohne Eselbegleitung im Einsatz, da Theiner mit seinen Schafen oder daheim beschäftigt ist. „Im Laufe eines Sommers komme ich auf rund 60 Botengänge“, erzählt Zoderer. Theiner und sein Esel werden heuer rund zehn Mal aufsteigen. Welcher Aufwand betrieben werden muss, damit den Gästen die köstlichen Gerichte serviert werden können, wissen die meisten Wanderer nicht. Diese kommen als Tagesgäste und genießen das Essen oder übernachten, um im Morgengrauen zum Ortler aufzusteigen. Die drei „Sherpas“ belassen es meist damit, die Bergsteiger mit dem Fernrohr zu beobachten, weil sie für eine Gipfeltour zu müde sind. (mds)

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